Meldungsdatum: 05.06.2026
Bei der sechsten Auflage von „Rocking Stones – International“ kamen am 30. und 31. Mai 2026 im Vennehof Borken rund 250 Kinder und Jugendliche aus fünf Ländern zusammen. Live-Musik, Tanz und Akrobatik machten das Crossover-Projekt zu einem gelebten Zeichen internationaler Städtepartnerschaft.
Bereits in den Tagen vor den Aufführungen wurde deutlich, dass Rocking Stones VI-International weit über die eigentlichen Bühnentermine hinausgeht. Die Teilnehmenden Gruppen aus Deutschland, Polen, Großbritannien, Tschechien, der Ukraine reisten am Freitag an, bezogen ihre Unterkünfte in der Jugendherberge Reken und begannen mit ersten gemeinsamen Proben vor Ort. Aus vielen einzelnen Gruppen, bestehend aus Tänzerinnen, Akrobatinnen sowie Musiker und Musikerinnen, wurde eine „Rocking Stones“-Familie, in der Sprachbarrieren kaum noch eine Rolle spielten und das gemeinsame Arbeiten im Mittelpunkt stand.
Der Samstag begann mit intensiven Proben ab 10 Uhr in der Stadthalle. Parallel sorgte die spontan angereiste Sambaband der ZUŠ Říčany in der Innenstadt für gute Stimmung und begleitete die Stadtmusik Borken mit viel Energie.
Die beiden gut besuchten Veranstaltungen am Samstagabend und Sonntagvormittag bildeten den Höhepunkt des Wochenendes und lockten knapp 900 Besucherinnen und Besucher an. Dreizehn Ensembles aus Borken, Gemen, Weseke und den Partnerstädten standen gemeinsam auf der Bühne und sorgten für ein abwechslungsreiches Programm, das vom Publikum mit großer Begeisterung aufgenommen wurde.
Den musikalischen Mittelpunkt bildete erneut die Borkener Rockband Punch’n’Judy, die das Format seit den Anfängen prägt und gemeinsam mit Musikschullehrer Oliver Jüngt als Initiator des Projekts gilt. Ihr Repertoire reichte von Rock- und Alternative-Songs wie denen der Toten Hosen, Greta Van Fleet und Rise Against bis hin zu Klassikern wie „99 Luftballons“ und „Zombie“. Ein besonderer Höhepunkt war die live präsentierte dreiteilige Metallica-Komposition „The Unforgiven I–III“. Darüber hinaus wagte sich die Band für die Zusammenarbeit mit der polnischen Hip-Hop-Crew auch auf neues musikalisches Terrain und zeigte damit die stilistische Offenheit des Projekts.
Neben der Musikband bereicherten zahlreiche Gruppen aus Borken und der Umgebung das Bühnenbild. Die Tanzgruppe JUST dance vom SV Westfalia Gemen e.V. präsentierte zwei Contemporary- und Modern-Formationen, die SV Adler Weseke Turnabteilung zeigte eindrucksvolle Elemente aus dem Bodenturnen mit Sprüngen, Überschlägen und akrobatischen Sequenzen. Die Urban Dance Crew der Musikschule Borken brachte urbane Tanzstile auf die Bühne, das Ballett- und Tanzstudio Attitude überzeugte mit klassischem Ausdruck und eleganter Choreografie, und die Black Widows Cheerleader sorgten mit Stunts, Choreografien und unterschiedlichen Altersgruppen für energiegeladene Momente.
Auch die internationalen Ensembles setzten starke Akzente. Aus Grabow reisten die Flighty Skirts an, eine Cheerleading-Gruppe mit 25-jähriger Vereinsgeschichte, die sich von einer kleinen Formation zu einer großen Gruppe mit 38 Tänzerinnen entwickelt hat. Aus der tschechischen Partnerstadt Říčany kamen gleich mehrere Beiträge: Die Kunst- und Musikschule ZUŠ Říčany präsentierte mit Jugendlichen zwischen 11 und 21 Jahren Ballett und Contemporary Dance, während die Band „Masters of the Basement“ mit Rockmusik überzeugte und die Sambaband nach der Pause die Halle wieder auf Temperatur brachte. Aus Bolków in Polen war die Hip-Hop-Formation Metamorfoza Junior zu Gast, die mit Energie, Präzision und großer Bühnenpräsenz auftrat. BerZerk Dance aus Whitstable brachte internationale Tanzvielfalt aus Großbritannien nach Borken, während die Akrobatikgruppe Gracia aus Podilsk in der Ukraine mit einer anspruchsvollen Darbietung aus Tanz- und Zirkuselementen beeindruckte.
Besonders die Teilnahme der Gruppe Gracia stand dabei auch symbolisch für die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit. Die Reise der 15 Kinder und Jugendlichen aus Podilsk in der Ukraine konnte nur durch gemeinsames Engagement verschiedener Partner ermöglicht werden und wurde so zu einem besonderen Zeichen der Solidarität innerhalb der Städtepartnerschaften. Ein besonderer Dank gilt hier den Feuerwehren aus Borken und dem ukrainischen Lviv, die ihre Freundschaft und Kontakte nutzen, um die Gruppe aus Podilsk bei der Anreise zu unterstützen.
Im Verlauf der Veranstaltung wurde immer wieder deutlich, dass „Rocking Stones International“ weit über ein Bühnenprojekt hinausgeht. Verena Boland, Geschäftsführerin des Partnerschaftsvereins Borken e.V., betonte, dass im Mittelpunkt dieser Tage vor allem die Begegnung gestanden habe. „Die Jugendlichen hätten nicht nur gemeinsam auf die Auftritte hingearbeitet, sondern mehrere Tage miteinander verbracht, sich kennengelernt und durch Musik und Tanz eine gemeinsame Sprache gefunden.“ Auch Initiator und Musikschullehrer Oliver Jüngt hob hervor, dass gerade die Mischung aus lokalen und internationalen Gruppen, aus Rockmusik und Tanz, aus unterschiedlichen Kulturen und Ausdrucksformen den besonderen Charakter des Projekts ausmache.
Am Sonntag sorgten zudem die Sambagruppe und „Gracia“ nach „Rocking Stones VI“ beim interkulturellen Familientag im Kapitelshaus mit akrobatischen und musikalischen Beiträgen für besondere Überraschungen, bevor die internationalen Gäste am Montag und Mittwoch ihre Heimreise antraten.
Zurück bleibt ein Projekt, das sich über mehrere Tage erstreckte und weit über die Bühne hinaus Wirkung entfaltet hat. Rocking Stones VI – International hat erneut gezeigt, wie stark kulturelle Begegnung wirken kann, wenn junge Menschen aus verschiedenen Ländern gemeinsam arbeiten, auftreten und miteinander Zeit verbringen.
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