Meldungsdatum: 08.07.2026
Der Soester Ortsteil Hattrop etwa wurde in den vergangenen Sommern immer wieder infolge von Starkregenfällen überflutet. Vor allem in Lippstadt und Lippetal sind Erinnerungen an das Weihnachtshochwasser 2023 noch lebendig und in Soest hatte Starkregen 2018 ganze Straßenzüge überschwemmt. 2007 suchten Wassermassen Warstein und den Geseker Ortsteil Mönninghausen heim, um nur einige Beispiele zu nennen.
Wenn das Wasser steigt, tun die Einsatzkräfte alles, um Schaden abzuwenden. Kreis und Kommunen investieren darüber hinaus seit Jahren zielgerichtet in den Hochwasserschutz. Angeschafft wurden beispielsweise ein mobiles Hochwasserschutzsystem, eine Sandsackfüllanlage und zwei Hochleistungspumpen. Derzeit wird daran gearbeitet, aktuelle Starkregen- und Hochwassersimulationen mithilfe von zentimetergenauen Oberflächenmodellen deutlich zu verbessern. Die notwendigen Daten liefert eine mit Kamera und Laserscanner ausgestattete Drohne. Fortlaufende Hochwasserschutzprojekte an Gewässern, über Hochwasserrückhaltebecken und Hochwasserschutzdämme verringern zudem das Risiko von Überflutungen infolge von Starkregenereignissen.
Ohne Eigenvorsorge geht es nicht
Dennoch muss klar sein: Auch die Bevölkerung selbst ist gefragt. Denn ohne Eigenvorsorge geht es nicht. „Wer von Hochwasser betroffen sein kann, ist im Rahmen des ihm Möglichen und Zumutbaren verpflichtet, vorsorglich geeignete Maßnahmen gegen Hochwasserfolgen zu treffen“, erklärt die Leiterin des Sachgebiets Wasserwirtschaft beim Kreis Soest Birgit Dalhoff und verweist auf das Wasserhaushaltsgesetz. Zu dieser Verpflichtung gehört insbesondere, gefährdete Grundstücke so zu nutzen und anzupassen, dass die Schäden eines Hochwassers für Mensch, Umwelt und Sachwerte möglichst gering ausfallen.
Ob eine Immobilie in einem von Hochwasser gefährdeten Gebiet steht, können Hausbesitzerinnen und -besitzer über die Hochwassergefahrenkarte des Landes NRW einsehen, erreichbar über das Portal auf der Seite www.hochwasserkarten.nrw.de. Dort ist auch die Starkregenhinweiskarte zu finden, die Aufschluss gibt über mögliche Überflutungsgebiete. Mit der PegelApp des Kreises Soest steht allen Bürgerinnen und Bürgern zudem kostenlos ein umfangreiches Hochwasserinformationssystem zur Verfügung, das auf sämtliche Gewässer-Pegeldaten aus dem Kreisgebiet zugreift und den jeweils aktuellen Wasserstand anzeigt. Die App ist in allen gängigen App-Stores erhältlich.
Versicherungsschutz prüfen
Hochwasser-Betroffene sollten zunächst ihren Versicherungsschutz und die Versicherbarkeit ihres Grundstücks prüfen, rät Birgit Dalhoff. Rückstauklappen verhindern, dass sich Wasser aus der Kanalisation ins Haus zurückstaut. Wer wiederkehrend Wasser im Keller hat, sollte eine geeignete Pumpe und einen ausreichend langen Schlauch vorhalten und darüber hinaus über einen Pumpenschacht nachdenken, um sich selbst helfen zu können.
„Wer die Möglichkeit hat, das Gelände um sein Haus herum umzugestalten, kann auf diesem Wege Wasser vom Gebäude weg- oder um das Gebäude herumleiten“, nennt Birgit Dalhoff eine weitere Möglichkeit, um Hochwasserschäden zu vermeiden. Auch erhöhte Hauseingänge machen es dem Wasser schwerer einzudringen. Druckdichte Fenster und Türen schützen gefährdete Gebäude zusätzlich. Überdachte Lichtschächte können helfen, Schäden durch Starkregen vorzubeugen. Begrünte Dächer und Fassaden, Beete und Pflanzen tragen ebenfalls zum Schutz vor Überschwemmungen bei, denn sie speichern Wasser und lassen es versickern.
Drohen trotz aller Vorsichtsmaßnahmen, Wassermassen in das Haus einzudringen, sollten Betroffene folgendes beachten:
Wertvolle Tipps zum Schutz vor Hochwasser und Starkregen gibt es auf der Seite des Kreises Soest unter www.kreis-soest.de (in die Suche „Hochwasserschutz“ eingeben). Gut zu wissen: Kündigt sich ein Extremwetterereignis an, bieten die WarnWetter-App des Deutschen Wetterdienstes (DWD) und Warn-Apps wie NINA oder KATWARN ortsbezogene Warnungen und Informationen zu aktuellen Entwicklungen.
Wer draußen von Hochwasser oder Starkregen überrascht wird, sollte besonnen handeln und folgende Hinweise beachten:
Hintergrund: Kampagne #FitFürKrisen
Mit der Kampagne #FitFürKrisen informiert der Kreis Soest über verschiedene Schwerpunkte des Bevölkerungsschutzes und wichtige Maßnahmen zur Vorsorge für Krisen und Katastrophen. Wie sieht ein sinnvoller Notvorrat aus? Was gehört zum Notgepäck? Wie schütze ich mich vor Starkregen- und Hochwasserschäden? Diese und weitere Themen werden auf den Social-Media-Kanälen des Kreises und in Pressemitteilungen aufgegriffen. Viele wertvolle Informationen, wie man sich auf mögliche Krisen und Katastrophen vorbereitet, sind auch auf der Seite www.kreis-soest.de/krisenfall zusammengefasst.
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Vor allem in Lippstadt und Lippetal sind Erinnerungen an das Weihnachtshochwasser 2023 noch lebendig – das Foto zeigt die überflutete Kesseler Straße in Lippetal am 26. Dezember 2023. Doch Starkregen und Hochwasser stellen auch im Sommer eine Gefahr dar. Der Soester Ortsteil Hattrop etwa wurde in den vergangenen Sommern immer wieder infolge von Starkregenfällen überflutet. Archivfoto: Kevin Hoebusch/ Kreis Soest
Gewässerpegel melden den Wasserstand in Echtzeit und sind damit ein zentraler Bestandteil des Hochwasserinformationssystems. Der Kreis Soest unterhält in den heimischen Gewässern 34 eigene Pegel, weitere – unter anderem vom Land NRW und dem Ruhrverband – kommen hinzu. Das Foto zeigt einen Mitarbeiter des Kreises aus dem Sachgebiet Wasserwirtschaft beim Einmessen des Gewässerpegels in der Rosenau in Weslarn auf Höhe des Mühlenwegs. Foto: Jennifer Weber/ Kreis Soest
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