Meldungsdatum: 03.08.2026
Meilenstein für Osnabrück: Die letzten 658 Adressen im Stadtgebiet, die sonst langfristig unversorgt bleiben würden, werden im Rahmen des Förderprogramms „Gigabit 2.0“ an das schnelle Glasfasernetz angeschlossen. Oberbürgermeisterin Katharina Pötter, Staatssekretär Matthias Wunderling-Weilbier vom Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Bauen sowie Peter Richter, Konzernbevollmächtigter der Telekom Nord, markierten am Montag mit einem symbolischen Spatenstich den offiziellen Beginn der Bauarbeiten.
Anlässlich des Termins übergab Staatssekretär Wunderling-Weilbier den Förderbescheid über 1,5 Millionen Euro – das entspricht der vorläufig bewilligten Fördersumme des Landes Niedersachsen für das Bauprojekt. „Eine digitale Infrastruktur zählt heute zur modernen Daseinsvorsorge. Deshalb treiben wir als Landesregierung eine flächendeckende und zukunftsfähige Glasfaserversorgung konsequent voran“, sagte Wunderling-Weilbier. „Ich freue mich, dass wir mit dieser Förderung nun auch die letzten Adressen in der Stadt Osnabrück direkt mit Glasfaser bis ins Gebäude oder in die Wohnung erschließen können. Von einem leistungsfähigen Netz profitieren private Haushalte ebenso wie Unternehmen – und Osnabrück stärkt damit seine Attraktivität als Wirtschaftsstandort.“
Die Gesamtkosten für den Anschluss der verbliebenen Adressen an die Infrastruktur werden auf rund sechs Millionen Euro geschätzt. Neben der Landesförderung steuert das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung weitere drei Millionen Euro bei. Damit decken die Fördermittel von Bund und Land insgesamt 75 Prozent der Projektkosten ab. Die verbleibenden 25 Prozent übernimmt die Stadt Osnabrück.
Der Ausbau der digitalen Infrastruktur erfolgte bislang entweder durch private Unternehmen mit eigenem wirtschaftlichem Interesse oder im Auftrag der Stadtverwaltung, die dafür Fördermittel nutzte. Dennoch gibt es verbliebene Adressen, bei denen in den kommenden Jahren kein privatwirtschaftlicher Ausbau geplant ist und keine alternative Gigabitversorgung besteht. Die Gigabitkoordinatorinnen der Stadt haben diese identifiziert und hierfür erfolgreich Fördermittel aus dem Programm „Gigabit 2.0“ beim Bund und beim Land Niedersachsen beantragt. „Es ist ein großer Erfolg für den Glasfaserausbau in Osnabrück, dass wir weitere Fördermittel einwerben konnten“, erklärt Stefanie Peterwerth, Gigabitkoordinatorin der Stadt. „Andernfalls wären diese 658 Adressen vom Glasfasernetz abgeschnitten, ohne eine wirkliche Aussicht auf eine künftige Berücksichtigung beim Ausbau.“
Dementsprechend hoch wertet Oberbürgermeisterin Katharina Pötter die Bedeutung des Projekts: „Mit diesem Ausbau schließen wir eine wichtige Lücke und setzen ein Zeichen dafür, dass schnelles Internet für alle Bürgerinnen und Bürger zur Grundversorgung gehört. Es ist eine Investition in die Zukunft, von der unsere Stadt und ihre Menschen nachhaltig profitieren werden.“
Zusammen mit dem eigenwirtschaftlichen Ausbau und den weiteren Förderverfahren wird Osnabrück nach Abschluss aller Glasfaserausbauarbeiten voraussichtlich Ende 2027 zu 100 Prozent mit Gigabit versorgt sein – 99 Prozent davon direkt über Glasfaser.
Für die letzte Ausbaustufe hat die Telekom Deutschland GmbH den Auftrag aus dem Ausschreibungsverfahren erhalten. Die 658 Adressen liegen über das gesamte Stadtgebiet verteilt, was eine logistische Herausforderung darstellt. Das Unternehmen plant, dass die Bauarbeiten Ende 2027 abgeschlossen sind und die letzte Inbetriebnahme im Januar 2028 erfolgt. In dieser Zeit sollen unter anderem 62 neue Kabelverzweiger und 15 Hauptverteiler aufgebaut sowie mehr als 465 Kilometer Glasfaser und 108 Kilometer Leerrohre verlegt werden. Gleichzeitig wird geprüft, so viele bestehende Leerrohrkapazitäten wie möglich mitzunutzen, um erneute Bauarbeiten entlang der Trassen zu vermeiden.
