Meldungsdatum: 22.07.2026

So sieht es in der neuen Gesamtschule aus

Ab September startet der Schulbetrieb im Interimsgebäude an der Breite Straße. Ein Rundgang durchs Gebäude zeigt, wie die Arbeiten im Zeitplan liegen und warum von einem Provisorium nichts zu spüren ist.

Die 108 Schülerinnen und Schüler des Gründungsjahrgangs waren bereits Mitte Juli mit ihren Familien eingeladen. Nun hat die Stadtverwaltung auch Medienvertretern einen Einblick in das Gebäude der neuen Gesamtschule an der Breite Straße gegeben, in dem Anfang September der Schulbetrieb startet. Ein Rundgang.

„Leuchtende Augen“ hätten die Kinder und ihre Eltern beim Besuch gehabt, berichten Holger Wildemann und Britta Grote-Vent aus dem Schulvorbereitungsteam. Warum, das wird beim Presserundgang schnell deutlich. Denn das Gebäude auf Zeit, das später durch einen Massivbau auf dem Grundstück ersetzt wird, wirkt alles andere als provisorisch. Nicht nur setzt das Interim alle Anforderungen an ein modernes Schulgebäude um. Auch ist das pädagogische Konzept der Schule bereits in dem Übergangsbauwerk „Raum geworden“, wie Wildemann betont.

„Wir hatten hier die Gelegenheit, einmal eine Schule aus einem Guss zu entwickeln. Und das ist dank einer tollen Zusammenarbeit zwischen Gebäudemanagement, Schulverwaltung und dem pädagogischen Schulvorbereitungsteam gut gelungen. Es macht Freude, hier hereinzukommen“, findet auch Dr. Sascha Derichs, Fachbereichsleiter Schule und Sport.

Ein Neubau in Höchstgeschwindigkeit

Dass sich das Schulgebäude aus insgesamt 167 Containern zusammensetzt, muss man sich im Innern regelrecht ins Gedächtnis rufen. Denn trotz der Modulbauweise gibt es ein offenes Foyer mit Sitztribüne, eine Mensa oder bis zu 90 m² große Fachräume. Wände, Decken und Bodenbeläge stehen einem dauerhaften Gebäude in nichts nach. Da braucht es schon Details wie ein gelegentliches Schwingen des Bodens bei kräftigem Auftreten, um sich zu vergegenwärtigen, dass man in einem Containergebilde steht, das auf Punktfundamenten aufliegt.

Selbst technisch ist das Gebäude auf dem neuesten Stand: Es erfüllt die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes, hat eine Photovoltaik-Anlage mit 30 kWp auf dem Dach, kann klimatisiert werden und verfügt über eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. „Fenster kann man öffnen – muss es aber nicht. Vor allem im Hinblick auf die Bauarbeiten für den Zielbau, die natürlich Lärm und Staub bedeuten, ist das ein wichtiger Aspekt“, erklärt Projektleiterin Valeria Ziebart vom Gebäudemanagement (gmmg).

„Entstanden ist all das unter enormen Zeitdruck“, betont gmmg-Betriebsleiter Raimund Eckers. Erst im Juni 2025 wurde politisch der Durchführungsbeschluss gefasst. Im November konnte die Baufirma beauftragt werden, im Februar war Baubeginn. Insgesamt 3.000 m² Bruttogrundfläche beinhaltet das provisorische Gebäude. „Man kann sehen, dass wir bis September fertig werden. Ein großes Kompliment an das Projektteam und die Firma FAGSI, die hier richtig Gas gegeben haben“, sagt Eckers.

Neue Klassenräume – und noch viel mehr

Der zweigeschossige L-förmige Bau liegt mit dem kurzen Schenkel direkt an der Breite Straße. Der Haupteingang ist auf der Schulhofseite, die über die Zufahrt westlich vom Gebäude, also am langen Gebäudeschenkel entlang, erreicht werden kann. Auf dem 4.000 Quadratmeter großen Schulhof befinden sich bereits Sitz- und Pflanzelemente, ein großer Bereich mit Spielgeräten und spiralförmige Fahrradständer. Der Rasen ist frisch ausgesät, sodass es bis September auch noch etwas grüner auf dem Schulhof werden wird.

Im Gebäudeinnern wurden acht allgemeine Unterrichtsräume umgesetzt, sodass Platz für zwei Schuljahrgänge à vier Klassen ist. Dazu kommen drei Differenzierungsräume, die von den Klassenräumen aus unmittelbar zu erreichen sind. Sie sind ein flexibel nutzbares, zusätzliches Raumangebot, das etwa dazu dient, bei Gruppenarbeiten auszuweichen oder unterschiedliche Lernaufgaben räumlich getrennt durchzuführen. Die Flexibilität zeigt sich auch im Mobiliar: Kleine höhenverstellbare Tische mit Rollen sind als Lehrerpulte im Einsatz. Zusätzlich gibt es zwei höhenverstellbare Tische pro Klasse. „Manchmal ist es auch für einzelne Schülerinnen und Schüler besser, stehen zu können. Wir haben hier die Möglichkeit, pädagogisch auf dieses körperliche Bedürfnis einzugehen“, erklärt Wildemann.

