Meldungsdatum: 26.06.2026
Wenn aus Plänen und Ideen Wirklichkeit wird, entsteht Zukunft. Mit dem symbolischen ersten Spatenstich hat die Stadt Winterberg den offiziellen Startschuss für den Erweiterungsbau des Geschwister-Scholl-Gymnasiums gegeben, musikalisch begleitet vom Schulorchester. Rund 19 Millionen Euro investiert die Stadt in eines der größten kommunalen Bauprojekte ihrer jüngeren Geschichte. Auf dem Schulgelände entsteht in den kommenden Jahren ein viergeschossiger Erweiterungsbau mit modernen Unterrichtsräumen und einem multifunktionalen Mehrzweckraum.
Bürgermeister Michael Beckmann begrüßte unter anderem Schulleiter Ulrich Cappel, Vertreterinnen und Vertreter des Kollegiums, Elternvertreter, Schülervertreterinnen und Schülervertreter, das Schulorchester, Mitglieder des Rates und den Ortsvorsteher Winterbergs, die Bürgermeister der Städte Hallenberg und Medebach, die am Projekt beteiligten Architekten, Fachplaner und Projektsteuerer und Nachbarn.
„Ein Spatenstich ist weit mehr als der Beginn eines Bauprojekts. Heute setzen wir ein klares Zeichen dafür, welchen Stellenwert Bildung für unsere Stadt hat“, betonte Beckmann.
Vier Jahre Planung und intensive Abstimmung
Der Baubeginn markiert zugleich den Abschluss einer fast vierjährigen intensiven Planungs- und Entscheidungsphase. Seit den ersten Überlegungen zur Umsetzung der Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium (G9) wurden unterschiedliche Varianten entwickelt, geprüft und gemeinsam mit Politik, Schulleitung und der eigens eingerichteten Arbeitsgruppe Schulentwicklung intensiv diskutiert.
„Demokratie zeigt sich auch darin, dass man kontrovers diskutiert, Argumente austauscht und am Ende gemeinsam Entscheidungen trifft. Genau diesen Weg sind wir bei diesem Projekt gegangen“, sagte Beckmann. Sein Dank galt insbesondere den Mitgliedern des Rates, der Arbeitsgruppe Schulentwicklung, der Schulleitung, dem Kollegium sowie allen Planungsbeteiligten für die konstruktive Zusammenarbeit.
Übergangslösung und Zeitplan bis 2029
Der Erweiterungsbau wird durch den regionalen Schulkonsens aus dem Jahr 2016 der Städte Hallenberg, Medebach und Winterberg und durch die Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium erforderlich. Bereits zum kommenden Schuljahr soll ein Holzmodulbau zusätzliche Unterrichtsräume als Interimslösung, bis der Erweiterungsbau zum Schuljahr 2028/2029 fertiggestellt sein soll, schaffen.
Bedeutung für Schule und Schulgemeinschaft
Auch Schulleiter Ulrich Cappel zeigte sich über den Start der Bauarbeiten erfreut: „Seit Jahren arbeiten wir gemeinsam daran, das Geschwister-Scholl-Gymnasium zukunftsfähig aufzustellen. Der heutige Spatenstich ist ein wichtiger Meilenstein – für unsere Schülerinnen und Schüler, für das Kollegium und für die gesamte Schulgemeinschaft. Jetzt wird sichtbar, worauf wir lange gemeinsam hingearbeitet haben.“
Investition in Bildung und Zukunft
In seiner Ansprache machte Bürgermeister Beckmann deutlich, dass sich die Investition nicht allein in Zahlen messen lasse: „19 Millionen Euro sind viel Geld. Aber der Wert einer Schule bemisst sich nicht an ihren Baukosten, sondern an dem, was aus den jungen Menschen wird, die sie besuchen: an den Fähigkeiten, die sie erwerben, an den Chancen, die sie erhalten und an dem Beitrag, den sie später für unsere Stadt, unsere Region und unsere Gesellschaft leisten.“
Als Ärztinnen und Ärzte, Ingenieurinnen und Ingenieure, Handwerkerinnen und Handwerker, Unternehmerinnen und Unternehmer, Lehrkräfte oder in vielen anderen Berufen würden sie Verantwortung übernehmen und Zukunft gestalten. „Gute Schulen schaffen dabei nicht nur Bildung, sondern auch Heimatverbundenheit. Wer sich gerne an seine Schulzeit erinnert, erinnert sich oft auch gerne an den Ort, an dem er aufgewachsen ist. Deshalb investieren wir heute nicht nur in Unterrichtsräume, sondern auch in die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt und unserer Region“, so Beckmann.
Regionale Bedeutung und politische Perspektiven
Der Bürgermeister verwies zudem auf die besondere Rolle des Geschwister-Scholl-Gymnasiums als regionaler Schulstandort. Viele Schülerinnen und Schüler kommen aus den Nachbarkommunen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Beratungen zum Schulrecht in Nordrhein-Westfalen sprach er sich dafür aus, die finanziellen Folgen für ländliche Schulträger stärker zu berücksichtigen. Insbesondere die Schülerfahrtkosten müssten künftig angemessener in den Blick genommen werden.
Werte der Namensgeber als Leitbild
Zum Abschluss erinnerte Beckmann an die Namensgeber der Schule. Sophie und Hans Scholl stünden für Zivilcourage, Verantwortungsbewusstsein und den Einsatz für demokratische Werte. Gerade in einer Zeit, in der Demokratie und gesellschaftlicher Zusammenhalt wieder stärker herausgefordert würden, seien diese Werte aktueller denn je.
Mit dem Spatenstich beginnt nun die sichtbare Bauphase eines Projekts, das den Bildungsstandort Winterberg langfristig stärken und jungen Menschen auch künftig beste Voraussetzungen für ihren Bildungsweg bieten wird.
Stadt Winterberg
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