Meldungsdatum: 06.05.2026

Karies-Prävention wirkt, erreicht aber nicht alle

Neues Dashboard zeigt Zustand der Zahngesundheit von Kindern im Kreis Recklinghausen

Der Kreis Recklinghausen hat seinen neuen Bericht zur Zahngesundheit von Kindern vorgestellt. Der „Faktencheck Bildung und Gesundheit“ macht deutlich: Die Zahngesundheit von Kindern hat sich in den vergangenen Jahrzehnten spürbar verbessert – gleichzeitig bestehen weiterhin deutliche soziale Unterschiede.

Karies ist heute weitgehend vermeidbar. Präventionsmaßnahmen, Aufklärung und Vorsorge zeigen Wirkung. Zähneputzen, eine zahngesunde Ernährung und der Besuch beim Zahnarzt tragen wesentlich dazu bei, dass Kinder mit gesunden Zähnen aufwachsen. Viele Familien setzen dies bereits erfolgreich im Alltag um.

„Die Ergebnisse machen deutlich, dass Prävention wirkt, aber nicht alle Kinder erreicht“, erklärt Dr. Sabine Wadenpohl, zuständig für die Gesundheits- und Bildungsberichterstattung beim Kreis Recklinghausen. „Kinder aus sozial benachteiligten Familien sind weiterhin häufiger von Karies betroffen. Sie nutzen zahnärztliche Vorsorgeangebote seltener und weisen häufiger unbehandelte Erkrankungen auf.“

Das Dashboard, in dem der Bericht digital aufbereitet ist, macht den Zusammenhang zwischen sozialer Lage und Zahngesundheit deutlich: An Grundschulen in sozial stark belasteten Quartieren sind deutlich mehr Kinder von Karies betroffen. Bereits ein Viertel der Viertklässler hat dort Karies an den bleibenden Zähnen. In sozial weniger belasteten Quartieren trifft dies nur auf etwa jedes zehnte Kind zu.

Gleichzeitig zeigen die Auswertungen auf kommunaler Ebene, dass soziale Faktoren allein die Unterschiede nicht vollständig erklären. Zwischen Städten mit vergleichbarer sozialer Struktur bestehen teils deutliche Unterschiede. Dies weist darauf hin, dass weitere Einflussfaktoren eine wichtige Rolle spielen. Dazu gehören zum Beispiel lokale Strukturen oder Präventionsangebote aber auch die Inanspruchnahme von Vorsorgeuntersuchungen.

Gesundheitsamt setzt auf Besuche in Schulen und Kitas
Ein wichtiges Angebot für Kinder in allen zehn kreisangehörigen Städten stammt von der öffentlichen Hand und den gesetzlichen Krankenkassen: der zahnärztliche Dienst des Gesundheitsamtes und der Arbeitskreis Zahngesundheit Westfalen-Lippe im Kreis Recklinghausen. Regelmäßige Untersuchungen in Kitas und Schulen, Aufklärung sowie die Einbindung von Eltern und Fachkräften stehen im Mittelpunkt der Präventionsarbeit. Einmal im Jahr besuchen die Teams des Gesundheitsamtes nahezu alle Grundschulen und Förderschulen und viele Kindertageseinrichtungen.

„Unser Ziel ist es, Zahngesundheit früh im Alltag von Kindern zu verankern und insbesondere diejenigen zu erreichen, für die Vorsorge noch keine Selbstverständlichkeit ist“, sagt Dr. Wiebke Selle, Leiterin des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes des Kreises Recklinghausen.

„Gerade hier setzen wir mit unseren Angeboten an“, ergänzt Dr. Lena Jarosch vom Zahnärztlichen Dienst. „In vielen Grundschulen in belasteten Quartieren sind 50 bis 70 Prozent der Kinder mit Karies nicht ausreichend zahnärztlich versorgt.“

Das Dashboard bietet Akteuren aus Verwaltung, Bildung und Gesundheit eine fundierte Grundlage, um Präventionsmaßnahmen gezielt weiterzuentwickeln. Es zeigt Fortschritte und macht deutlich, wo weiterhin Handlungsbedarf besteht – insbesondere bei der Verringerung sozial bedingter Ungleichheiten.

Weitere Informationen und den Link zum Dashboard gibt es auf der Internetseite des Kreises Recklinghausen unter www.kreis-re.de/gesundheitsberichte.

Kontakt: Öffentlichkeitsarbeit, Lena Heimers, Telefon: 02361/53-4712, E-Mail: l.heimers@kreis-re.de