Nr. 265 Kreis Steinfurt, 31. Juli 2026

Ferien-Praktikumswochen NRW im Kreis Steinfurt bieten Hilfe bei der Entscheidung zur beruflichen Zukunft

Praktikantin schnuppert gemeinsam mit NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann in ungewöhnlichen Handwerksberuf

Kreis Steinfurt/Greven. Sommerzeit ist Ferienzeit? Für Maike Henning ist Praktikumszeit. Die 18-Jährige hat sich entschieden, die Sommerferien zu nutzen, um sich in verschiedenen Berufen auszuprobieren. Über das Portal der Ferien-Praktikumswochen NRW hat es gleich sieben Mal gematched. Ihr zweiter Praktikumstag führt sie nach Greven in das Unternehmen D.W. Werbung GmbH. Einen Tag darf sie dort in den Beruf der Schilder- und Lichtreklameherstellerin hineinschnuppern. Dabei ist sie nicht allein, auch NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann schaut vorbei.

Der Lichtreklamehersteller D.W. Werbung beschäftigt 45 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und blickt auf eine mehr als 30-jährige Firmengeschichte zurück. Was einst in der Garage der Mutter des geschäftsführenden Gesellschafters Daniel Wipprecht begann, entwickelte sich zu einem modernen Familienbetrieb. Von der Planung bis zur Montage deckt das Unternehmen das gesamte Spektrum der Werbetechnik ab.

Viele Menschen kennen Berufe wie Lackierer oder Elektriker, doch die Ausbildung zum Schilder- und Lichtreklamehersteller sei deutlich weniger präsent. Gerade weil der Beruf so wenig bekannt ist, gestaltet sich die Suche nach Fachkräften schwierig. „Es ist gar nicht so leicht, ausgebildete Fachkräfte zu finden. Deshalb müssen wir unseren Nachwuchs selbst ausbilden. Teilweise kommen auch Quereinsteiger aus anderen Handwerksberufen zu uns“, erklärt der technische Geschäftsführer Florian Schwesig.

Die Ferien-Praktikumswochen NRW sind in diesem Zusammenhang eine gute Gelegenheit, Nachwuchs zu finden. Wie erfolgreich dieser Weg sein kann, zeigen die Beispiele von Lisa Pröbsting und Konstantin Deringer. Beide absolvierten einst ein Praktikum bei der D.W. Werbung GmbH, entschieden sich anschließend für eine Ausbildung im Betrieb und gehören noch heute seit 20 beziehungsweise 15 Jahren zum Unternehmen. Lisa Pröbsting leitet inzwischen den Bereich Folientechnik und ist zudem für das Personalwesen verantwortlich. Während des Praktikumstags begleitet sie die Jugendlichen durch die verschiedenen Arbeitsbereiche.

Die Ausbildung zur Schilder- und Lichtreklameherstellerin beziehungsweise zum Schilder- und Lichtreklamehersteller dauert drei Jahre und verbindet Kreativität mit handwerklichem Können sowie moderner Technik. Genau richtig für Maike Henning. Sie darf selbst mit Hand anlegen: beim Fräsen und Formen der 3D-Buchstaben oder beim Auftragen von Folien auf Schilder. Für die Schülerin war das Praktikum eine bewusste Entscheidung. Sie besucht die 12. Klasse mit dem Doppelabschluss „Gestaltungstechnische Assistentin mit Allgemeiner Hochschulreife“ am Beruflichen Gymnasium des Adolph-Kolping-Berufskollegs in Münster. Kreativität gehört zu ihren Hobbys – sie malt und bastelt gerne, verbringt aber ebenso gerne Zeit im Freien oder betätigt sich gemeinsam mit ihrem Vater handwerklich. „Ich habe schon Praktika im Büro gemacht. Die waren auch gut. Aber mir hat immer die Bewegung gefehlt. Deshalb nutze ich in den Ferien die Gelegenheit und probiere mich auch in handwerklichen Berufen aus“, erzählt die 18-Jährige. So wird sie auch Berufe im Sanitärbereich und Labor kennenlernen und einen Tag an der Universität erleben.

„Je früher Schülerinnen und Schüler einen Überblick über ihre beruflichen Möglichkeiten bekommen, desto besser. Praktika bieten jungen Menschen die Gelegenheit, die vielen interessanten Berufe und Branchen Nordrhein-Westfalens kennenzulernen und herauszufinden, was zu ihnen passt. Unser Ziel ist, dass die Ausbildung oder das Studium möglichst unmittelbar im Anschluss an den Schulabschluss beginnt. Die Ferien-Praktikumswochen im Rahmen der Fachkräfteoffensive NRW können dabei helfen, die große Entscheidung zur beruflichen Zukunft besser und informierter zu treffen“, so Arbeitsminister Karl-Josef Laumann.

Noch bis zum kommenden Dienstag, 4. August, können sich Jugendliche ab 15 Jahren über das Portal der Praktikumswoche Kreis Steinfurt unter https://praktikumswoche.de/steinfurt für die Praktikumstage in einem regionalen Unternehmen anmelden. Weitere Informationen gibt es beim Bildungsbüro Kreis Steinfurt unter www.kreis-steinfurt.de/kaoa.


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Gruppenbild

©  Kreis Steinfurt/Dorothea Böing
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Im Rahmen der Ferien-Praktikumswochen war NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (4. v. l.) jetzt zu Besuch beim Lichtreklamehersteller D.W. Werbung in Greven. Dort verschaffte er sich mit Dr. Jens Stuhldreier (Leiter des Referats Berufliche Orientierung, Übergang Schule-Beruf im MAGS NRW, 2. v. l.) einen Überblick und schnupperte gemeinsam mit Praktikantin Maike Henning (5. v. l.) in den Handwerksberuf hinein. Begleitet wurden sie dabei vom technischen Geschäftsführer bei D.W. Werbung, Florian Schwesig (2. v. r.), Lisa Pröbsting (Betriebsleitung Folientechnik und Personalwesen, r.) und Mitarbeiter Konstantin Deringer (l.). Ebenfalls beim Termin dabei waren Sara Morais Teixeira (3. v. l.) und Sylvia Greshake vom Bildungsbüro, Kreis Steinfurt, sowie Malte Bürger, Geschäftsführer von „stafftastic GmbH“ und Betreiber des Portals Praktikumswochen, über das die Bewerbung für die Praktikumsplätze erfolgt.


Selbst Hand angelegt

©  Kreis Steinfurt/Dorothea Böing
Selbst Hand angelegt

Praktikantin Maike Henning (2. v. r.) und der Geschäftsführer von „stafftastic GmbH“, Malte Bürger, dürfen unter Anleitung selbst Folie auf Schilder aufbringen.


Selbstversuch des Ministers

©  Kreis Steinfurt/Dorothea Böing
Selbstversuch des Ministers

Auch NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann probiert sich im Beruf des Schilder- und Lichtreklameherstellers aus.