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Meldungsdatum: 07.09.2026

Hochwasserschutz im Blick: 32 neue Bisam- und Nutriafänger geschult

Sachkunde-Schulung in Vreden stärkt den Schutz von Gewässerböschungen, Dämmen und Deichen

Bisame und Nutrias gefährden die Standfestigkeit der Böschungen an Fließgewässern sowie den Hochwasserschutz an Dämmen und Deichen. Daher hat der Kreis Borken erneut Bisam- und Nutriafänger ausgebildet. Nach der Schulung im Frühjahr 2025 konnte Friedel Wielers, Leiter der Unteren Wasserbehörde im Fachbereich Natur und Umwelt des Kreises Borken, in diesem Jahr 32 Interessierte zur Sachkunde-Schulung in Vreden begrüßen.

Bei der Schulung im kult Westmünsterland in Vreden ging es vor allem um die Grundsätze der tierschutzgerechten Bekämpfung der Tiere. Außerdem wurden Kenntnisse vermittelt, welche tierschutz-, naturschutz- und wasserrechtlichen Belange zu beachten sind. „In der Natur können Bisame und Nutrias großen Schaden anrichten. Sie sind nicht heimisch und haben als sogenannte invasive Arten keine natürlichen Fressfeinde. Deshalb müssen wir in diesem Fall in die Natur eingreifen und sie bekämpfen“, erläuterte Hildegard Nießing, Sachbearbeiterin im Fachbereich Natur und Umwelt des Kreises Borken.

Bisame und Nutrias graben Höhlen und Gänge in die Gewässerböschungen sowie die angrenzenden Bereiche. Das kann dazu führen, dass Uferböschungen abrutschen und Hochwasserschutzdeiche instabil werden. Auf landwirtschaftlichen Nutzflächen, die an ein Fließgewässer grenzen, können die Feldfrüchte abgefressen werden. Durch ihre Ausbreitung und ihr Fraßverhalten gefährden sie aber auch andere Tier- und Pflanzenarten und damit die biologische Vielfalt der heimischen Ökosysteme.

Geschulte Fachleute
Julia Große-Kleimann vom Fachbereich Tiere und Lebensmittel des Kreises Borken vermittelte den Teilnehmenden die Grundlagen des gesetzeskonformen Fangs der Tiere. Sie stellte heraus, dass die Fallen nur von geschulten Fachleuten aufgestellt werden dürfen. „Sie müssen in erster Linie das entsprechende Wissen und die notwendigen Fähigkeiten erlernen. Darüber hinaus müssen sie in einer schriftlichen Prüfung den Sachkundenachweis nach Tierschutzgesetz leisten“, betonte sie. 

Theorie und Praxis
Im praktischen Teil erklärte der erfahrene Bisam- und Nutria-Fänger Ludger Schlattmann aus Velen die Handhabung der zugelassenen Fallen. Er beschrieb anschaulich, was beim Aufstellen und der Kontrolle der Fallen zu beachten ist. Norbert Kortstegge von der Unteren Jagdbehörde des Kreises Borken wies darauf hin, dass die Bisam- und Nutriafänger die Jagdpächter über das Aufstellen der Fallen informieren sollten.

Fänger können ehrenamtlich tätig werden
Alle Teilnehmenden werden nach bestandener schriftlicher Prüfung zusätzlich einen erfahrenen Fänger begleiten, um die praktischen Sachkenntnisse zum Fangen vor Ort zu erlangen. Erst danach werden die amtlichen Ausweise durch den Kreis Borken ausgestellt. Die Fänger können dann für einen Wasser- und Bodenverband im Kreisgebiet ehrenamtlich tätig werden und erhalten für jedes gefangene Tier eine Aufwandsentschädigung durch den jeweils zuständigen Verband sowie einen Zuschuss des Kreises Borken.

Nächste Sachkunde-Schulung in Planung
Für die nächste Sachkunde-Schulung können sich Interessierte bei Hildegard Nießing vom Fachbereich Natur und Umwelt des Kreises Borken unter h.niessing@kreis-borken.de anmelden. 

Hinweise: 
• Gewässeranlieger, die auf ihren Grundstücken Bisame oder Nutrias bemerken, sollten sich direkt an den zuständigen Wasser- und Bodenverband wenden. 
• Die Ansprechpartner finden Sie über den GeoDatenAtlas Wasser des Kreises Borken:
www.kreis-borken.de/geodatenatlas-wasser 

Pressekontakt: Marie-Therese Gewert, 02861 / 681-2427


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