Meldungsdatum: 17.07.2026

EHEC-Infektionen vorbeugen

Hygienetipps für den Alltag

Ob Ausflug auf den Bauernhof, Besuch im Streichelzoo oder Urlaub auf dem Land – in den Sommerferien verbringen viele Familien Zeit in der Natur. Damit die schönen Erlebnisse unbeschwert bleiben, empfiehlt der Fachbereich für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung, einige einfache Hygieneregeln zu beachten. So lässt sich das Risiko einer Infektion mit Krankheitserregern wie EHEC wirksam minimieren.

Nach einem Besuch auf dem Bauernhof wie auch im Streichelzoo empfiehlt der Fachbereich für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung, die Hände gründlich zu waschen. Denn die Gefahr in Form des EHEC-Bakteriums kann auch in den Ausscheidungen von Wiederkäuern wie Rindern, Schafen und Ziegen sowie verunreinigter Erde schlummern. „Vor allem vor dem Verzehr von Speisen und Getränken sollte man sich die Hände gründlich mit Wasser und Seife waschen und sorgfältig abtrocknen“, rät Dr. Dirksen.

 

Doch nicht nur der Kontakt mit Tieren kann ein Infektionsrisiko bergen. Auch beim Verzehr bestimmter Lebensmittel ist Vorsicht geboten. „Rohmilch kann mit Krankheitserregern wie EHEC belastet sein“, sagt Dr. Anja Dirksen, Leiterin des Fachbereichs Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung. EHEC-Infektionen können neben schweren Durchfällen kolikartige Bauchschmerzen, Erbrechen und Fieber verursachen. Ein lebensbedrohlicher Verlauf ist ebenso wenig auszuschließen wie bleibende Schäden.

 

Gefährdet sind vor allem Personen mit nicht ausgebildeter oder geschwächter Immunabwehr – beispielweise Säuglinge, Kleinkinder, Schwangere sowie alte und kranke Menschen. Kinder unter fünf Jahren sind besonders häufig von schwer verlaufenden EHEC-Erkrankungen mit blutigem Durchfall oder HUS (Hämolytisch-urämisches Syndrom) betroffen. Daher wird in diesem Alter dringend von dem Verzehr von Rohmilch und Rohmilchprodukten abgeraten.

 

Wegen dieses Risikos ist der Verkauf von Rohmilch beispielsweise in Supermärkten grundsätzlich verboten. Eine Ausnahme gilt für die Abgabe von „Milch ab Hof“. „Landwirte, die Milch ab Hof anbieten, müssen an der Abgabestelle allerdings den deutlichen Hinweis ‚Rohmilch, vor dem Verzehr abkochen‘ anbringen“, erläutert Dr. Dirksen. Außerdem müssen sie der zuständigen Behörde die Abgabe zuvor angezeigt haben.

 

Durch das starke Erhitzen werden krankmachende Keime wie EHEC oder das Bakterium Campylobacter abgetötet, das in Deutschland zu den häufigsten Erregern von Durchfallerkrankungen zählt. Dafür muss allerdings für mindestens zwei Minuten eine Temperatur von 70 Grad Celsius oder höher erreicht werden. Wer auf pasteurisierte und ultrahocherhitzte Milch und Milchprodukte zurückgreift, geht in jedem Fall auf Nummer sicher. 

 

Hintergrund:

Der effektivste Schutz vor einer Infektion ist die ausreichende Hygiene. Deshalb sollten folgende Grundregeln bei der Zubereitung von Speisen unbedingt eingehalten werden:

 

Weitere Informationen zum Schutz vor Lebensmittelinfektionen gibt es auf der Internetseite des Kreises unter www.kreis-unna.de, Suchbegriff: Lebensmittelinfektionen. Informationen zu meldepflichtigen Erkrankungen wie EHEC finden sich ebenfalls unter www.kreis-unna.de, Suchbegriff: Infektionskrankheiten und auf der Internetseite des Bundesinstituts für Risikobewertung:

Schutz vor EHEC: Sorgfältiger Umgang mit Rohmilch, rohem Fleisch und Sprossen notwendig - BfR

Verbrauchertipps: Schutz vor Lebensmittelinfektionen im Privathaushalt - Merkblatt des BfR (Stand 2020)

 

PK | PKU

Pressekontakt: Jana Röhrig | 0 23 03 27 – 18 13 | Jana.Roehrig@kreis-unna.de