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2027 soll Gesamtkonzept für Vermittlungszentrum zur Aufarbeitung des Nationalsozialismus vorliegen

Thema im Kultur- und Finanzausschuss am 25. Juni 2026

Flensburg - 10.06.2026

Mit der „Strategie Flensburg 2030+“ hat die Ratsversammlung im Jahr 2024 auch die Errichtung eines norddeutschen Vermittlungszentrums zur kritischen Aufarbeitung des Nationalsozialismus‘ in Flensburg beschlossen. Das Vorhaben dient dem Ziel, die Rolle der Region während des Nationalsozialismus‘ und vor allem auch die Ereignisse rund um das Kriegsende im Jahr 1945 aufzuarbeiten und in einer überregional relevanten Ausstellung zu präsentieren.

Das Gesamtprojekt umfasst mehrere Teilvorhaben. Das erste davon, eine Machbarkeitsstudie, ist abgeschlossen. Das Hamburger Büro gwf-Ausstellungen hat darin analysiert, ob und unter welchen Bedingungen das Vermittlungszentrum im Bibliotheksflügel des Deutschen Hauses und in der Polizeidirektion Norderhofenden umgesetzt werden könnte. Die Verwaltung hat beide Vorschläge geprüft und angepasst.

Die Kosten für die Bereitstellung des Bibliotheksflügels, sogenannte Gestellungskosten, würden sich in der durch die Verwaltung angepassten Variante auf 1,87 Millionen Euro belaufen. Die angenommene Ausstellungsfläche betrüge in diesem Fall 649 Quadratmeter.

Die Gestellungskosten für das Gebäude Norderhofenden variieren je nach Variante zwischen 2,1 und 2,76 Millionen Euro, die Flächen für die Ausstellung zwischen 609 und 799 Quadratmetern. In allen Fällen kämen Kosten für die Einrichtung der Ausstellung, und zwar zwischen 200.000 und 600.000 Euro hinzu.

Die politischen Vertreterinnen und Vertreter im Kulturpolitischen Dialog geben dabei der Version Bibliotheksflügel den Vorzug vor dem Polizeipräsidium. Obwohl dieses eine hohe historische Bedeutung aufweist, sprechen unter anderem die kalkulierten Kosten dagegen. Außerdem befindet sich die Immobilie nicht im städtischen Besitz und ist ungewiss, ob und wann die Polizei aus dem Gebäude zieht.

Die Option im Flügel des Deutschen Hauses könnte dabei nicht nur günstiger, sondern auch früher realisiert werden. Die ohnehin geplante bevorstehende Sanierung der Immobilie insbesondere beim Brandschutz und der Technik würde sich in die zeitlichen Planungen einfügen.

Das Gebäude der Polizeidirektion Norderhofenden oder auch Teile davon wie etwa das „Arrestgebäude“ oder der „Dönitzhof” könnten dennoch weiterhin im Rahmen der Teilprojekte des Vermittlungszentrums bedacht werden.

Die nächsten Schritte im Projekt beinhalten eine Konzeptstudie (Teilprojekt 2) sowie als Teilprojekt 3 die Öffentlichkeitsbeteiligung, etwa in Gestalt einer Veranstaltung. Die Kommunalpolitik ist über die „Dialoggruppe“ beteiligt, außerdem tagt der „Kulturpolitische Dialog“ zum Thema.

In einem gemeinsamen Kultur- und Finanzausschuss am Donnerstag, 25. Juni, ab 16 Uhr steht das Gesamtvorhaben auf der Tagesordnung. Der Ausschuss wird über die Festlegung der bevorzugten Standort-Variante beschließen ebenso über die folgenden Teilprojekte.

Pressekontakt: Stadt Flensburg, Antje Walther, Clemens Teschendorf


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