Meldungsdatum: 22.07.2026

Ersthelfer-App: Feuerwehr zieht positive Bilanz und baut Angebot aus

Neue Defibrillatoren bei Polizei und Freiwilliger Feuerwehr | Fallbeispiel zeigt Bedeutung schneller Hilfe

Sieben Monate nach dem Start der Ersthelfer-App „Region der Lebensretter 3.0“ zieht die Feuerwehr Mönchengladbach eine positive Zwischenbilanz. Bei einer Pressekonferenz am Donnerstag, 16. Juli, stellte sie außerdem zwei neue Projekte vor. Ein Fallbeispiel aus der Praxis zeigte zusätzlich die Bedeutung schneller Hilfe bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand.

Die Feuerwehr hat seit der Einführung der App 141 Reanimationen im Stadtgebiet betreut. In 131 Fällen alarmierte die Integrierte Leitstelle zusätzlich Ersthelfende. Bei 128 Einsätzen konnten mindestens drei Ersthelfende entsendet werden. Nur in drei Fällen standen keine Ersthelfenden zur Verfügung. Die App alarmiert qualifizierte Personen in der Nähe eines Notfallortes. Diese können bereits mit Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen, bevor der Rettungsdienst eintrifft. Bis zu vier Ersthelfende übernehmen dabei unterschiedliche Aufgaben. Die App zeigt ihnen auch registrierte Defibrillatoren in der Umgebung an.

Die Feuerwehr und das Polizeipräsidium Mönchengladbach erweitern nun ihre Zusammenarbeit. Im Rahmen eines Pilotprojekts erhalten zehn Funkstreifenwagen Automatisierte Externe Defibrillatoren. Die Feuerwehr hat Polizeikräfte im Umgang mit den Geräten geschult. Nach Abschluss der Schulung können sie sich als qualifizierte Ersthelfende in der App registrieren.

Auch das Netz öffentlich zugänglicher Defibrillatoren wird ausgebaut. Derzeit sind rund 60 Geräte im Stadtgebiet registriert. Viele befinden sich jedoch in Gebäuden und sind nur während der Öffnungszeiten erreichbar.

Die Feuerwehr hat deshalb eine international anerkannte Aufbewahrungsbox für den öffentlichen Raum im Mönchengladbacher Stadtdesign entwickelt. Sie schützt die Geräte vor der Witterung und ermöglicht einen Zugriff rund um die Uhr. Als ersten Schritt stattet die Feuerwehr alle 20 Gerätehäuser der Freiwilligen Feuerwehr mit einer solchen Box und einem Defibrillator aus.

Wie wichtig schnelle Hilfe ist, zeigte ein Einsatz am Samstag, 3. Januar. Ein 50-jähriger Mann erlitt nach einem Herzinfarkt einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Die Leitstelle alarmierte unter anderem drei Ersthelfende. Durch das Zusammenspiel der Ersthelfenden, der Polizei, der Feuerwehr, des Rettungsdienstes und des Krankenhauses konnte der Patient erfolgreich wiederbelebt werden.

Bei der Pressekonferenz ordneten die Beigeordnete Silke Wehmhörner, Feuerwehrleiter Dirk Schattka, Polizeipräsident Stephan Zenker, Polizeidirektor Alexander Stoll und der Ärztliche Leiter des Rettungsdienstes, Dr. Marc Deußen, die bisherigen Erfahrungen ein.

Über das Fallbeispiel berichteten die Ersthelfer Dirk Gilleßen und Syit Karaoglu, die Feuerwehreinsatzkräfte Marc Schüren und Anja Wulf, die Polizisten Justin Leuer und Anna Reif sowie Notfallsanitäter Jan Valentin. Die medizinische Versorgung erläuterte Prof. Dr. med. Emmanuel Chorianopoulos, Chefarzt der Klinik für Kardiologie der Maria Hilf Kliniken. Auch der betroffene Patient Ingo Frank und seine Ehefrau Sandra Fuchs-Frank schilderten ihre Perspektiven.


Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgendes Medium anbieten:

Pressekonferenz_Bilanz_Lebensretter App

©  Feuerwehr MG
Pressekonferenz_Bilanz_Lebensretter App

Feuerwehr und Polizei erweitern ihre Zusammenarbeit. Zehn Funkstreifenwagen erhalten Automatisierte Externe Defibrillatoren. (v.l.n.r. Alexander Stoll, Stephan Zenker, Dr. Marc Deußen, Silke Wehmhörner, Dirk Schattka © Feuerwehr MG)