Meldungsdatum: 15.04.2026
Es ist vollendet: 75 Obstbäume mit alten und seltenen Obstsorten wie dem Siemesapfel oder der Plettenberger Herrenbirne sind entlang der Lenne in die Erde gebracht. Entlang der 142 Kilometer langen Lenneroute, einem Radweg, der die Kommunen entlang des Flusses miteinander verbindet, ist damit die sogenannte „Essbare LenneSchiene“ entstanden. Die Projektidee entstand während der interkommunalen Lenkungsrunden und wurde im Rahmen der Regionale 2025 Südwestfalen mit drei Sternen ausgezeichnet.
Zu einer besonderen Abschlussveranstaltung dieses interkommunalen LEADER-Projektes kamen deshalb am Mittwoch, 15. April, die Bürgermeister der Kommunen Iserlohn, Altena, Plettenberg, Finnentrop, Lennestadt sowie Vertreter aus Schmallenberg zusammen. Sie betonierten das letzte Hinweisschild. Neben der Südwestfalen Agentur GmbH waren auch die Regionalmanagerinnen und -manager der drei LEADER-Regionen anwesend und ließen sich vom Kooperationspartner, dem Naturschutzzentrum Märkischer Kreis e.V., erklären, wie sie die Obstbaumsorten ausgewählt und veredelt haben, um den Genpool in der Region zu erhalten. Vor Ort wurde dieser Prozess beispielhaft anhand der Apfelsorte „Stahls Winterprinz“ aufgezeigt.
„Hier haben Bürgerinnen und Bürger in ein paar Jahren die Möglichkeit, Äpfel zu ernten, tatsächlich etwas mitzunehmen. Aber eben auch etwas über alte Obstsorten zu erfahren – da stecken Traditionen hinter, jede Sorte hat eine eigene Geschichte zu erzählen. Die ‚Essbare Lenneschiene‘ ist ein Paradebeispiel für eine interkommunale Zusammenarbeit auf niederschwelligem Niveau“, hebt Iserlohns Bürgermeister Michael Joithe hervor.
Die Stadt Iserlohn hatte im Februar, als kommunalen Beitrag zum Projekt, 21 Apfel- und Birnenbäume entlang der Lenne von Stenglingsen bis Genna verpflanzt. Das Projekt trägt zum Erhalt von Obstsorten bei, die teilweise akut vom Aussterben bedroht sind. Sie sind nicht nur ökologisch wertvoll, sondern zugleich identitätsstiftend für die Region. Einige dieser Sorten kommen nachweislich nur im Lennetal vor. Die Sorten, die in der Lenneregion gut gedeihen, sind besonders robust und können den Witterungsbedingungen gut standhalten.
Dabei haben die Obstbaumsorten der „Essbaren LenneSchiene“ ihre eigenen Besonderheiten und Geschichten, die durch einzelne Schilder entlang des Fahrradweges vermittelt werden. Über QR-Codes sollen Passantinnen und Passanten zusätzliche Informationen und digitale Inhalte zur Pflege und Nutzung der Bäume erhalten.
Und wenn die Bäume dann in einigen Jahren Früchte tragen – dann dürfen sie auch gegessen werden. So entsteht ein Erlebnisweg, der neben einem wertvollen Beitrag zur Biodiversität und der Information über heimische Obstsorten, zur Nahversorgung der Menschen entlang der Strecke beiträgt.
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