Meldungsdatum: 17.09.2026
Das Institut für Germanistik der Universität Osnabrück, die Altstädter Bücherstuben und das Literaturbüro Westniedersachsen laden ein zur LiteraTour Nord 2026/2027, der renommierten Lesereise von fünf hochkarätigen Autorinnen und Autoren durch sieben norddeutsche Städte. Bei der 35. Ausgabe der Tour sind das: Svenja Leiber (27. November 2026), Sharon Dodua Otoo (11. Dezember 2026), Elias Hirschl (15. Januar 2027), Shida Bazyar (29. Januar 2027) und Kerstin Preiwuß (12. Februar 2027).
Die Autoren starten ihre Reise jeweils am Sonntagvormittag in Oldenburg, lesen am selben Abend in Bremen und an den folgenden fünf Tagen in Lübeck, Rostock, Lüneburg, Hannover und Osnabrück.
Die 1992 etablierte Lesereise um den Preis der LiteraTour Nord ist ein einzigartiges Projekt von norddeutschen Kultureinrichtungen, Buchhandlungen, Hochschulen und der VGH Stiftung. Gemeinsam laden wir fünf deutschsprachige Autorinnen und Autoren ein, ihre aktuellen Bücher vorzustellen. Bei der Entscheidung über die Vergabe des Preises berücksichtigt die Jury auch die während der Lesereise abgegebenen Publikumsstimmen. Die Lesungen werden von Lehrenden der örtlichen Universitäten moderiert, die projektbegleitende Lehrveranstaltungen in ihren Studiengängen anbieten. Die VGH Stiftung fördert die LiteraTour Nord seit 2006 maßgeblich und stiftet zudem den mit 15.000 Euro dotierten Preis.
Weitere Informationen zur Lesereise und den Autorinnen und Autoren finden Sie auf den folgenden Seiten sowie unter www.literatournord.de.
Die Autoren der LiteraTour Nord 2026/2027 und ihre Bücher im Überblick:
SVENJA LEIBER „Nelka“
Svenja Leiber wuchs in Norddeutschland auf und lebt und arbeitet in Berlin und Schleswig-Holstein. Für ihr bisheriges Werk wurde sie mehrfach ausgezeichnet, zuletzt 2025 als Bonner Stadtschreiberin.
Lemberg, 1941. Die sechszehnjährige Nelka wird von Soldaten aufgegriffen und zur Zwangsarbeit auf einen norddeutschen Gutshof verschleppt. Ihr Vater hatte Nelka früh im Obstbau unterrichtet, und schon als Kind hatte sie ihm beim Veredeln der Apfelbäume geholfen. Dank dieses Wissens kann sie sich anfänglich der Zudringlichkeit des Gutsverwalters erwehren. Sie plant den Apfelanbau für ihn, und die Plantagen bescheren ihm nach dem Krieg ein Vermögen. Jahrzehnte später kehrt Nelka an den Ort ihres Leidens zurück. Sie will, dass Marten sich an das erinnert, wovon sie selbst sich endlich befreien muss.
Osnabrück Freitag, 27. November, 19 Uhr Renaissancesaal des Ledenhofes, Am Ledenhof 3-5.
SHARON DODUA OTOO „So, in etwa, ist es geschehen“
Sharon Dodua Otoo, geboren in London, ist Schriftstellerin und Herausgeberin sowie Kuratorin des Schwarzen Literaturfestivals „Resonanzen“. 2016 gewann sie den Ingeborg Bachmann-Preis. Ihr Debütroman „Adas Raum“ wurde in mehrere Sprachen übersetzt.
