Meldungsdatum: 17.09.2026

Bundesverdienstkreuz für Prof. Dr. Doris Schiemann: Hohe staatliche Auszeichnung für Osnabrücker Pflegewissenschaftlerin

Für ihre herausragenden Verdienste um die Akademisierung und Qualitätsentwicklung der Pflege in Deutschland ist Prof. em. Dr. Doris Schiemann am Donnerstag, 17. September, mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. Im historischen Friedenssaal des Osnabrücker Rathauses überreichte Oberbürgermeisterin Katharina Pötter die Ordensinsignien und die Verleihungsurkunde im Namen des Bundespräsidenten.

Damit wird das Lebenswerk einer Wissenschaftlerin gewürdigt, deren jahrzehntelange wissenschaftliche Pionierarbeit bis in die Gegenwart hineinwirkt: Zu Beginn der 1980er-Jahre war Doris Schiemann an die damalige Fachhochschule Osnabrück berufen worden und baute dort den bundesweit ersten Studiengang für Pflege sowie nachfolgend die Diplomstudiengänge Pflegemanagement und Pflegewissenschaft mit auf. Ein weiterer Meilenstein folgte 1992 mit der Gründung des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP), das unter ihrer Leitung über zwei Jahrzehnte hinweg die bis heute bundesweit maßgeblichen, evidenzbasierten Expertenstandards entwickelte.

Oberbürgermeisterin Katharina Pötter hob in ihrer Ansprache die enge Verbindung zwischen dem Wissenschaftsstandort Osnabrück und der ganz konkreten Verbesserung der Lebensbedingungen hervor: „Wir in Osnabrück sind stolz auf unsere Hochschulen, weil hier Forschung nicht im sprichwörtlichen Elfenbeinturm betrieben wird. Wissenschaft wird für die Menschen doch vor allem dort lebendig, wo sie unser konkretes Leben berührt – wo sie Probleme anpackt und wo sie den Alltag spürbar besser und menschlicher macht.“ Doris Schiemann sei das personifizierte Vorbild für diesen Anspruch.

Zudem betonte Pötter, dass es Schiemann bei der Standardisierung von Pflege nie zuvorderst um Effizienz oder Kostenreduktion gegangen sei, sondern vielmehr um die Würde des Menschen: „Gute Pflege darf nicht an der Kassenlage scheitern“, fasste Pötter Schiemanns Haltung zusammen. Die Oberbürgermeisterin dankte der Wissenschaftlerin für ihren langjährigen Einsatz als Mahnerin und Ratgeberin in bundesweiten Expertengremien und auf regionalen Podien: „Wir in Osnabrück sind stolz darauf, dass der Puls dieser pflegewissenschaftlichen Revolution zuerst hier bei uns geschlagen hat.“

Doris Schiemann zeigte sich über die Auszeichnung im Kreis geladener Gäste, Weggefährtinnen und Weggefährten tief bewegt und dankbar. In ihrer Rede zeichnete sie den Weg der Akademisierung der Pflege seit den 1980er-Jahren an der Hochschule Osnabrück nach. Sie betonte, dass der Aufbau des Fachbereichs und die Erfolgsgeschichte des DNQP eine Teamleistung vieler engagierter Wegbegleitender gewesen sei. Neben ihren ehemaligen Kolleginnen und Kollegen sowie Wegbereitern an der Hochschule dankte Schiemann auch ihrer Familie für die jahrelange Unterstützung.

Pressekontakt: Constantin Binder | Telefon 0541 323-4556 | E-Mail binder@osnabrueck.de


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Verdienstkreuz Prof. Dr. Doris Schiemann (1)

©  Constantin Binder
Verdienstkreuz Prof. Dr. Doris Schiemann (1)

Die Osnabrücker Pflegewissenschaftlerin Prof. Dr. Doris Schiemann (links) mit dem Verdienstkreuz am Bande, das ihr Oberbürgermeisterin Katharina Pötter bei einer Feierstunde im Friedenssaal des historischen Rathauses überreicht hatte.


Verdienstkreuz Prof. Dr. Doris Schiemann (2)

©  Constantin Binder
Verdienstkreuz Prof. Dr. Doris Schiemann (2)

Oberbürgermeisterin Katharina Pötter verliest im Friedenssaal die Ordensbegründung für Prof. Dr. Doris Schiemann.


Verdienstkreuz Prof. Dr. Doris Schiemann (3)

©  Constantin Binder
Verdienstkreuz Prof. Dr. Doris Schiemann (3)

Die Osnabrücker Pflegewissenschaftlerin Prof. Dr. Doris Schiemann (links) mit dem Verdienstkreuz am Bande, das ihr Oberbürgermeisterin Katharina Pötter soeben überreicht hat.