Meldungsdatum: 02.09.2026
Die aktuellen Zahlen sind auch für Landrat Löhr Grund für deutliche Worte: „Wir als Kreisverwaltung prüfen jede Ausgabe und sparen, wo es verantwortbar ist. Diese Anstrengungen müssen wir auch im eigenen Haus umsetzen, das betrifft den Stellplan und die Ausgaben, sodass wir handlungsfähig bleiben. Das Einsparpotential ist aber begrenzt. Der Landschaftsverband, der eine deutliche Umlagesteigerung vorsieht und auch der Regionalverband müssen ebenso ihre Ausgaben kritisch prüfen und weitere Einsparungspotentiale vornehmen. Zudem müssen Bund und Land aktiv werden und die Kommunen angemessen dauerhaft ausstatten. Jetzt gilt es zu verhindern, dass wir künftig auf eine finanzielle Handlungsunfähigkeit zusteuern.“
Umlage steigt
Konkret muss die Kreisverwaltung zum jetzigen Zeitpunkt des Vorliegens der Eckwerte eine Kostensteigerung von rund 43,8 Millionen Euro in den Haushalt einrechnen. Alleine rund 8 Millionen Euro davon resultieren aus einer erneuten Steigerung der Umlage an den LWL. Das Budget Arbeit und Soziales verzeichnet ein Minus von rund 9,39 Millionen Euro – ein Großteil der Verschlechterung geht auf die Steigerung von Vergütungssätzen im Bereich der Hilfe zur Pflege zurück. Auch steigende Personal- und Vorsorgeaufwendungen durch Tariferhöhungen schlagen zu Buche mit -12,9 Millionen Euro.
„Zunächst einmal müssen wir aus eigener Kraft Einsparungen vornehmen. Das sind zunächst rund 3,2 Millionen Euro – aber auch darüber hinaus müssen wir nochmal alle Spielräume auszunutzen und haben ins Haus deutlich gemacht, dass wir den Gürtel noch enger schnallen müssen“, so der Kämmerer. „Es gibt auch in den Budgets kleine Verbesserungen und die Schlüsselzuweisungen an den Kreis steigen um 1,1 Million Euro, aber das alles reicht mit Blick auf die immer weiter steigenden Kosten nicht. Wir müssen die Kreisumlage erhöhen und rund 402 Millionen Euro auf die Städte und Gemeinden umlegen. Das sind rund 43,8 Millionen Euro mehr als noch 2026.“
Differenzierte Kreisumlagen
Die Differenzierten Kreisumlagen betreffen die Städte Bönen, Fröndenberg/Ruhr und Holzwickede, für die der Kreis Aufgaben im Bereich Familie und Jugend sowie Bevölkerungsschutz übernimmt. Im Bereich Familie und Jugend ist eine Steigerung von rund 1 Prozent vorgesehen – nach den Steigerungen der letzten Jahre ist das eine moderate Erhöhung. Dennoch muss die Umlage auf einem vergleichsweisen hohen Niveau verblieben.
Neu ist die Umlage im Bereich Bevölkerungsschutz. Dort ist in der Diskussion um die Rettungsdienstgebühren noch keine Entscheidung gefallen – und bis dahin muss der Fehlbetrag eingeplant werden. Eine Entscheidung soll in Abstimmung mit anderen Kreisen in NRW noch zum Jahresende angestrebt werden. Die Zahllast beläuft sich für die drei Kommunen auf 1 Million Euro.
Investitionen
Nichtsdestotrotz muss die Kreisverwaltung auch investieren. Es stehen vor allem Ausgaben für laufende Projekte wie die Sanierung und der Anbau der Karl-Brauckmann-Schule in Holzwickede für 10 Millionen Euro oder die Baumaßnahme am Märkischen Berufskolleg in Unna für rund 3,7 Million Euro im Fokus. Ausgaben sind zudem für Förderschule in Lünen und Kamen geplant. Investiert werden soll auch in die K2 Vinnumer Straße (Ersatzneubau Lippebrücke) und die K39 Westtangente.
Bis Mitte Oktober 2026 will der Kämmerer jetzt die Haushaltssatzung aufstellen, im November steht dann die Einbringung des Haushaltsentwurfes 2027 in den Kreistag an und für Dezember ist die Verabschiedung durch den Kreistag geplant.
Weitere Informationen zum Haushalt sind zu finden unter www.kreis-unna.de/haushalt. PK | PKU
BU 1: Kreisdirektor und Kämmerer Philipp Reckermann. Foto: Max Rolke – Kreis Unna
BU 2: Leiter der Kämmerei Olaf Steuber. Foto: Max Rolke – Kreis Unna
BU 3: Landrat Mario Löhr bei der Vorstellung der Eckdaten. Foto: Max Rolke – Kreis Unna
Pressekontakt: Max Rolke | Fon 0 23 03 27 10 13 | E-Mail max.rolke@kreis-unna.de
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