Meldungsdatum: 20.05.2026
Münster (SMS) Mehr Fernwärme und Wärmepumpen, weniger Gas- und Ölheizungen und ein wachsender Einsatz klimafreundlicher Technologien: Münsters Wärmeversorgung soll und muss bis 2045 weitgehend klimaneutral werden. Der Rat der Stadt Münster hat dafür am Mittwoch, 20. Mai, den Kommunalen Wärmeplan beschlossen. Der Plan beschreibt, wie die Wärmeversorgung künftig klimafreundlich, kosteneffizient und nachhaltig umgebaut werden kann.
Für die Bürgerinnen und Bürger bedeutet der Kommunale Wärmeplan vor allem Orientierung. Er zeigt, wo künftig Fern- oder Nahwärme möglich ist, wo Wärmepumpen infrage kommen und wo weitere Prüfungen erforderlich sind. Die Entscheidung über die Heiztechnik bleibt in der Regel bei den Eigentümerinnen und Eigentümern.
Erdgas und Heizöl bestimmen aktuelle Wärmeversorgung
Die Wärmeversorgung in Münster basiert heute überwiegend auf fossilen Energieträgern. Die Wärmebereitstellung mit Erdgas oder Heizöl macht 70,5 Prozent aus. Gleichzeitig deckt Fernwärme derzeit rund 21 Prozent des Wärmemarktes ab. Um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren und die Wärmeversorgung klimafreundlicher zu gestalten, muss die bestehende Versorgungsstruktur grundlegend umgebaut werden – mit erneuerbaren Energien und einem Ausbau der Netze.
Unter der Festlegung von Annahmen und Prämissen – zum Beispiel der Entwicklung der Gebäudesanierung – teilt das Zielszenario der Kommunalen Wärmeplanung das Stadtgebiet in Wärmeversorgungsgebiete ein und zeigt, wie die Wärmeversorgung im Jahr 2045 aussehen kann.
Für rund 85 Prozent des heutigen Wärmebedarfs gibt es demnach eine Orientierung, welche klimaneutralen Versorgungsoptionen zur Verfügung stehen. Für etwa 42 Prozent des Bedarfs sind Fern- oder Nahwärmenetze eine Option. Für rund 43 Prozent sind dezentrale Lösungen wie Erd- und Luftwärmepumpen im Fokus.
Die übrigen 15 Prozent des Wärmebedarfs liegen in Prüfgebieten. Dort gibt es aufgrund von äußeren Rahmenbedingungen noch keine Empfehlung für die künftige Versorgung. So soll in einzelnen Stadtteilen geprüft werden, ob ein Anschluss an Nahwärmenetze wirtschaftlich und technisch sinnvoll ist.
Auch alle bis 2045 vorgesehenen Neubaugebiete zählen zu den Prüfgebieten. Hier kann die Stadt die Art der Wärmeversorgung unter bestimmten Voraussetzungen vorgeben. Ansonsten bleibt die Entscheidung über die Heiztechnik bei den Eigentümerinnen und Eigentümern.
Fernwärme als zentraler Baustein
Nach dem Zielszenario des Wärmeplans sinkt der Wärmebedarf in Münster bis 2045 um rund 16 Prozent. Diese Annahme stützt sich vor allem auf die zu erwartenden Gebäudesanierungen, klimatische Veränderungen sowie den Einsatz moderner und effizienter Heizsysteme. Damit verändert sich auch die Grundlage für die künftige Wärmeversorgung in der Stadt.
In vielen Gebieten werden dezentrale Lösungen die wichtigste Versorgungsform sein – insbesondere Wärmepumpen werden dabei rund 65 Prozent des künftigen Wärmebedarfs abdecken.
Ein weiterer Baustein ist der Ausbau der Fernwärme. Ihr Anteil steigt im Zielszenario von derzeit rund 21 Prozent auf 28 Prozent. Der Ausbau gilt als wichtiger Bestandteil der Wärmewende, kann jedoch nicht in allen Stadtgebieten umgesetzt werden, da geeignete Wärmequellen nicht überall verfügbar sind und die Umstellung auf erneuerbare Erzeugung schrittweise erfolgen muss.
Auch die Fern- und Nahwärme muss bis spätestens 2045 klimaneutral sein. Daher wird die Fernwärme in den kommenden Jahren zunehmend aus erneuerbaren Quellen stammen – beispielsweise durch Tiefengeothermie sowie große Kanal- und Klarwasser-Wärmepumpen. Die Stadtwerke Münster arbeiten bereits an konkreten Projekten.
Ergänzend können Nahwärmenetze einzelne Quartiere oder Stadtteile versorgen.
Interessierte können sich Ergebnisse der kommunalen Wärmeplanung über das Geoportal der Stadt Münster unter geo.stadt-muenster.de/kwp anschauen. Weitere Informationen zur Kommunalen Wärmeplanung unter www.stadt-muenster.de/klima/kommunale-waermeplanung.
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