Meldungsdatum: 14.08.2026

Auf Stärken bauen: Konzept zum Umgang mit psychischen und suchtabhängigen Kranken

Der Märkische Kreis hat sein Konzept und seine Leitlinien für die Arbeit des Fachdienstes Sozialpsychiatrischer Dienst und der Betreuungsbehörde überarbeitet. Landrat Ralf Schwarzkopf, Leslie Kamphuis, Fachbereichsleiterin Gesundheit und Soziales, und Fachdienstleiter Lothar Buddinger stellten die neue Orientierungshilfe vor.

Die Schrift informiert Fachpublikum, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch interessierte Bürgerinnen und Bürgern über die Aufgaben und Arbeitsweisen des Sozialpsychiatrischen Dienstes und der Betreuungsbehörde. Sie dient als Leitfaden im Umgang mit hilfebedürftigen erwachsenen Personen mit seelischen Erkrankungen wie beispielsweise Depressionen, Angst- und Zwangsstörungen sowie psychische Störungen, insbesondere dementielle Erkrankungen, im Alter. Auch für Menschen, die Probleme im Umgang mit Alkohol und Medikamenten haben, bietet der Sozialpsychiatrische Dienst Unterstützung an.

Der Titel des Konzepts „Auf Stärken bauen“ ist dabei durchaus programmatisch zu verstehen. Erkrankten Personen mit Respekt und auf Augenhöhe begegnen, vorsichtig ein Vertrauensverhältnis aufbauen und gemeinsam mit den Betroffenen Lösungsmöglichkeiten erarbeiten – das sind elementare Handlungsgrundsätze. Das Ziel: Hilfesuchende in die Lage zu versetzen, krankheitsbedingte Beeinträchtigung oder Behinderung zu überwinden oder zumindest den größtmöglichen Grad an eigenständiger Lebensführung und Integration in die Gesellschaft zu erreichen. Die Herausforderung: Chronisch Erkrankte, die nicht immer eine Krankheitseinsicht haben, davon zu überzeugen, Hilfen anzunehmen. Sie immer wieder aufs Neue zu motivieren, ihr Leben wieder eigenständig zu gestalten und ihnen ihre eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten bewusst zu machen.

Die Betreuungsbehörde im gleichen Fachdienst informiert über die Möglichkeit von Vorsorgevollmachten, Betreuungsverfügungen und gesetzlichen Betreuungen. Ziel ist es immer, soviel Unterstützung wie nötig und so viel Selbstbestimmung wie möglich einzuräumen. „Die Einrichtung einer gesetzlichen Betreuung ist dabei immer das letzte Mittel. Auch hier werden die Wünsche der Betroffenen selbstverständlich berücksichtigt“, erläutert Fachdienstleiter Lothar Buddinger, Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie.

„Mit dem schriftlich veröffentlichten Konzept war der Märkische Kreis bereits vor 25 Jahren Vorreiter. Wir sind bis heute der einzige Kreis in Nordrhein-Westfalen, der seine Handlungsweise für jedermann nachvollziehbar formuliert. Das ist einerseits wichtig zur Klärung des Selbstverständnisses und des Qualitätsanspruchs für die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und der fachlichen Netzwerke. Es stärkt aber auch das Vertrauen der Betroffenen sowie deren Angehörigen, Freunde, Bekannte und Menschen aus dem sozialen Umfeld“, betonte Landrat Ralf Schwarzkopf.

„Niedrigschwellige, wohnortnahe Beratungsangebote sowie die Möglichkeit von Hausbesuchen und digitalen Sprechstunden machen den Sozialpsychiatrischen Dienst im Märkischen Kreis zur ersten Anlaufstelle bei Fragen im Umgang mit einer Erkrankung und den möglichen Folgen“, sagte Fachbereichsleiterin Leslie Kamphuis. Die aktuell 33 Mitarbeiterinnen im multiprofessionellen Team des Sozialpsychiatrischen Dienstes zeigen seelisch Erkrankten und Angehörigen Wege auf, wie das psychosoziale Betreuungs- und Behandlungsangebot in Anspruch genommen werden kann. Dazu kommen zwei Ärzte aus der psychiatrischen Abteilung des Klinikums Lüdenscheid und der LWL-Klinik Hemer im Rahmen von Gestellungsverträgen. 

Die Zusammenarbeit mit vielen anderen Institutionen ist selbstverständlich. Es bestehen vertrauensvolle Kontakte zum betreuten Wohnen für Menschen mit seelischen Erkrankungen und Suchterkrankungen, mit Tagesstätten, Selbsthilfegruppen sowie Heimeinrichtungen. Gemeinsam mit anderen Suchtberatungsstellen im Kreis hat der Sozialpsychiatrische Dienst auch die Genehmigung, ambulante Rehabilitation für suchterkranke Menschen durchzuführen.

„Der Sozialpsychiatrische Dienst des Märkischen Kreises ist kreisweit sehr gut vernetzt und kennt die vielfältigen Angebote des gemeindepsychiatrischen Netzwerks, des Suchthilfesystems und des Altenhilfesystems sehr gut. Daher wurde ihm vor einigen Jahren die Aufgabe der Psychiatriekoordination im Märkischen Kreis übertragen“, berichtet Buddinger. In dieser Funktion gibt der Sozialpsychiatrische Dienst immer wieder Impulse, das bestehende System ambulanter und komplementärer Hilfen mit neuen Angeboten zu vervollständigen.

Pressekontakt: Ursula Erkens 02351 966 6149


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Leslie Kamphuis, Fachbereichsleiterin Gesundheit und Soziales, und Fachdienstleiter Lothar Buddinger präsentieren das Konzept des Sozialpsychiatrischen Dienstes und der Betreuungsbehörde. Foto: Ulla Erkens/ Märkischer Kreis

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Leslie Kamphuis, Fachbereichsleiterin Gesundheit und Soziales, und Fachdienstleiter Lothar Buddinger präsentieren das Konzept des Sozialpsychiatrischen Dienstes und der Betreuungsbehörde. Foto: Ulla Erkens/ Märkischer Kreis