Meldungsdatum: 13.08.2026
Nicht nur der Rhein führt immer weniger Wasser, auch die Gewässer im Kreis Recklinghausen kämpfen mit der langanhaltenden Trockenheit. Erste Bäche sind bereits in Teilabschnitten ausgetrocknet. Darum appelliert die Untere Wasserbehörde des Kreises Recklinghausen noch einmal eindringlich, verantwortungsvoll mit dieser Ressource umzugehen und kein Wasser aus Gewässern zu entnehmen, um die dort heimischen Lebewesen zu schützen.
Grundsätzlich ist es Bürgerinnen und Bürgern in nicht so trockenen Wetterlagen erlaubt, Wasser im Rahmen des sogenannten „Gemeingebrauchs“ zu entnehmen. Darunter fällt das Schöpfen geringer Mengen mit Handgefäßen wie Gießkannen oder Eimern. Doch auch dies sollte aktuell unbedingt vermieden werden. Denn fest steht: Erholen können sich die Gewässer erst, wenn es häufigere und längere Regenphasen gibt.
Für Fische, Kleinstlebewesen und Pflanzen in den Gewässern kann das wenige Wasser zur Bedrohung werden. Der Lebensraum schränkt sich immer weiter ein, Wasser verdunstet und kommt nicht nach. Zudem wird das wenige Wasser für viele Organismen zu warm.
„In so einer Situation sind Entnahmen für die Flüsse, Bäche, Teiche und Seen schädlich. Darum noch einmal unsere dringende Bitte: Entnehmen Sie kein Wasser aus der Natur“, sagt Mathias Stöhr, Leiter der Unteren Wasserbehörde.
Illegale Wasserentnahmen aufgedeckt
Um immer einen aktuellen Überblick über die Lage im Kreisgebiet zu haben, sind Beschäftigte der Unteren Wasserbehörde regelmäßig in den zehn Städten unterwegs und schauen sich die kritischen Gewässerstellen genau an. Leider ist dabei aufgefallen, dass es Personen gibt, die mit Pumpen illegal Wasser aus Gewässern entnehmen. „Das ist kein Kavaliersdelikt und schadet der Natur immens“, so Stöhr. Außerdem kann es teuer werden: Bis zu 50.000 Euro Bußgeld können für die Entnahme größerer Wassermengen aus Oberflächengewässern ohne Genehmigung fällig werden. „Glücklicherweise sind solche Fälle die Ausnahme. Die meisten Bürgerinnen und Bürger gehen verantwortungsvoll mit der Ressource Wasser um.“
Da Wasser nicht an Kreisgrenzen Halt macht, steht die Untere Wasserbehörde außerdem in engem Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen der anderen Kommunen im Regierungsbezirk Münster. Gemeinsam behalten sie die Entwicklung der Wasserstände im Blick und beraten in kurzen Abständen, ob weitere Maßnahmen notwendig sind.
Grundwasserstände sinken
Im Gegensatz zu Oberflächengewässern wie Bächen, Flüssen oder Seen wirkt sich die aktuelle Extremwetterlage langsamer auf das Grundwasser aus, wie Stöhr erklärt. „Das Grundwasser reagiert träger und unterliegt im Jahresverlauf natürlichen Schwankungen.“ Aktuell weisen die meisten Messpegel in NRW einen niedrigen bis mittleren Wert auf. „Aktuell haben wir noch keinen Mangel an Grundwasser. Damit das so bleibt, sollte jedoch auch mit dieser Ressource verantwortungsvoll umgegangen werden.“
Kontakt: Öffentlichkeitsarbeit, Lena Heimers, Telefon: 02361/53-4712, E-Mail: l.heimers@kreis-re.de
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