„Glasfaser ist die beste Infrastruktur für die nächsten Jahrzehnte. Schon heute hat jeder Haushalt durchschnittlich mehr als zehn internetfähige Geräte – Tendenz steigend. Auch Betriebe können damit auf die stetig wachsenden digitalen Anforderungen flexibel reagieren“, sagt Peter Richter, Konzernbevollmächtigter der Telekom Region Nord. „Hauseigentümer sollten jetzt aktiv werden und ihre Zustimmung für den Hausanschluss erteilen. Sonst kommt die Glasfaser nicht ins Haus, sondern führt lediglich daran vorbei.“
Die Eigentümer der Immobilien, die durch dieses Förderprojekt die Chance auf einen kostenlosen Glasfaserhausanschluss erhalten, werden noch im August von der Stadtverwaltung mit einem Schreiben informiert. Die Telekom Deutschland GmbH wird die Anwohnenden der beteiligten Adressen während der gesamten Bauphase rechtzeitig über die konkreten Aktivitäten vor Ort informieren. Die Bauarbeiten finden überwiegend im Bereich der Geh- und Radwege statt. Dennoch kann es zu vorübergehenden Einschränkungen kommen.
Durch das Engagement der Stadt Osnabrück und das Investitionsinteresse der Unternehmen sind die Bürgerinnen und Bürger sowie die lokalen Betriebe gut auf eine mögliche Umstellung im Zuge der sogenannten Kupfer-Glas-Migration vorbereitet, also die aktuell auf Bundes- und EU-Ebene diskutierte Abschaltung der bestehenden DSL-Leitungen. „Wir freuen uns sehr, dass die Stadt Osnabrück durch das Zusammenspiel verschiedenster Akteure bestmöglich auf diesen Technologiewechsel vorbereitet ist“, sagt Gigabitkoordinatorin Nadine Petermöller. „Dadurch stellen wir sicher, dass alle Osnabrückerinnen und Osnabrücker von den Fortschritten der neuen Infrastruktur profitieren können und niemand benachteiligt wird.“
Wer den aktuellen Stand des Glasfaserausbaus für die eigene Adresse einsehen möchte, findet eine adressscharfe Karte im Internetangebot der Stadt Osnabrück unter www.osnabrueck.de/breitbandausbau.
Pressekontakt: Constantin Binder | Telefon 0541 323-4556 | E-Mail binder@osnabrueck.de
Sie markieren mit dem symbolischen Spatenstich den Start der letzten Ausbaustufe für das schnelle Glasfasernetz in Osnabrück (von links): Mathies Adolf von der aconium GmbH als Vertreter für den Bundesfördermittelgeber, Nadine Petermöller und Stefanie Peterwerth, Gigabitkoordinatorinnen der Stadt Osnabrück, Bastian Hiller, Projektleitung des Breitbandzentrums Niedersachsen-Bremen, Oberbürgermeisterin Katharina Pötter, Niedersachsens Staatssekretär für Wirtschaft, Matthias Wunderling-Weilbier, sowie Peter Richter, Konzernbevollmächtigter der Telekom Nord.
Sie markieren mit dem symbolischen Spatenstich den Start der letzten Ausbaustufe für das schnelle Glasfasernetz in Osnabrück (von links): Mathies Adolf von der aconium GmbH als Vertreter für den Bundesfördermittelgeber, Nadine Petermöller und Stefanie Peterwerth, Gigabitkoordinatorinnen der Stadt Osnabrück, Bastian Hiller, Projektleitung des Breitbandzentrums Niedersachsen-Bremen, Oberbürgermeisterin Katharina Pötter, Niedersachsens Staatssekretär für Wirtschaft, Matthias Wunderling-Weilbier, sowie Peter Richter, Konzernbevollmächtigter der Telekom Nord.
Die Karte zeigt den Stand des Glasfaserausbaus in Osnabrück mit der aktuellen Gigabitförderung 2.0, weiteren geförderten Ausbaugebieten und dem eigenwirtschaftlichen Ausbau.
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