Meldungsdatum: 04.09.2026
Im Ausschuss für Digitalisierung und E-Government im Lüdenscheider Kreishaus stand einmal mehr die IT-Sicherheit im Fokus. Sören Hendrich, Informationssicherheitsbeauftragter des Märkischen Kreises, berichtete über die Einschätzung der bundesweiten Bedrohungslage des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik für das Jahr 2025.
International belegt Deutschland Platz vier als Ziel von Spionageangriffen und Platz drei bei Cybercrime-Aktivitäten. Öffentliche Verwaltungen stehen dabei besonders im Visier der Angreifer. „Bei einem täglichen Zuwachs von durchschnittlich 280.000 neuen Schadprogramm-Varianten kommen dabei Virenprogramme nicht mehr hinterher“, machte Hendrich deutlich. Darüber hinaus verzeichnet das BSI einen seit Jahren langsam, aber stetig wachsenden Trend zur Ausnutzung von Schwachstellen in Web-Angriffsflächen.
Der Schutz der Angriffsflächen sei daher der entscheidende Hebel, um die Cybersicherheit zu verbessern. Beim Märkischen Kreis gehen täglich ein bis zwei Meldungen des Kommunalen Warn- und Informationsdienstes (KWID) ein, die Kommunalverwaltungen vor Cyberrisiken und IT-Sicherheitsgefahren in Nordrhein-Westfalen warnen. Um die Widerstandsfähigkeit gegen Angriffe von außen zu erhöhen, muss der Märkische Kreis weiter systematisch und kontinuierlich an seiner IT-Sicherheit arbeiten und Angriffsflächen reduzieren. In 2025 habe der Märkische Kreis seine Hausaufgaben gemacht und sei vergleichsweise gut aufgestellt, betonte Hendrich. Allerdings besteht auf der Ebene der Südwestfalen-IT mit 67 Kommunen und fünf Kreisen noch ein sehr heterogenes Sicherheitsniveau. Hier gelte es einheitliche Standards zu etablieren.
Für den Märkischen Kreis sieht der Informationssicherheitsbeauftragte in den Jahren 2026 und 2027 unter anderem Handlungsschwerpunkte bei der Fertigstellung eines Notfallhandbuchs, bei einem neuen Konzept für den gesicherten Fernzugang (VPN) auf den Server beispielsweise aus dem Home-Office sowie interne und externe Sicherheitsprüfungen der Server.
Auf Anfrage der FDP-Fraktion informierte die Kreisverwaltung über die Beteiligung an der bundesweiten Initiative „Marktplatz der KI-Möglichkeiten (MaKi)“, das als KI-Transparenzregister und Matching-Plattform für KI-System der deutschen Verwaltung dient. Als Institution ist der Märkische Kreis hier registriert. Andreas Lüsebrink, Fachdienstleiter IT und Digitalisierung, kündigte an, kurzfristig die vorhandenen KI-Lösungen wie beispielsweise den Chatbot „EMKA“ auf der Webseite in die Datenbank MaKi einzupflegen. Er empfahl auch den anderen Mitglieds-Kommunen und Kreisen der IT Südwestfalen, sich zu dort registrieren und ihre Produkte anzumelden, um eine größere Transparenz herzustellen und Anregungen für sinnvolle KI-Nutzung zu geben.
Mobilfunkkoordinator Matthias Pohl informierte den Ausschuss über die Ergebnisse der Mobilfunkmessung vom 17. Juni bis 8. Juli. Mit insgesamt 476.391 Messpunkten lag der Märkische Kreis dabei in Nordrhein-Westfalen an der Spitze. Pohl bedankte sich für die rege Beteiligung an der Aktion. Auch die Messergebnisse konnten sich sehen lassen. Über alle Anbieter hinweg gab es auf 85 Prozent der Gesamtflächen 5 G-Empfang, 14 Prozent 4G-Empfang, 0,2 Prozent 2 G-Empfang und 0,3 Prozent keinen Empfang.
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