Meldungsdatum: 02.09.2026
Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum hat am Dienstag, 1. September den Architekturpreis der Stadt Braunschweig, den Peter Joseph Krahe-Preis und damit verbundene Auszeichnungen verliehen. Aus 38 Bewerbungen wurden in diesem Jahr sechs Projekte ausgewählt und in einem Festakt vor rund 130 geladenen Gästen mit dem Peter Joseph Krahe-Preis, einem Sonderpreis oder einer Lobenden Erwähnung ausgezeichnet. ausgezeichnet.
Der OB unterstrich, dass der Preis neben der Gestaltung auch die persönliche Leistung würdigen soll: „Der Peter Joseph Krahe-Preis, unser Braunschweiger Architekturpreis, ist ganz wesentlich ein Zeichen der Wertschätzung. Hinter jedem der ausgezeichneten Projekte stehen Menschen, die über Jahre daran gearbeitet haben. Bauherrinnen und Bauherren, die Entscheidungen getroffen, Risiken getragen und oft lange Prozesse begleitet haben. Planerinnen und Planer, die Konzepte entwickelt, verworfen, verändert und weiterentwickelt haben. Architektinnen und Architekten, die für eine Idee einstanden.“
Drei Architekturprojekte erhielten den Peter Joseph Krahe-Preis 2026: Das Bürogebäude m+p in der Wilhelmstraße, entworfen von GÖDDE Architekten aus Gifhorn für die Gattermann Immobilien Projekt GmbH, sah das Preisgericht als „Bauen im Bestand im besten Sinne“ und als „gelungene Transformation, die gerade zentrumsnah, im innerstädtischen Bereich besonders wertvoll ist.“
Die zweite Auszeichnung ging an das Büro Dohle + Lohse Architekten, Braunschweig, das für die Stadt Braunschweig die neue Dreifeldsporthalle der IGS Volkmarode gestaltete. „Der Neubau der Sporthalle ist im Inneren bis ins Detail hochwertig gestaltet, insgesamt architektonisch konsequent ausgearbeitet und baulich herausragend umgesetzt“, urteilten die Fachleute. Der dritte Preisträger vereint die Aspekte Denkmalsanierung, Bestandentwicklung und hochwertigen Neubau. Der Georg-Eckert-Campus in der Freisestraße wurde im Auftrag des Leibniz-Institut für Bildungsmedien gestaltet. Entwurfsverfasser ist sehw architektur, Xaver Egger aus Berlin. „Das Projekt verbindet souverän drei unterschiedliche Zeitschichten“, so die Jury, „und bindet vor allem auch den Freiraum in die Neugestaltung ein.“
Zusätzlich zum Peter Joseph Krahe-Preis vergibt die Stadt Braunschweig seit 2015 einen Sonderpreis. Er soll Projekte fördern, die sich durch besonders innovative Ansätze auszeichnen oder die durch besondere Rahmenbedingungen gekennzeichnet sind. Zwei Projekte dürfen sich in diesem Jahr den Sonderpreis teilen: Der Umbau der Grundschule Melverode durch das Architekturbüro Krekeler Architekten, Braunschweig, wurde herausgestellt als wertiger, prototypischer Umgang mit einer Alltagsaufgabe der Stadt: der Weiterentwicklung einer Bestandsschule für den Ganztagsbetrieb. Einen weiteren Sonderpreis erhielt das Projekt Stadtlounge Westbahnhof, entwickelt durch BREDERLAU & HOLIK Büro für Architektur und Stadt. Die freiraumplanerische Intervention im Bereich der Unterführung Westbahnhof ist ein „wertvoller Beitrag zur Gestaltqualität in einem sonst eher gestalterisch wenig bevorzugten Stadtraum“. Auch diese entfaltet Vorbildcharakter, findet die Jury. Für beide Projekte ist die Stadt Braunschweig Auftraggeberin.
Darüber hinaus wurde eine Lobende Erwähnung ausgesprochen, die ebenfalls an das Büro Krekeler Architekten ging für die aufwändige Sanierung des Audimax der Technischen Universität Braunschweig, die auch Bauherrin war. Herausgehoben wird damit eine „besondere baukünstlerische Leistung“, die über eine bloße denkmalgerechte Instandsetzung des Gebäudes hinausgeht.
Prof. Ulrike Mansfeld, Dekanin der Fakultät Architektur Bau und Umwelt an der Hochschule Bremen hielt einen inspirierenden Festvortrag mit Impulsen für die Zukunft. Prof. Christa Reicher, Vorsitzende des Gestaltungsbeirats der Stadt Braunschweig, gab Einblicke in die Arbeit des Preisgerichts und dessen Entscheidungsprozesse.
Der Peter Joseph Krahe-Preis
Der Architekturpreis der Stadt Braunschweig wird etwa alle fünf Jahre ausgelobt und hat eine lange Tradition. Seit 1954 würdigt er hervorragende Gestaltungsleistungen auf dem Gebiet der Architektur, des Ingenieurbaus und der Garten- und Landschaftsgestaltung.
Die Vergabe des 16. Peter Joseph Krahe-Preises 2026 hatte der Rat der Stadt Braunschweig im vergangenen Jahr beschlossen. Berücksichtigt wurden Bauprojekte im Stadtgebiet Braunschweig, die seit der letzten Preisverleihung 2020 fertiggestellt wurden. Das achtköpfige Preisgericht unter Vorsitz von Stadtbaurat Gerold Leppa setzte sich aus Vertreterinnen und Vertretern des Gestaltungsbeirats für die Fachbereiche Architektur, Stadtplanung, Freiraumplanung und ressourcenschonendes Bauen Vertreterinnen und Vertretern der Politik zusammen. Alle Entscheidungen fielen einstimmig. Eine engere Wahl von zehn Projekten wurde im Rahmen der Preisgerichtssitzung auch vor Ort in Augenschein genommen.
Seit seiner Einführung wird der Preis in Form von Bronzeplaketten an Bauherrinnen und Bauherren sowie Verfasserinnen und Verfasser der Entwürfe gemeinsam verliehen. Der Sonderpreis wird mit einem Geldbetrag von jeweils 2.500 Euro für Bauherren und Urheber der Entwürfe honoriert.
Zur Person: Peter Joseph Krahe
Peter Joseph Krahe (1758-1840) war ein bedeutender Baumeister des Klassizismus, der von 1803 bis 1837 in Braunschweig tätig war und die Stadt bis heute geprägt hat. Zu seinen Werken zählen unter anderem die Umgestaltung der ehemaligen Befestigungsbastionen zu den heutigen Wallpromenaden, der Löwenwall mit dem Obelisken und die Villa Salve Hospes.
Weitere Informationen
www.braunschweig.de/krahe-preis
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