Meldungsdatum: 05.05.2026

„ECHT MEIN RECHT!“ Ausstellung über Selbstbestimmung, Liebe und eigene Grenzen

Was fühle ich? Was darf ich? Und wo sage ich „Stopp“? Diese Fragen stellt sich jeder einmal. Doch gerade für Menschen mit Behinderungen ist es oft gar nicht so leicht, darauf Antworten zu finden. Eine Ausstellung im Stadthaus beschäftigt sich mit einem Thema, das viele gar nicht auf dem Schirm haben.

Die interaktive Wanderausstellung „ECHT MEIN RECHT! - Selbstbestimmung, Sexualität und Schutz vor sexualisierter Gewalt für Menschen mit Lernschwierigkeiten“!“ ist ab Dienstag, 5. Mai, im Erdgeschoss des Stadthaus 1 in Osnabrück zu sehen.

Anfassen, Hören, Mitmachen

Diese Ausstellung lädt zum Mitmachen ein! An sechs bunten Stationen können Besucherinnen und Besucher entdecken, was in ihnen steckt:

Jede Station erzählt Geschichten aus dem Alltag – beim Wohnen, in der Freizeit oder bei der Arbeit. Interaktive Elemente helfen, die eigenen Bedürfnisse besser kennenzulernen und die Grenzen anderer zu respektieren.

Barrieren? Nicht bei uns!

Die Ausstellung ist für alle da. Alle Texte sind in Leichter Sprache verfasst. Wer lieber hört statt liest, nutzt die praktischen Hörsticks: Einfach ranhalten und zuhören. So kommen alle an die Informationen – egal, ob mit oder ohne Behinderung.

Die Stationen regen zum Austausch an.  Ziel ist es, die sexuelle Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen zu stärken, über ihre Rechte aufzuklären und das Bewusstsein für den Schutz vor sexualisierter Gewalt zu schärfen.

Menschen mit Behinderung erleben viel zu oft Gewalt – körperlich oder seelisch. Oft passiert das dort, wo sie leben oder arbeiten. Viele trauen sich nicht, darüber zu sprechen, oder wissen gar nicht, dass sie ein Recht auf Hilfe haben. Sexualisierte Gewalt bleibt jedoch oft unentdeckt, vor allem dann, wenn die Täter und Täterinnen aus dem näheren Umfeld stammen und Betroffene nur wenige Möglichkeiten haben, sich anzuvertrauen.  Gewalt wird oft gar nicht erst erkannt oder – schlimmer noch - tabuisiert.

Über die Sexualität von Menschen mit Behinderungen gibt es viele Vorurteile, obwohl sie sich nicht grundsätzlich von der Sexualität nichtbehinderter Menschen unterscheidet. Probleme entstehen häufig weniger durch die Behinderung selbst, sondern durch das, was den Menschen im Alltag einschränkt.

Dass die Ausstellung am 5. Mai eröffnet wird, ist kein Zufall. Es ist der Europäischer Protesttag für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. Der Schutz vor Gewalt und das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung sind unter anderem durch die UN-Behindertenrechtskonvention festgelegt.

Der Fachdienst Inklusion hat die Wanderausstellung nach Osnabrück geholt, unterstützt von der HHO, pro familia und dem PETZE-Institut für Gewaltprävention.

Die Ausstellung ist bis Donnerstag, 28. Mai im Foyer des Stadthauses 1 zu sehen, zu den üblichen Öffnungszeiten. Der Eintritt ist frei.

Pressekontakt: Silke Brickwedde | Telefonnummer 0541/ 323-2328 | E-Mail brickwedde@osnabrueck.de


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©  Stadt Osnabrück, Silke Brickwedde
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In der Ausstellung „ECHT MEIN RECHT“: (links) Beatrix Baumgart (pro familia), Kathrin Mack (PETZE-Institut), Steven Brentrop (Fachstelle Inklusion Stadt Osnabrück), Patricia Heller (Gleichstellungbeauftragte) und Psychologin Botakoz Osterheider (HHO).