Meldungsdatum: 18.06.2026
Demenz betrifft viele, doch im Alltag bleibt die Erkrankung oft unsichtbar. Vom 14. Juni bis zum 9. September 2026 holt die Kreisstadt Unna das Thema mitten in die Gesellschaft: Die Fotoausstellung „Demenz ein Gesicht geben“ ist in dieser Zeit in der Evangelischen Stadtkirche Unna zu sehen. Sie zeigt 15 großformatige Porträts von Lüner Bürgerinnen und Bürgern, die an Demenz erkrankt sind. In der Stadtkirche Unna ist die Ausstellung „Demenz ein Gesicht geben“ nun im Rahmen eines besonderen Gottesdienstes eröffnet worden. Rund 125 Besucher*innen nahmen an dem Gottesdienst teil.
Der Gottesdienst stellte die Frage in den Mittelpunkt, wie die Ausstellung entstanden ist – und was sie bei Besucher:innen auslösen kann. Pfarrerin Jula Well sprach dazu im Interview mit Annette Goebel, Initiatorin der Ausstellung und ehemalige langjährige Leiterin der Kommunalen Altenarbeit der Stadt Lünen, sowie mit dem Fotografen Martin Urner. Beide gaben Einblicke in die Projektidee und schilderten Erfahrungen aus der Umsetzung.
Die Ausstellung zeigt Porträts von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen. Ziel ist es, das Thema im öffentlichen Raum sichtbar zu machen und dazu beizutragen, dass Demenz nicht tabuisiert wird.
Nach Unna kommt die Ausstellung als Leihgabe des Museums der Stadt Lünen.
In ihrer Begrüßung machten Linda Omenzetter (Seniorenarbeit der Kreisstadt Unna) und Bürgermeister Dirk Wigant deutlich, dass die Ausstellung zugleich ein Impuls für den Umgang in der Stadtgesellschaft sein soll: Menschen mit Demenz sollen nicht auf die Erkrankung reduziert werden, sondern Unna soll ihnen mit Offenheit begegnen und soziale Teilhabe ermöglichen. Bürgermeister Dirk Wigant betonte: „Hinter dem Begriff Demenz stehen Menschen – mit ihrer Geschichte, ihrem Charakter und ihrem Umfeld.“ Gleichzeitig würdigten beide ausdrücklich das Netzwerk Demenz Unna und die damit verbundenen Ansprechpartner und Angebote für Betroffene und Angehörige.
Im Anschluss an den Gottesdienst folgte die Einladung zum „Markt der Möglichkeiten“ in der Stadtkirche. Bei Kaffee und Kuchen – ermöglicht durch Ehrenamtliche der Kirchengemeinde sowie durch die Senioren-Begegnungsstätte „Fäßchen“ unter der Leitung von Simone Kautz – kamen Besucher:innen miteinander und mit den Akteur*innen ins Gespräch. Das Netzwerk Demenz Unna präsentierte dabei unterschiedliche Beratungs- und Unterstützungsangebote.
Ergänzend stellte das Regionalbüro Alter, Pflege und Demenz den Demenz-Parcours vor: An mehreren Stationen konnten Besucher*innen Alltagssituationen aus der Perspektive von Menschen mit Demenz nachvollziehen. So wurde ein anschaulicher Zugang zur Lebenswelt von Betroffenen möglich.
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