Meldungsdatum: 15.07.2026
Das sogenannte Arboretum, mit dem beeindruckenden Mammutbaum ist eines der Highlights im Wallenhorster Teil des Kultur- und Landschaftsparks Piesberg. Lisa Marx, Osnabrücker Studentin der Freiraumplanung, absolviert derzeit ein mehrmonatiges Praktikum im Projektbüro Piesberg der Stadt Osnabrück und nimmt dabei das historisch und ökologisch spannende Gebiet näher unter die Lupe. Mit Unterstützung von Cornelia Saure (Leiterin des Projektbüros Piesbergs) und Isabella Markfort (Umweltbeauftragte der Gemeinde Wallenhorst) recherchiert sie die Entwicklung des kleinen, aber feinen „Lechtinger Parks“ von einer Obstwiese des früheren Bergwerksdirektors Johann Rudolf Pagenstecher zu einem Villengarten, bis hin zum jetzigen Ausflugsziel im Kultur- und Landschaftspark. Auch das angrenzende Grundstück der Gemeinde Wallenhorst, auf dem früher das Café Hindenburg stand, wird in die Betrachtungen einbezogen. Ziel ihrer Untersuchungen ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie diese beiden Flächen mittelfristig weiterentwickelt und miteinander verknüpft werden könnten. Neben der Einbindung der geschichtlichen Bezüge und deren Bedeutung für die frühere Kohlezeche Piesberg (übrigens die nördlichste in ganz Deutschland), soll auch die ökologische Bedeutung im Mittelpunkt stehen.
Ein erster Schritt wurde sogar schon umgesetzt: Das Grundstück zwischen der Bushaltestelle „Mammutbaum“ und dem Arboretum wurde von gebietsfremden und sich stark ausbreitenden Pflanzen - sogenannten invasiven Arten - befreit. Vorher mussten dazu knapp 100 Weinbergschnecken, die als besonders geschützt gelten, mit behördlicher Genehmigung vorsichtig abgesammelt und in einem geschützten Bereich in unmittelbarer Nähe wieder ausgesetzt werden. Damit diese Maßnahme möglichst schnell und für die Tiere stressfrei ablief, waren viele helfende Hände nötig. Im Sinne der guten interkommunalen Zusammenarbeit wurde das Projektteam von den Auszubildenden des Osnabrücker Servicebetriebes sowie den Ehrenamtskoordinatoren der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Osnabrück, Annabell und Hendrik Hemmes, unterstützt.
Warum auf diesen Flächen so viele Weinbergschnecken leben, lässt sich nur vermuten. Vielleicht gibt es auch hier einen historischen Zusammenhang: Der Bergwerksdirektor Pagenstecher betrieb auf dem Nachbargrundstück im 19. Jahrhundert ein Zementwerk. Und sowohl bei der Zementherstellung als auch bei der Entwicklung von Schneckenhäusern ist Kalk der Grundstoff. Diesen und anderen Fragen möchte das Team weiter auf den Grund gehen und hofft dabei auch auf Mithilfe aus der Bevölkerung.
Aufruf: Historische Dokumente gesucht!
Zur Rekonstruktion der historischen Nutzung des Lechtinger Parks und des angrenzenden Grundstücks sucht das Team Fotos, Karten oder Dokumente aus der Zeit zwischen 1860 und 2000. Wer solche Unterlagen besitzt und für die Recherchen zur Verfügung stellen möchte, kann sich per E-Mail an Lisa Marx (marx@osnabrueck.de) oder Isabella Markfort (markfort@wallenhorst.de) wenden.
Pressekontakt: Simon Vonstein | Tel.: 0541 3234557 | E-Mail: vonstein@osnabrueck.de
Knapp 100 Weinbergschnecken brachten die Auszubildenden und Mitarbeiter des Osnabrücker Servicebetriebes gemeinsam mit dem Projektbüro Piesberg der Stadt Osnabrück und den Ehrenamtskoordinatoren der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Osnabrück an einen sicheren Ort (Foto: Stadt Osnabrück). Anschließend konnten der Japanische Staudenknöterich und die Amerikanische Goldrute professionell entfernt werden.
Weinbergschnecken sind in Deutschland eine besonders geschützte Art und dürfen nur mit behördlicher Genehmigung eingesammelt werden.
Sämtliche Texte und Fotos können unter Angabe der Quelle frei veröffentlicht werden, Belegexemplare sind willkommen.
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