Meldungsdatum: 10.08.2026
Was wünschen sich Braunschweiger Jugendliche für einen Ort, an dem sie sich in ihrer Freizeit gerne aufhalten? Diese Frage haben Mitarbeitende der Jugendsozialarbeit jungen Meschen aus Braunschweig zwischen elf und 26 Jahren gestellt, die als benachteiligt gelten. Über 2.000 Wünsche und Ideen sind so zusammengekommen, entwickelt von 850 Jugendlichen.
Die vollständigen Ergebnisse mit Erläuterungen und Grafiken sind ab sofort auf der Homepage der Stadt veröffentlicht (www.braunschweig.de/jugendsozialarbeit), Stichwort „Tag der Jugend“. In den Räumen der Jugendsozialarbeit sind die Ergebnisse in Form einer Ausstellung zu sehen (Schild 4, 1. Etage, zu üblichen Büroöffnungszeiten).
Seit einigen Jahren erhebt die Jugendsozialarbeit verschiedenste Perspektiven ihrer Kundinnen und Kunden auf ihr Leben. Diese werden zum Tag der Jugend als deren Lebenswelt, Wünsche und Forderungen zusammengefasst, um ihnen etwas Gehör zu verschaffen.
Die Auswertung der mehr als 2.000 Nennungen zeigt ein klares Bild: Junge Menschen wünschen sich vor allem Orte mit hoher Aufenthaltsqualität, Naturbezug sowie Möglichkeiten für Bewegung und Sport. Technik, WLAN oder digitale Angebote spielen zwar eine Rolle, stehen jedoch deutlich hinter dem Wunsch nach realen Begegnungsorten zurück. Gefragt sind Plätze zum Zusammensein, Entspannen und Aktivsein.
Die Antworten wurden sechs Themenbereichen zugeordnet. Am häufigsten nannten die Befragten Wünsche zur Ausstattung von Jugendorten (959 Nennungen), gefolgt von bevorzugten Treffpunkten (557), der gewünschten Atmosphäre (185), Ort und Lage (107), sozialen Aspekten (97) sowie Sicherheit (57).
Bei der Ausstattung stehen praktische und alltagstaugliche Angebote im Vordergrund. Besonders häufig wurden Sitzgelegenheiten und Tische, Snacks und Trinkwasserspender, Sport- und Bewegungsangebote, kostenlose Freizeitmöglichkeiten sowie eine moderne technische Ausstattung genannt. Ebenso wünschen sich die Jugendlichen saubere und gepflegte Bereiche, Wetterschutz, eine ansprechende Gestaltung und barrierefreie Toiletten.
Als ideale Treffpunkte werden vor allem Parks und naturnahe Orte genannt. Mit deutlichem Abstand folgen Fußball- und Sportplätze, Basketballplätze, Spielplätze, Jugendzentren sowie Freizeitparks und Einkaufszentren. Die Ergebnisse unterstreichen den Wunsch nach frei zugänglichen Orten, die Begegnung, Bewegung und gemeinsames Erleben ermöglichen.
Auch die Atmosphäre spielt für die Jugendlichen eine wichtige Rolle. Gewünscht werden Orte, die zugleich ruhig, gemütlich und offen sind sowie Raum für Begegnung und Austausch bieten. Der ideale Treffpunkt ist ein Ort, an dem man sich wohlfühlt, Freunde treffen und gleichzeitig zur Ruhe kommen kann.
Bei der Lage wünschen sich die Befragten vor allem gut erreichbare Treffpunkte in zentraler Lage oder in den eigenen Stadtteilen. Eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr wird dabei als wichtiger Faktor genannt.
Im Bereich der sozialen Erwartungen steht der Wunsch nach Gemeinschaft im Mittelpunkt. Die Jugendlichen möchten Zeit mit Freundinnen und Freunden verbringen und legen zugleich Wert auf Offenheit, Toleranz und ein inklusives Miteinander. Genannt wurden außerdem der Wunsch nach verlässlichen Ansprechpersonen sowie unterstützenden Angeboten, beispielsweise bei Hausaufgaben.
Beim Thema Sicherheit wird deutlich, dass junge Menschen geschützte Räume benötigen, in denen sie sich ernst genommen fühlen. Neben guter Beleuchtung und dem Schutz vor Übergriffen wünschen sie sich vor allem ein respektvolles Umfeld, das Sicherheit nicht allein über Kontrolle, sondern über gegenseitige Rücksichtnahme vermittelt.
Die Ergebnisse zeigen, dass junge Menschen in Braunschweig realistische Vorstellungen davon haben, wie attraktive Freizeitorte gestaltet sein sollten. „Sie wünschen sich keine künstlich überladenen Angebote, sondern Orte mit echter Aufenthaltsqualität, Bewegung und Begegnung“, sagt Thomas Mallon, Leiter der Jugendsozialarbeit der Stadt Braunschweig. „Gerade der Fokus auf Natur und Sport ist ein wichtiges Signal für die weitere Planung jugendgerechter Orte.“
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