Meldungsdatum: 15.06.2026
Wo finden Unternehmen in Hamm künftig Platz zum Wachsen und wie geht die Stadt dabei verantwortungsvoll mit ihren Flächen um? Antworten darauf gibt der Masterplan „Flächen für Arbeit", den Oberbürgermeister Marc Herter, Stadtbaurat Andreas Mentz und Pascal Ledune, Geschäftsführer der Hammer Wirtschaftsagentur IMPULS am Montag, 15. Juni, gemeinsam vorgestellt haben. Das Konzept geht nun in die politischen Beratungen: Der Rat der Stadt Hamm soll am 7. Juli abschließend darüber entscheiden.
Die zentrale Erkenntnis: Bis 2035 brauchen die Unternehmen voraussichtlich gut 30 Hektar zusätzliche Gewerbefläche, weil neue Betriebe sich in Hamm ansiedeln wollen, bestehende wachsen oder sich neu aufstellen. Rein rechnerisch reichen die vorhandenen Flächen dafür aus. Sie müssen allerdings auch tatsächlich verfügbar gemacht werden. Und: Großprojekte wie der Multi Hub Westfalen und das Industriegebiet Westfalen dürften die Nachfrage weiter steigen lassen.
Herter: "Wir hören genau hin, was die Hammer Wirtschaft braucht"
„Wir hören genau hin, was die Hammer Wirtschaft braucht – und wir liefern", sagt Oberbürgermeister Marc Herter. „Gewerbeflächen sind die Grundlage für Arbeitsplätze und Wertschöpfung in unserer Stadt. Mit dem Masterplan sorgen wir dafür, dass Flächen vorausschauend entwickelt werden können. Fläche ist ein knappes Gut. Umso wichtiger ist es, dass wir mit unseren Potenzialen klug umgehen."
Ein wichtiger Aspekt sind dabei die Bestandflächen. Denn die die Stadt setzt nicht allein darauf, neue Flächen zu erschließen. „Genauso wichtig ist der Blick auf das, was wir schon haben", betont Stadtbaurat Andreas Mentz. „Wir wollen bestehende Gewerbegebiete wiederbeleben und an veränderte Anforderungen anpassen – von der Verkehrsanbindung bis zur Anpassung an den Klimawandel. Der Masterplan beschreibt, wie das gelingen kann, und benennt dafür konkrete Maßnahmen."
Für Pascal Ledune ist der Masterplan vor allem ein Signal an die Unternehmen: „Ob Ansiedlung, Erweiterung oder Umbau – Betriebe brauchen Planungssicherheit und zwar nicht nur für das nächste Jahr, sondern auf lange Sicht. Genau das leistet der Masterplan: Er gibt der Gewerbeflächenentwicklung in Hamm eine langfristige, verlässliche Linie. Das stärkt den Wirtschaftsstandort und gibt gerade dem Mittelstand und dem Handwerk eine klare Perspektive."
1.366 Hektar Gewerbeflächen unter der Lupe
Hinter dem Masterplan stecken fast zwei Jahre Arbeit. Die Dortmunder Planungsbüros IRI und Stadtraumkonzept haben gemeinsam mit dem Stadtplanungsamt und der IMPULS sämtliche Gewerbeflächen in Hamm unter die Lupe genommen, insgesamt 1.366 Hektar. Untersucht wurde dabei nicht nur, wo noch Platz ist, sondern auch, was die Unternehmen vor Ort tatsächlich brauchen. Daraus entstanden eine Prognose des künftigen Bedarfs, klare Ziele für die Flächenentwicklung und konkrete Maßnahmen. Beteiligt waren neben Verwaltung und Politik auch Wirtschaft und Verbände, unter anderem bei einer Wirtschaftsflächenkonferenz.
Mit dem Beschluss soll die Verwaltung zugleich den Auftrag erhalten, mögliche neue Gewerbe- und Industriestandorte für den Regionalplan Ruhr zu suchen. Der Regionalverband Ruhr schreibt diesen Plan ab dem kommenden Jahr fort – Hamm will dabei frühzeitig eigene, politisch abgestimmte Vorschläge einbringen. Vor der Entscheidung im Rat beraten ab dem 23. Juni zunächst die Bezirksvertretungen und Fachausschüsse über den Masterplan.
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