Meldungsdatum: 26.05.2026

Rat beschließt Gleichstellungsplan mit 39 Maßnahmen

Münster (SMS) Mit dem vom Rat am 20. Mai beschlossenen Gleichstellungsplan für die Jahre 2026 bis 2029 setzt die Stadt Münster ihren Weg zu einer chancengerechten, vielfältigen und familienfreundlichen Arbeitgeberin fort. Der Plan enthält 39 Maßnahmen in den drei zentralen Handlungsfeldern „Verwaltungskultur“, „Führung“ und „Familie“. In dem letzten Bereich wird neben der Kinderbetreuung erstmals auch die Situation von Beschäftigten, die Angehörige pflegen, ausdrücklich berücksichtigt. Die Verwaltung unterstützt und berät die Beschäftigten dabei, berufliche Anforderungen und Pflegeverantwortung in Einklang zu bringen. Damit trägt die Stadt den veränderten gesellschaftlichen Anforderungen und Lebensrealitäten vieler Mitarbeitender Rechnung.

„Wir sind davon überzeugt, dass Vielfalt und der Respekt vor unterschiedlichen Lebensentwürfen die Verwaltung stärken – als attraktive Arbeitgeberin ebenso wie im täglichen Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern“, erklärt Personaldezernent Wolfgang Heuer. „Deshalb verstehen wir Gleichstellung nicht nur als Pflichtaufgabe, sondern vor allem auch als Chance für eine zukunftsorientierte Verwaltung.“

43 Prozent der Führungskräfte sind Frauen 

Ein Ziel des Gleichstellungsplans ist, den in den vergangenen Jahren kontinuierlich steigenden Frauenanteil bei Führungspositionen weiter zu erhöhen – von derzeit 43 auf 50 Prozent. Noch 2016 war nur jede dritte städtische Führungskraft eine Frau. Während das Ziel der gleichmäßigen Verteilung auf der untersten Führungsebene fast schon erreicht ist, sind auf den höheren Ebenen noch immer mehr als 60 Prozent der Führungskräfte Männer.

Der neue Gleichstellungsplan setzt daher gezielt auf differenzierte Maßnahmen je Führungsebene, um die Entwicklungsperspektiven von Frauen zu verbessern. Ein Aspekt ist die Weiterentwicklung und Förderung von Führung in Teilzeit, eine besonders für Frauen relevante Option: Mehr als 70 Prozent der städtischen Führungskräfte, die ein solches Modell wählen, sind Frauen.

Insgesamt arbeiten für die Stadtverwaltung mehr Frauen (54 Prozent) als Männer, wobei es weiterhin von traditionellen Rollenbildern geprägte Unterschiede zwischen den Berufsfeldern gibt. Während im Bereich Soziales, Lehre und Erziehung fast 80 Prozent der Beschäftigten weiblich sind, liegt der Frauenanteil in Handwerks- und Fertigungsberufen bei unter 10 Prozent. Diese Unterschiede will die Stadt langfristig reduzieren, unter anderem mit einem Personalmarketing, das stereotype Wahrnehmungen aufbricht und auch geschlechtsuntypische berufliche Wege sichtbar macht.

Der Gleichstellungsplan wird alle vier Jahre unter Federführung des Personal- und Organisationsamtes in enger Zusammenarbeit mit dem Amt für Gleichstellung erstellt. Nach zwei Jahren erfolgt eine Evaluation der Maßnahmen und – sofern erforderlich – eine Nachsteuerung. Der Gleichstellungplan gilt für die gesamte Stadtverwaltung einschließlich der eigenbetrieblichen Einrichtungen.