Meldungsdatum: 29.04.2026
Städte, Gemeinden und Landkreise in Niedersachsen sind finanziell in schwere See geraten. Im Landkreis Leer ist die Not so groß, dass die Kommunen SOS funken. Die Bürgermeister und der Landrat wenden sich mit einem Hilferuf an Ministerpräsident Olaf Lies und bitten ihn dringend um Unterstützung. Das Schreiben der Arbeitsgemeinschaft des Landkreises Leer und seiner kreisangehörigen Kommunen wurde am Freitag (24. April) bei einem gemeinsamen Termin im Maritimen Kompetenzzentrum in Leer unterzeichnet.
Mit deutlichen Worten schildern die Vertreter des Landkreises und seiner zwölf Kommunen, wie schlecht es um die öffentlichen Finanzen steht: „Wir werden von Schulden erdrückt, immer mehr Mittel fließen in Zins und Tilgung, für dringend notwendige Investitionen fehlt das Geld, und selbst das Tagesgeschäft in den Rathäusern und im Kreishaus läuft auf Pump.“ Das sei nicht mehr hinnehmbar.
Daten der öffentlichen Haushalte belegen die dramatische Situation:
Städte und Gemeinden, ebenso der Landkreis: Sie alle versuchen, mit Sparmaßnahmen und einer kritischen Prüfung der freiwilligen Aufgaben gegenzusteuern. Doch zum einen ist der eigene Einfluss begrenzt, zum anderen würden weitere Einschnitte bei öffentlichen Einrichtungen wie Schwimmbäder, Museen oder Jugendeinrichtungen in der Bevölkerung kaum Akzeptanz finden.
Die Kommunen sehen vor allem Bund und Land in der Pflicht, weil diese durch ihre Gesetzgebung und damit verbundene Standards den Kommunen neue Aufgaben aufbürden, ohne sie dafür finanziell angemessen auszustatten. „Der Aufgabe muss dann auch das Geld folgen“, so die Meinung der Kommunen im Kreis Leer. Insbesondere vom Land erwarten sie, dass viel stärker als bisher die finanziellen Auswirkungen von Gesetzen in den Blick genommen werden. Als Beispiele nennen die Kommunen die Umsetzung der geplanten Ganztagsbetreuung in den Grundschulen und die unzureichende Kita-Finanzierung, die trotz einer Erhöhung der Landeszuschüsse im Landkreis Leer immer noch ein Defizit von rund 56 Millionen Euro aufweist.
Die prekäre Finanzlage sorge nicht zuletzt für Unfrieden auf der kommunalen Ebene: Die auch im Landkreis Leer juristisch ausgetragene Auseinandersetzung zwischen Kreis und Kommunen um die Kreisumlage sei eigentlich ein Stellvertreterstreit. In dem Schreiben an den Ministerpräsidenten heißt es abschließend: „Aus gemeinsamer Verantwortung möchten der Landkreis Leer und die kreisangehörigen Kommunen den Stellvertreterstreit endlich lösen und dafür bedarf es, den wesentlichen Kostenverursacher mit ins Boot zu holen: das Land Niedersachsen.“
Stichwort
Arbeitsgemeinschaft des Landkreises Leer und seiner kreisangehörigen Kommunen
Die AG wurde 2024 ins Leben gerufen. Zu ihr gehören drei Vertreter der Kreisverwaltung sowie sieben Vertreter der Städte und Gemeinden im Kreisgebiet. Die AG trifft sich regelmäßig zum Austausch.
Zunächst standen im Vordergrund die Finanzbeziehungen zwischen Landkreis und Kommunen, die Abgrenzung der Aufgaben und die kritische Prüfung freiwilliger Aufgaben. Mittlerweile geht es auch um eine stärkere Zusammenarbeit, um gegenseitige Unterstützung und mögliche Synergieeffekte.
Die Kommunen im Landkreis Leer schauen mit großem Ernst und großer Sorge auf die negative Entwicklung ihrer Haushalte. Bei einem Termin in Leer unterzeichneten Bürgermeister bzw. deren allgemeine Vertreter sowie der Landrat einen gemeinsamen Hilferuf an Ministerpräsident Olaf Lies.
Landkreis Leer
-Der Landrat-
Bergmannstraße 37
D-26789 Leer (Ostfriesland)
Telefon: +49 (0) 491 / 926-0
E-Mail: info@lkleer.de
Web: www.landkreis-leer.de
Pressestelle Landkreis Leer
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