Meldungsdatum: 12.06.2026
Zur Attraktivitätssteigerung und zur Verbesserung des Betriebs- und Verkehrsablaufes im ÖPNV werden die Stadt Braunschweig und die städtische Gesellschaft Braunschweiger Verkehrs-GmbH (BSVG) die Busbeschleunigung im Stadtgebiet ausbauen. Die Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) fördert die erste Phase des Projekts zur Busbevorrechtigung mit 2,9 Millionen Euro bei Gesamtkosten von rund 4,1 Millionen Euro. Staatssekretär Matthias Wunderling-Weilbier vom Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Bauen übergab am Freitag, 12. Juni, einen entsprechenden Förderbescheid an Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum. Die zugrundeliegende Technologie wurde mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt entwickelt und wird europaweit in Braunschweig erstmalig flächendeckend eingesetzt.
„Ein attraktiver öffentlicher Nahverkehr muss zuverlässig, komfortabel und zukunftsfähig sein. Mit der Modernisierung der Busbeschleunigung geht Braunschweig einen wichtigen Schritt, um den Busverkehr effizienter zu gestalten und die Fahrgäste im Alltag zu entlasten. Ein verlässlicher und zügiger ÖPNV leistet einen wichtigen Beitrag zur Steigerung der Lebensqualität in unseren Kommunen. Daher unterstützt das Land Niedersachsen die Modernisierung und Digitalisierung des ÖPNV in Braunschweig mit rund 2,9 Millionen Euro“, so Staatssekretär Matthias Wunderling-Weilbier.
„Die Stärkung des ÖPNV ist einer der zentralen Punkte in unserem Mobilitätsentwicklungsplan 2035“, betonte Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum. „Dieses Projekt wird den ÖPNV attraktiver machen und für die Nutzerinnen und Nutzer spürbar verbessern. Ohne die Fördermittel des Landes wäre dieses Projekt nicht so zügig in die Umsetzung gekommen. Für diese Unterstützung danke ich dem Land im Namen der Bürgerinnen und Bürger sehr“, so der Oberbürgermeister.
„Mit der Busbeschleunigung schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass unsere Busse verlässlicher und effizienter durch den Stadtverkehr kommen. Die Fahrgäste erreichen damit Ihr Ziel schneller und verlässlicher, weil wir Fahrpläne stabiler einhalten können und weniger Zeit an Lichtsignalanlagen verlieren“, so Jörg Reincke, Geschäftsführer der BSVG.
Eine Verlustzeitenanalyse hat festgestellt, dass für Verzögerungen im Busverkehr vorrangig verkehrstechnische Gründe relevant waren und Verbesserungen an den Ampeln zu deutlich geringeren Verlustzeiten führen. Bei den untersuchten Linien konnten Verlustzeiten zwischen 16 und 30 Prozent ermittelt werden, die mit der Umsetzung des geförderten Projekts bis zu 80 Prozent kompensiert werden können.
Bei der digitalen Busbeschleunigung meldet sich ein Bus über Funk bei Annäherung an der Ampel an und übermittelt dabei seine Fahrtroute über die Kreuzung. Da der Bus bis zum Verlassen der Kreuzung kontinuierlich seine Position übermittelt, kann das Steuergerät der Ampel präzise eine Grünphase für die Route des Busses einstellen. Durch dieses genaue Timing und durch softwareseitig optimierte Strategien in der Ablaufsteuerung der Ampelphasen kann die Beeinträchtigung der anderen Verkehre auf ein Minimum reduziert werden.
Insgesamt 106 Knotenpunkte werden mit dieser zeitgemäßen und zukunftssicheren digitalen Technik für die Busbeschleunigung ausgestattet. Hierzu werden ausschließlich vorhandene Lichtsignalanlagen aufgerüstet. Im Rahmen dieser Förderung werden zunächst 53 der 106 Lichtsignalanlagen aufgerüstet. Die Errichtung neuer Anlagen ist nicht vorgesehen. Die Busse der BSVG werden begleitend für die digitale Kommunikation mit den Ampeln vorbereitet. Sie verfügen bereits über geeignete Bordrechner, die lediglich erweitert werden. Insgesamt sind 174 Fahrzeuge der BSVG in aufzurüsten. Die Aufrüstung wird ca. 18 Monate dauern.
Für den Betrieb und u.a. alle baulichen Maßnahmen an den Lichtsignalanlagen im Stadtgebiet hat die Stadt Braunschweig einen festen Vertragspartner als Dienstleister verpflichtet. Auftragnehmer ab diesem Jahr ist die Braunschweiger Versorgungs-AG & Co. KG (BS|ENERGY), die insbesondere im Verkehrsbereich die Leistungen durch ihre Tochtergesellschaft, die BELLIS GmbH, erbringen lassen wird.
Das Gesamtprojekt soll über einen Zeitraum von insgesamt fünf Jahren bis Ende 2030 durchgeführt werden. Der vorliegende Förderantrag bezieht sich zunächst auf die Umsetzung der Stufen 1 bis 3 in den Jahren 2026 bis 2028. Für die restlichen 53 Knotenpunkte (Stufen 4 und 5) sind weitere Kosten von 2,7 Millionen Euro veranschlagt. Hierfür soll ein weiterer Förderantrag gestellt werden. Das für den Förderantrag notwendige Rahmenkonzept, das nicht förderfähig ist, hat der Regionalverband Großraum Braunschweig mit 75 Prozent kofinanziert.
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