Sie sind auf dem Weg nach Timmendorfer Strand: Amata Haller und ihr Chef Heinz Brockhaus, der ihr angeboten hat, sie mit dem Autor dorthin zu fahren. Amata ist in Eile, ihre Mutter wartet, wie jedes Jahr am 3. Mai. An diesem Tag jährt sich der Untergang der Cap Arcona, jene Katastrophe gegen Ende des Zweiten Weltkriegs, die ihr Großvater nur knapp überlebt hat. Die Hitze drückt auf die überfüllten Straßen, Brockhaus redet ununterbrochen, und Amata verliert die Fassung. Am Ende ist Brockhaus tot und Amata wird vor Gericht stehen.
Osnabrück Freitag, 11. Dezember, 19 Uhr Renaissancesaal des Ledenhofes, Am Ledenhof 3–5
ELIAS HIRSCHL „Schleifen“
Elias Hirschl, geboren in Wien, ist Autor, Musiker, Slam Poet und schreibt für Theater und Radio. 2022 erhielt er den Publikumspreis beim Bachmannpreis und 2026 den Düsseldorfer Literaturpreis. Elias Hirschl lebt in Wien.
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In dem genialen Mathematiker Otto Mandl findet die junge Franziska ihren Seelenverwandten. Sie lernt, sich mit Wörtern aus toten Sprachen gegen ihr Leiden zu immunisieren. Die beiden entwickeln eine absolute Sprachbesessenheit und forschen fortan und bis an alle denkbaren Grenzen gemeinsam nach der perfekten Sprache. „Schleifen“ ist auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2026.
Osnabrück Freitag, 15. Januar, 19 Uhr Renaissancesaal des Ledenhofs, Am Ledenhof 3–5.
SHIDA BAZYAR „Die Lücken“
Shida Bazyara, geboren in Hermeskeil, studierte Literarisches Schreiben in Hildesheim. Ihr Debüt „Nachts ist es leise in Teheran“ (2016) wurde mehrfach übersetzt und ausgezeichnet, u.a. mit der Nominierung zum International Booker Prize.
Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre Vergangenheit aktiv verschweigt und zugleich zum Zufluchtsort für diejenigen wird, die hier Geborgenheit suchen. Der Roman führt durch die Jahre und die Köpfe derer, die das Dorf prägten: von jüdischen Familien, die alles verloren, über NS-Profiteure, die sich als unschuldige Mitläufer neu erfanden, bis hin zu den Familien Sharifi und Karimpour, die später aus dem Iran flüchten. „Die Lücken“ ist auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2026.
Osnabrück Freitag, 29. Januar, 19 Uhr Renaissancesaal des Ledenhofes, Am Ledenhof 3–5
KERSTIN PREIWUß „Wir alle“
Kerstin Preiwuß, geboren in Lübz, mehrfach ausgezeichnet für ihre Lyrik und Prosa, lebt in Leipzig, wo sie den Lehrstuhl für „Literarische Ästhetik“ am Deutschen Literaturinstitut innehat. Ihr Roman „Nach Onkalo“ war 2017 für den Deutschen Buchpreis nominiert. Für ihre Arbeiten erhielt sie zuletzt 2020 den Anke-Bennholdt-Thomsen-Lyrikpreis der Deutschen Schillerstiftung.
Eine Pfandleiherin, die die Welt nicht mehr versteht. Ein Laubenbewohner, der auch mal Glück im Leben haben will. Ein Mann, der trotz Ruhestand weitermacht. Eine junge Frau, die sich nicht entscheiden kann. In einer überhitzten Stadt im Osten des Landes treffen diese Menschen aufeinander. Sie werden zu einer Schicksalsgemeinschaft, denn die Zeiten sind schwierig, der Druck steigt.
Osnabrück Freitag, 12. Februar, 19:00 Uhr Renaissancesaal des Ledenhofs, Am Ledenhof 3–5
Kontakt: Dr. Jens Peters, Leiter Literaturbüro Westniedersachsen, 0152/53232276, peters.je@osnabrueck.de
Pressekontakt: Silke Brickwedde | Telefonnummer 0541/ 323-2328 | E-Mail brickwedde@osnabrueck.de
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