Meldungsdatum: 04.06.2026

Eichenprozessionsspinner: Bürger können Sichtung wieder online melden

Interaktive Karte zeigt bestätigte Nester im Kreisgebiet / Entwarnung bei Falschmeldungen

Auch dieses Jahr, trotz harten Winters, breitet sich der Eichenprozessionsspinner mit den steigenden Temperaturen wieder im Landkreis Leer aus. Von den Raupen und ihren Nestern gehen Gefahren für die Gesundheit von Menschen und Tieren aus.

Die steigenden Meldungen von befallenen Bäumen nimmt der Landkreis Leer nun zum Anlass, um auf das aktualisierte Meldeportal hinzuweisen. Zwar besteht keine Meldepflicht – dennoch hilft es, wenn ein Befall dem Ordnungsamt der Gemeinde oder dem Landkreis Leer gemeldet wird, ganz gleich, ob die Bäume auf privaten oder öffentlichen Grundstücken stehen.

Karte gibt nun auch Entwarnung

Nester können wie schon im Vorjahr unkompliziert über ein Online-Formular unter www.landkreis-leer.de/Eichenprozessionsspinner gemeldet werden. Neben dem Fundort und der Anzahl befallener Bäume ist es besonders hilfreich, wenn ein Foto mitgeschickt wird. Die Ordnungsämter der Gemeinden nehmen daraufhin eine fachliche Einschätzung vor, ob es sich um den Eichenprozessionsspinner handelt. Bestätigte Fälle werden anschließend auf der Karte sichtbar. Ebenfalls enthält die Übersicht nun Entwarnungen zu eingegangenen Falschmeldungen. Aktuell kommt es häufig zu Verwechselungen mit Gespinstmotten. Diese produzieren zwar auch weiße Gespinste, aber diese Raupen sind für den Menschen harmlos.

Welche Gefahr geht von Eichenprozessionsspinnern aus?

Der Eichenprozessionsspinner ist ein Nachtfalter, dessen Raupen überwiegend an Eichen leben. Sie schlüpfen zwischen Mitte und Ende April und fressen nachts die Blätter der Bäume. Aufgrund zunehmender Trockenheit und steigender Temperaturen breitet sich die Art immer weiter nach Norden aus und wird inzwischen auch häufiger im Kreisgebiet festgestellt.

Die Raupen besitzen feine Brennhaare mit Widerhaken. Diese enthalten ein Gift, das bei Kontakt allergische Reaktionen und Entzündungen auslösen kann. Gefährlich sind nicht nur die Raupen selbst, sondern auch abgestoßene Haare und Häutungsreste in den Nestern. Mögliche Beschwerden reichen von starkem Juckreiz und Hautausschlägen über Augenreizungen bis hin zu Husten, Halsschmerzen, Schwindel oder allergischen Reaktionen. Bei stärkeren Beschwerden sollte ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.

Wie werden die Raupen beseitigt?

Von einer eigenständigen Entfernung der Nester wird ausdrücklich abgeraten. Die Bekämpfung sollte ausschließlich durch spezialisierte Fachfirmen erfolgen, die mit entsprechender Schutzkleidung und geeigneten Verfahren arbeiten. Im Landkreis Leer wird dabei bewusst auf chemische Bekämpfungsmittel verzichtet, um andere Tiere und Insekten nicht zu gefährden.

Für Bäume auf öffentlichen Flächen und an Straßen sind die jeweiligen Kommunen zuständig. Eigentümerinnen und Eigentümer privater Grundstücke tragen die Verantwortung für befallene Bäume auf ihrem Grundstück und sollten sich fachkundig beraten lassen.

Meisen gegen den Eichenprozessionsspinner

Eine natürliche Prävention gegen den Eichenprozessionsspinner bietet der Vogelschutz. Insbesondere Meisen verfüttern in der Brutzeit erhebliche Mengen an Larven der Raupe, ein Vogelpaar pro Saison bis zu 17 Kilogramm. Unterstützt werden die Vögel etwa durch das Aufstellen von Nistkästen.


Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgende Medien anbieten:

Gespinstmotten

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Gespinstmotten

Gespinstmotten werden häufig mit dem Eichenprozessionsspinner verwechselt.


Eichenprozessionsspinner

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Eichenprozessionsspinner

Nester eines Eichenprozessionsspinners. Die Entfernung der Raupen sollten Experten übernehmen.