Meldungsdatum: 26.03.2026

Grundstücksmarktbericht: Immobilienmarkt hat sich weiter stabilisiert

(pen) Wie haben sich Umsätze und Preise auf dem Grundstücksmarkt im Ennepe-Ruhr-Kreis entwickelt? Was kostet ein Reihenmittelhaus? In welcher Gemeinde werden die meisten Eigentumswohnungen verkauft? - Antworten auf diese Fragen liefert alle zwölf Monate der Grundstücksmarktbericht. Herausgeber ist der Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Ennepe-Ruhr-Kreis mit der Stadt Witten.

 

Grundlage des 124-seitigen Druckwerks sowie der neuen Boden- und Immobilienrichtwerte sind Kaufverträge, die in 2025 geschlossen und anschließend von den Notaren an den Gutachterausschuss übermittelt wurden. Berücksichtigt werden Verkäufe von bebauten und unbebauten Grundstücken sowie von Eigentumswohnungen.

 

Die wesentliche Erkenntnis: Der Immobilienmarkt hat sich 2025 weiter stabilisiert. Nachdem die Anzahl der Kaufverträge in 2023 einen 10-Jahres-Tiefpunkt erreicht hatte, sind die eingereichten Kaufverträge mit 2.577 im Vergleich zum Vorjahr wieder um rund 16 Prozent angestiegen. Die Anzahl der Kaufverträge sowie auch der Geldumsatz liegen allerdings noch rund 10 Prozent unter dem Niveau der Jahre 2020 und 2021.

 

Auch ist festzustellen, dass in den letzten zwei Jahren nur wenige schlüsselfertige Einfamilienhäuser verkauft wurden und sich die Zahl der verkauften unbebauten Baugrundstücke für den individuellen Wohnungsbau mit 33 auch 2025 weiterhin auf einem niedrigen Niveau befindet. Die Anzahl der neugebauten Eigentumswohnungen hat sich hingegen wieder stark erhöht. Der Durchschnittswert für unbebaute Grundstücke für den individuellen Wohnungsbau betrug 328 Euro pro Quadratmeter (2024: 323 Euro/m²).

 

Für die Anzahl der verkauften Ein- und Zweifamilienhäuser werden im Jahresvergleich 2024/2025 Zuwächse von rund 5 Prozent gemeldet; die Anzahl der verkauften Eigentumswohnungen stieg um 30 Prozent. Die Mittelwerte der Kaufpreise für ein normiertes Objekt stiegen bei freistehenden Ein- und Zweifamilienhäusern um rund 5 Prozent und bei Wohnungseigentum um rund sieben Prozent; bei Doppel- und Reihenhäusern ergaben sich gegenüber 2024 keine Veränderungen.

 

Als Durchschnittspreise nennt die aktuelle Ausgabe des Grundstücksmarktberichts beispielsweise für ein freistehendes Einfamilienhaus (Wohnfläche 150 Quadratmeter) 435.000 Euro und für eine Doppelhaushälfte oder ein Reihenendhaus (Wohnfläche 125 Quadratmeter) 365.000 Euro. Beide Werte beziehen sich auf Objekte der Baujahre 1975 bis 1994.

 

Für eine Eigentumswohnung (Baujahre 1985 bis 1994) ergab sich ein Mittelwert von 2.120 Euro pro Quadratmeter-Wohnfläche. Somit wurden für eine durchschnittlich 80 Quadratmeter große Eigentumswohnung rund 170.000 Euro bezahlt.

 

„Die Preisunterschiede ergeben sich im Wesentlichen durch die Lage, die Ausstattung und das Alter des jeweiligen Objektes. Aber natürlich auch durch das Verhandlungsgeschick von Verkäufer und Käufer“, macht Stephan Cummerwie deutlich. Die quartalsweise Entwicklung der Kaufpreise kann auf der Internetseite des Gutachterausschusses unter dem Punkt „Neuigkeiten“ betrachtet werden.

 

Bei den Bodenrichtwerten – den durchschnittlichen Lagewerten für Grundstücke innerhalb eines abgegrenzten Gebietes – hat der Gutachterausschuss nur wenige konjunkturbedingte Anpassungen vorgenommen. Im Rahmen der turnusmäßigen Betrachtung der Werte in Gevelsberg und Breckerfeld wurden dort mit Blick auf Kaufpreise und Lagemerkmale zum Teil größere Anpassungen vorgenommen.

 

Je nach Lage und Grundstücksgröße liegen die meisten Bodenrichtwerte für eine ein- bis zweigeschossige Bebauung im Ennepe-Ruhr-Kreis zwischen 235 und 320 Euro pro Quadratmeter. Bodenrichtwert-Spitzenreiter bleibt mit 600 Euro pro Quadratmeter der Ahlenberg in Herdecke.

 

Interessierte finden den aktuellen sowie ältere Grundstücksmarktberichte sowie Bodenrichtwerte und Immobilienrichtwerte über die Landesseite www.boris.nrw.de oder auf der Internetseite www.gutachterausschuss.en-kreis.de unter dem Menüpunkt „Produkte“.

 

 

 

Stichwort Gutachterausschuss für Grundstückswerte

Die Mitglieder des Gutachterausschusses werden von der Bezirksregierung Arnsberg für fünf Jahre bestellt. Sie kommen vorwiegend aus den Fachbereichen Architektur, Bau- und Immobilienwirtschaft, Bankwesen, Land- und Forstwirtschaft sowie Vermessungs- und Liegenschaftswesen. Die Mitgliedschaft ist ehrenamtlich.

 

Sitz des „Gutachterausschusses für Grundstückswerte im Ennepe-Ruhr-Kreis mit der Stadt Witten“ und seiner Geschäftsstelle ist Schwelm, die Geschäftsstelle ist organisatorisch in die Kreisverwaltung des Ennepe-Ruhr-Kreises eingebunden. Vorsitzender und Leiter der Geschäftsstelle ist Stephan Cummerwie.

 

Erreichbar ist die Geschäftsstelle des Gutachterausschusses unter 02336/93 2627, gutachterausschuss@en-kreis.de oder über die Internetseite www.gutachterausschuss.en-kreis.de. Die Anschrift lautet: Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Ennepe-Ruhr-Kreis mit der Stadt Witten, Hauptstraße 92, 58332 Schwelm.

 

 

Pressekontakt: Kira Scheven