Meldungsdatum: 16.07.2026
Diese Verhaltensregeln sollten Parkbesuchende einhalten
In den städtischen Parkgewässern sterben derzeit auffällig viele Wasservögel, insbesondere im Umfeld der Schlossteiche Wickrath. Aktuell besteht der Verdacht auf Vogelbotulismus. Eine schwere Erkrankung, die durch das Bakterium Clostridium botulinum ausgelöst wird und bei Vögeln zu Lähmungen und Tod führt. Weitere Tests müssen den Verdacht noch final bestätigen. Für Menschen und Haustiere besteht keine Gefahr, solange wichtige Grundregeln eingehalten werden.
Nicht füttern, Kadaver nicht berühren und Hunde anleinen
Die einzige wirksame Maßnahme, um die Ausbreitung des Bakteriums zu verlangsamen, ist auf das Füttern zu verzichten. Die Stadt bittet deshalb nochmals eindringlich darum, das Füttern von Vögeln oder anderen Tieren an den Gewässern unbedingt zu unterlassen! Auch unabhängig von der aktuellen Situation brauchen die Tiere kein Zusatzfutter. Vielmehr werden sie regelmäßig krank davon.
Kadaver bieten den Bakterien ein ideales Milieu und sind der entscheidende Auslöser für die Verbreitung von Botulismus. Verstorbene oder erkrankte Tiere dürfen auf keinen Fall selbstständig berührt und entnommen werden. Auch Hunde sind davon fernzuhalten. In den betroffenen Bereichen herrscht generell Leinenpflicht und es ist unbedingt darauf zu achten, dass Hunde nichts aus den Gewässern aufnehmen.
Was ist Vogelbotulismus – und wie kann es dazu kommen?
Der Verdacht auf Vogelbotulismus liegt derzeit aus unterschiedlichen Gründen nahe. Zum einen konnten Untersuchungen an verendeten Tieren keine Geflügelpestviren nachweisen – sodass die Wahrscheinlichkeit für diese Krankheit gering ist. Für Vogelbotulismus hingegen herrschen optimale Bedingungen. Denn Ausbrüche von Vogelbotulismus kommen vor allem in nährstoffreichen Gewässern während langer Hitzeperioden vor. Die aktuelle Hitze lässt Wasserstände sinken und erwärmt die Gewässer. Das menschliche Füttern erhöht den Nährstoffeintrag. All das begünstigt das Wachstum der Botulismus-Bakterien. Nach einem solchen Ausbruch dieser Krankheit bleibt aufgrund der hohen Sporenkonzentration im Gewässer auch in den folgenden Jahren ein erhöhtes Risiko für Botulismus bestehen.
Die widerstandsfähigen Sporen der Bakterien, die zunächst harmlos sind, kommen fast überall vor. Sie vermehren sich aber nur unter sauerstoffarmen Bedingungen und bei hohen Temperaturen. Dabei produzieren die Bakterien ein hochgiftiges Stoffwechselprodukt. Insektenlarven, kleine Krebstiere oder Würmer können große Mengen des Toxins aufnehmen, ohne dabei Schaden zu nehmen. Besonders betroffen von Botulismus sind jedoch Wasservögel, die in schlammigen oder schlickhaltigen Bereichen diese vergiftete Nahrung zu sich nehmen. Die verendeten Tiere werden derzeit in Laboren tierseuchenmedizinisch untersucht, um weitere Ursachen auszuschließen.
Die städtischen Fachbereiche für Umwelt, Tiergesundheit, Gesundheit sowie mags befinden sich derzeit im intensiven Austausch. Zudem besteht ein direkter Dialog mit der Bezirksregierung Düsseldorf sowie dem Landesamt für Natur, Umwelt und Klima (LANUK), dem der Fachbereich Umwelt die aktuelle Situation in Form eines sogenannten „Umweltalarms“ angezeigt hat. Die Lage wird kontinuierlich überwacht, und weitere Informationen folgen, sobald neue Erkenntnisse vorliegen.
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