Nr. 222 Kreis Steinfurt, 14. Juli 2026
Kreis Steinfurt. Eine Region, die für Menschen attraktiv sein möchte, braucht einen attraktiven Öffentlichen Personennahverkehr, abgestimmt auf die sich verändernden Mobilitätsbedürfnisse der Bevölkerung. Diese Aufgabe fällt unter anderem dem Kreis Steinfurt zu. Hier gibt es insgesamt 188 Buslinien. Eine davon ist die seit dem 1. Januar neu eingerichtete RegioBus-Linie R12 Recke – Hopsten – Dreierwalde – Rheine. Diese haben Studierende der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung NRW nun genauer unter die Lupe genommen. Im Rahmen einer Projektarbeit ging es ihnen darum, die Nutzung und Wahrnehmung der Linie zu analysieren und konkrete Verbesserungsvorschläge für den öffentlichen Nahverkehr zu erarbeiten. Die Ergebnisse können sich sehen lassen.
Ein zentrales Element der Untersuchung war eine umfassende Fahrgastbefragung, die gezielt auf die Bedürfnisse und Wünsche der Fahrgäste einging und etwa Themen wie den Hauptzweck der Fahrt, die Nutzungshäufigkeit, das Umsteigeverhalten, die genutzte Ticketart oder die Bewertung wichtiger Kriterien wie Anschlüsse, Fahrpreise, Betriebszeiten und dergleichen umfasste.
Die Studentinnen und Studenten präsentierten ihre Ergebnisse jetzt Vertreterinnen und Vertretern des Kreises Steinfurt, der Regionalverkehr Münsterland GmbH und der Hochschule. Es wurde deutlich, dass die neue Linie R12 bereits nach einem halben Jahr im Fahrbetrieb eine wichtige und akzeptierte Verbindung im Kreis Steinfurt ist. Die größten Potenziale liegen demnach in einer verbesserten zeitlichen Verfügbarkeit, flexiblen Mobilitätsangeboten, einer besseren Infrastruktur sowie in einer optimierten Fahrgastinformation und Kommunikation.
Die Studierenden fanden heraus, dass besonders die Anschlüsse in Recke und Rheine von den Fahrgästen gut angenommen werden. Sie schätzen außerdem, dass der Bus in Recke als Linie R26 nach Ibbenbüren weiterfährt, ohne dass ein Umstieg erforderlich ist.
Genutzt wird die Linie R12 vor allem von Schülerinnen und Schülern aus Hopsten und Dreierwalde, die Schulen in Rheine besuchen, sowie von Schülerinnen und Schülern aus Dreierwalde und Recke, die nach Hopsten zur Schule fahren. Die Auslastung der Linie schwankt zu unterschiedlichen Tageszeiten. Das sei nach den Ausführungen der Studierenden ein typisches Phänomen bei neuen ÖPNV-Angeboten. Eine stabile Nachfrage werde erfahrungsgemäß erst nach etwa zwei Jahren erwartet.
Insgesamt werde die Linie sehr gut angenommen und als leistungsfähiges Angebot bewertet. Trotzdem sehen die Studierenden Entwicklungspotenziale. Demnach sollte die Linie nicht grundlegend verändert, sondern gezielt und schrittweise weiterentwickelt werden. Dabei komme vor allem der Ausbau flexibler Mobilitätsangebote, eine bessere Fahrgastinformation sowie eine Verbesserung der Infrastruktur insbesondere für Radfahrer und Fußgänger zum Tragen.
„Die Ergebnisse der Studienarbeit liefern uns wertvolle Hinweise aus der Perspektive der Fahrgäste. Besonders erfreulich ist, dass unsere neue Buslinie bereits als verlässliches und wichtiges Angebot wahrgenommen wird“, betonte Kreisbaudezernent Carsten Rehers im Nachgang zur Präsentation. Gleichzeitig nehme der Kreis Steinfurt die aufgezeigten Verbesserungspotenziale als wichtige Impulse für die Weiterentwicklung des Angebots mit.
Thomas Ladenthin, stellvertretender Abteilungsleiter Verkehrsmanagement Regionalverkehr Münsterland GmbH, zeigt sich beeindruckt davon, wie wissenschaftliche Analysen konkrete Anregungen für die Kommunale Mobilität liefern können. „Gerade der Blick von außen hilft dabei, bestehende Angebote kritisch zu hinterfragen und Chancen für einen noch attraktiveren öffentlichen Nahverkehr zu erkennen. Solche Kooperationen zwischen kommunalen Unternehmen schaffen einen echten Mehrwert für unsere Region“, befand er.
Dem konnte auch Prof. Dr. Matthias Peistrup von der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung NRW nur zustimmen. „Die Studierenden haben gezeigt, wie sich wissenschaftliche Methoden erfolgreich auf eine praxisrelevante Fragestellung anwenden lassen. Besonders überzeugt hat mich, dass die Ergebnisse nicht nur den aktuellen Stand der Buslinie fundiert beschreiben, sondern daraus auch realistische und umsetzbare Handlungsempfehlungen für die Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs ableiten.“
Das Bild zeigt die Studierenden mit (v.r. stehend) Thomas Ladenthin (RVM), Uta Ahrens (Kreis Steinfurt), Prof. Dr. Matthias Peistrup (Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung NRW) sowie Kreisbaudirektor Carsten Rehers bei der Präsentation der Ergebnisse der Projektarbeit.
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