Der Unterrichtsraum für Kunst und Musik wartet noch auf seine Einrichtung. Und auch im naturwissenschaftlichen Fachraum ist es derzeit noch gänzlich leer. Doch auch hier sind das Mobiliar und die Lehrmittel schon bestellt. Von Mikroskopen bis hin zu Tierpräparaten ist alles dabei. Nahezu voll ausgestattet ist hingegen der Raum für den Technik-Unterricht. Hier stehen Werkbänke für die Schülerinnen und Schüler, hier warten Schleifmaschine, Schraubzwingen und Stechbeitel auf ihren Einsatz. Auch in der Lehrküche stehen Herd und Ofen, Spülen und Kühlschränke bereit und können nach abschließenden Installationsarbeiten genutzt werden.

Besonders farbenfroh geht es in der Bücherei zu. Während die Bücher noch nicht angekommen sind, stehen farbige Sitzelemente in orange und blau im Raum verteilt. Schallschutzelemente an den Seiten einiger Sitzbänke sorgen für eine konzentrierte Leseatmosphäre. Im pädagogischen Konzept ist vorgesehen, dass auch die Bücherei als Unterrichtstraum mit genutzt werden kann. Vor allem für das Selbststudium sind hingegen die offenen Lernbereiche gedacht: Große Flurflächen, in denen später Sitzwürfel stehen sollen.

Gemütlich sieht es im Raum für die Schulsozialarbeit aus. Und das ist kein Zufall. Die Couches und Sessel, die rund um einen kleinen Glastisch angeordnet sind, schaffen eine nicht-konfrontative Wohlfühlatmosphäre – ideal etwa für Streitschlichtungsgespräche. Auch eine therapeutische Liege ist bestellt. Sie wird sich, ebenso wie eine Sprossenwand zum Klettern, im Psychomotorikraum befinden. In diesem sollen auch therapeutische Behandlungen wie Ergotherapie oder Logopädie ermöglicht werden. Beispiele wie diese verdeutlichen, dass ein neuer Schulbau, der modernen Standards entspricht und pädagogischen Leitlinien folgt, eben weit mehr ist als aneinandergereihter Unterrichtsraum. Und dass die Gesamtschule an der Breite Straße bereits mit dem Interimsgebäude einen vollwertigen Schulbau erhält.

So geht es weiter mit der neuen Gesamtschule

Derzeit wird auf der Baustelle noch fleißig gepinselt, gegärtnert, die Elektrik angeschlossen und das Gebäude möbliert. Am 2. September wird die Schule dann feierlich eröffnet und der Schulbetrieb beginnt. Bis spätestens 2029 soll auf der derzeit unbebauten Grundstücksfläche der erste Bauabschnitt des permanenten Schulgebäudes errichtet werden. Anschließend kann auf dem Baufeld, wo jetzt das Interim steht, der zweite Bauabschnitt angegangen werden. Geplant ist, dass die Gesamtschule an der Breite Straße im Endzustand als sechszügige Gesamtschule Raum für rund 1.200 Schülerinnen und Schüler bietet.


Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgende Medien anbieten:

7GE_Gruppenfoto

©  Stadt MG
7GE_Gruppenfoto

Sie präsentierten das Schulgebäude (erste Reihe, v.l.): Valeria Ziebart, Raimund Eckers, Oksana Drozdov (alle gmmg) und Sascha Derichs (Schule und Sport) sowie (zweite Reihe, v.l.): Daniel Sommer (gmmg), Dennis Prudlik, Svenja Henßen (beide Schule und Sport) und Holger Wildemann mit Britta Grote-Vent (beide Schulvorbereitungsteam) (© Stadt Mönchengladbach).


7GE_Schulhof und Eingang

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7GE_Schulhof und Eingang

Der Eingang ins Gebäude liegt auf der Schulhofseite (© Stadt Mönchengladbach)


7GE_Lehrküche

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7GE_Lehrküche

Die Lehrküche ist bereits voll eingerichtet. (© Stadt Mönchengladbach)


7GE_Werkraum

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7GE_Werkraum

Im Werkraum warten Schleifmaschine, Schraubzwingen und Stechbeitel auf ihren Einsatz. (© Stadt Mönchengladbach)


7GE_Sitzelement Bibliothek

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7GE_Sitzelement Bibliothek

Sitzelemente mit Schallschutz verleihen der Schulbücherei Farbe und sorgen für eine konzentrierte Leseatmosphäre. (© Stadt Mönchengladbach)


7GE_Raum für Schulsozialarbeit

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7GE_Raum für Schulsozialarbeit

Die Sitzgruppe im Raum für Schulsozialarbeit schafft eine nicht-konfrontative Wohlfühlatmosphäre – ideal etwa für Streitschlichtungsgespräche. (© Stadt Mönchengladbach)