Meldungsdatum: 24.08.2026

Calmeyers Sekretärin: Zur Geschichte von Henriette Koppel-Hirsch

Die Geschichte von Henriette Koppel-Hirsch steht im Mittelpunkt eines Vortrags von Karl Kassenbrock im Rahmen der Programmreihe der Villa_. Am 3. September um 18:30 Uhr geht es im Museumsquartier Osnabrück um die besondere Verbindung zwischen der deutschen Jüdin und Hans Georg Calmeyer. Der Eintritt beträgt 3 Euro, für Besucherinnen und Besucher unter 18 Jahren ist der Eintritt frei.

Henriette Koppel-Hirsch (1914–1984) arbeitete von 1931 bis 1933 in der Osnabrücker Anwaltskanzlei von Hans Georg Calmeyer (1903–1973). Karl Kassenbrock beschreibt die besondere Verbindung des späteren „Rassereferenten“ beim Reichskommissar der besetzten Niederlande mit der deutschen Jüdin. Während des Zweiten Weltkriegs begegnet sie Calmeyer in den Niederlanden wieder. Ab 1943 beginnt für sie und ihre Familie ein Leidensweg durch nationalsozialistische Lager. Ihr Überleben verdanken sie Personen, die aus gänzlich unterschiedlichen Motiven handelten.

Nach Kriegsende kommt es erneut zu Treffen zwischen Koppel-Hirsch und Calmeyer. Während sie und ihre Familie ihr Leid verarbeiten wollen, indem sie darüber weitgehend schweigen, kämpft Calmeyer mit der Last seiner Schuld und sucht darüber das Gespräch mit ihnen. Der Vortrag geht damit auch der Frage nach, wie die beiden mit den Erfahrungen der NS-Zeit und ihren unterschiedlichen Rollen darin umgingen.

Die Vortragsreihe „Topografien des Terrors“ dient der intensiven und kritischen Auseinandersetzung mit der NS-Ideologie und ihrer Zeit am regionalen Beispiel. Zugleich widmet sich die Reihe allgemein dem Phänomen von Diktatur und autoritärer Staatsführung sowie deren negativen Folgen für das offene und freie Leben von Gesellschaften.

Museumsquartier Osnabrück, Lotter Straße 2, 49078 Osnabrück, www.museumsquartier-osnabrueck.de, Öffnungszeiten: Di - Fr 11-18 Uhr, Sa/So 10-18 Uhr

Pressekontakt: Claudia Drecksträter, 0541/323-4581 dreckstraeter@osnabrueck.de


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Henriette Hirsch © Privatarchiv Karl Kassenbrock

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Henriette Hirsch © Privatarchiv Karl Kassenbrock

Henriette Hirsch © Privatarchiv Karl Kassenbrock