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Bildungsministerium fördert Grundbildungszentrum in Flensburg

Volkshochschule Flensburg

Flensburg - 15.06.2026

Wer nicht ausreichend lesen, schreiben oder rechnen kann, kann im Alltag an vielerlei Dingen scheitern: an Formularen, Verträgen, digitalen Angeboten. Für geschätzt rund 200.000 Erwachsene in Schleswig-Holstein ist das Realität. Dabei geht es auch um Chancen und Selbstständigkeit. Grundbildung ist eine soziale Kernfrage.

Die Volkshochschule Flensburg wird künftig ein Grundbildungszentrum (GBZ) aufbauen und betreiben. Das Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur hat die Förderung des Vorhabens zunächst bis Ende 2028 zugesagt. Die offizielle Eröffnung ist für den 2. September geplant. Das GBZ wird in der Schulgasse 4 im Flensburger Stadtteil Neustadt angesiedelt sein. Neben Flensburg darf sich auch Geesthacht über die Einrichtung und Förderung eines GBZ freuen.

Im diesjährigen Landeshaushalt sind die Mittel für zwei weitere Grundbildungszentren in Höhe von 68.000 Euro jährlich pro Einrichtung vorgesehen. Außerdem stehen 100.000 Euro für die Finanzierung der Vorbereitungskurse auf Schulabschlüsse im zweiten Bildungsweg zur Verfügung.

Mit dem neuen GBZ entsteht in Flensburg eine weitere zentrale Anlaufstelle für Jugendliche und Erwachsene in Schleswig-Holstein, die ihre Lese-, Schreib-, Rechen- oder digitalen Kompetenzen verbessern möchten. Die Verbesserung beruflicher Chancen und die Stärkung ihrer gesellschaftlichen Teilhabe sind die Ziele.

„Die Zusage des Bildungsministeriums ist ein wichtiger Schritt für die Bildungslandschaft in Flensburg“, erklärt Melanie Bach, Dezernentin für die Bereiche Soziales und Gesundheit, Jugend, Bildung, Sport und Kultur der Stadt Flensburg. „Mit dem Grundbildungszentrum schaffen wir ein niedrigschwelliges Angebot für Menschen, die Unterstützung bei grundlegenden Alltagskompetenzen benötigen und häufig nur schwer den Weg in bestehende Bildungsangebote finden“, erklärt Bach.

Grundbildungszentren übernehmen dabei eine wichtige Vernetzungsfunktion. Sie informieren über Lernangebote, beraten Interessierte individuell und entwickeln mit regionalen Partnern neue Zugänge zu den Zielgruppen. Dazu arbeiten sie unter anderem mit Jobcentern, sozialen Einrichtungen, Betrieben, Vereinen, Bildungsträgern und kommunalen Institutionen zusammen.

Das neue Grundbildungszentrum der Volkshochschule Flensburg plant unter anderem:

  • individuelle Beratung und Lernbegleitung,
  • Kurse zur Verbesserung von Lese-, Schreib- und Rechenkompetenzen
  • Integrations- und Sprachfördernde Formate
  • Angebote zur Förderung digitaler Grundbildung
  • Informationsveranstaltungen und Workshops zur Förderung von Alltagskompetenzen
  • Begegnungsräume schaffen
  • Qualifizierungsangebote für Fachkräfte und Multiplikatorinnen und Multiplikatoren
  • regionale Netzwerkarbeit zur Sensibilisierung für das Thema Grundbildung

 

Darüber hinaus soll das Grundbildungszentrum dazu beitragen, das Thema stärker in das öffentliche Bewusstsein zu rücken und Hemmschwellen abzubauen. Viele Menschen scheuen sich aus Scham, Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Durch eine offene Ansprache und leicht zugängliche Angebote möchte die Volkshochschule Flensburg Betroffene ermutigen, neue Lernwege zu beschreiten.

Mit der Förderung durch das Bildungsministerium kann nun die konkrete Aufbauphase beginnen. Die Volkshochschule Flensburg wird in den nächsten Monaten die erforderlichen Strukturen schaffen und erste Angebote entwickeln.

 

Hintergrund

Mit Flensburg und Geesthacht wird das Netzwerk aus den bislang fünf Grundbildungszentren in Itzehoe, Kiel, Lübeck, Neumünster und Rendsburg sowie fünf Regionalstellen für Alphabetisierung in Husum, Meldorf, Norderstedt, Oldenburg in Holstein und Rendsburg erweitert.

Die Grundbildungszentren in Flensburg, Geesthacht, Itzehoe, Kiel, Lübeck und Neumünster werden gefördert durch das Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein; das Grundbildungszentrum in Rendsburg aus kommunalen Mitteln. Hinzu kommen die Regionalstellen Alphabetisierung, gefördert aus dem Landesprogramm Arbeit 2021–2027 mit Mitteln des Landes Schleswig-Holstein und des Europäischen Sozialfonds (ESF).

Pressekontakt: Stadt Flensburg, Antje Walther


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