Meldungsdatum: 17.09.2026
Hamm und die chinesische Stadt Yibin wollen ihre seit 2017 bestehenden Kontakte weiter vertiefen und stärker auf konkrete Zukunftsthemen ausrichten. Im Rahmer einer Delegationsreise nach China hat Oberbürgermeister Marc Herter gemeinsam mit dem Oberbürgermeister von Yibin, Du Haiyang, eine Absichtserklärung zur Vertiefung der freundschaftlichen Kooperationsbeziehungen unterzeichnet. Im Mittelpunkt stehen insbesondere die wirtschaftliche Transformation sowie die Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft. Begleitet wurde die Hammer Delegation – bestehend aus Oberbürgermeister Marc Herter, IMPULS-Geschäftsführer Pascal Ledune, HSHL-Präsidentin Prof. Dr. Kira Kastell, Tierpark-Geschäftsführer Sven Eiber und OB-Referatsleiter Damian Chatha – vom Deutschen Generalkonsulat in Chengdu.
„Diese Unterzeichnung knüpft unmittelbar an unsere Kontakte aus den Jahren 2017 und 2018 an“, erklärt Oberbürgermeister Marc Herter. „Damit festigen wir eine Kooperation, die im Rahmen der seit 1988 bestehenden Partnerschaft zwischen dem Land Nordrhein-Westfalen und der Provinz Sichuan verwurzelt ist.“
Die Millionenstadt Yibin (1,1 Millionen Einwohner – Verwaltungsgebiet: 4,5 Millionen Einwohner) liegt im Südwesten Chinas in der Provinz Sichuan – und damit an einem geografisch besonders bedeutenden Punkt: Hier beginnt der Fluss, den die Welt als Jangtse kennt. In Yibin treffen der Jinsha Jiang und der Min Jiang zusammen. Ab diesem Zusammenfluss trägt der Strom den Namen Jangtse. Mit einer Länge von rund 6.300 Kilometern ist er der längste Fluss Chinas und nach dem Nil und dem Amazonas der drittlängste Fluss der Erde.
Bedeutender Standort für globale Batterieproduktion
Yibin steht exemplarisch für einen tiefgreifenden wirtschaftlichen Wandel. Die Stadt, traditionell vor allem als Standort des Spirituosen-Herstellers Wuliangye (unter anderem Baijiu) bekannt, hat in den vergangenen Jahren neue industrielle Schwerpunkte aufgebaut: Power-Batterien, Photovoltaik, Energiespeicherung, die Wasserstoffwirtschaft und Digitalisierung gehören inzwischen zu den zentralen Wachstumstreibern. Mit der Ansiedlung von CATL, dem weltgrößten Hersteller von Batterien für Elektroautos, hat sich Yibin zu einem bedeutenden Standort der globalen Batterieproduktion entwickelt. Zudem verbindet die Stadt mit der Initiative „Zero-Carbon Yibin“ ihre industrielle Entwicklung konsequent mit dem Ziel der Dekarbonisierung. Neben der Batterietechnologie spielt dabei der Einsatz von Wasserstoff in Yibin wie auch in Hamm eine zentrale Rolle.
Für Hamm ist dabei die Verbindung von wirtschaftlicher Dynamik, technologischer Innovation und nachhaltiger Stadtentwicklung von besonderem Interesse. „Hamm und Yibin zeigen eindrucksvoll, wie Städte ihre industrielle Entwicklung konsequent neu ausrichten“, so Herter. „Der Austausch darüber, wie Kommunen die Dekarbonisierung von Wirtschaft, Energie und Verkehr vorantreiben können, ist für beide Seiten gleichermaßen interessant.“ Dabei gehe es nicht nur um einzelne Technologien, sondern um die Frage, wie Kommunen die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transformation ihrer Wirtschaftsstandorte schaffen können.
Moderne Logistik als Verbindung zwischen Hamm und Yibin
Ein zweites konkretes Anknüpfungsthema ist die Logistik. Yibin nutzt seine Lage am oberen Jangtse als internationalen Logistikstandort. Über den sogenannten New International Land-Sea Trade Corridor ist die Stadt an internationale Märkte in Zentral- und Südostasien angebunden. Über die Logistikdrehscheiben Chengdu und Chongqing bestehen zudem Verbindungen zu den China-Europa-Verkehren nach Duisburg. Für Hamm ist dies insbesondere im Hinblick auf den MultiHub Westfalen von hoher Relevanz.
„Hamm und Yibin liegen an ganz unterschiedlichen Stellen der Welt – aber beide Städte wissen, welche Bedeutung leistungsfähige Logistik für die wirtschaftliche Entwicklung hat“, sagt Herter. „Yibin nutzt seine Lage am Jangtse und seine internationalen Verbindungen, während Hamm mit dem Kanal und dem MultiHub seine Rolle als multimodaler Logistikstandort weiterentwickelt. Der Blick auf unterschiedliche Konzepte und Erfahrungen kann für beide Seiten wertvoll sein.“ Damit rücken auch Fragen der trimodalen Logistik und der intelligenten Verknüpfung von Wasserweg, Schiene und Straße in den Fokus des weiteren Austauschs.
Wirtschaft und Wissenschaft stärker verbinden
Ein wesentlicher Pfeiler der Zusammenarbeit ist der akademische Austausch. Die Studierendenzahlen in Yibin haben sich zwischen 2017 und heute mehr als verfünffacht: mehr als 100.000 Studierende unterschiedlicher Fachrichtungen werden heute an 14 Universitäten und Hochschulen in Yibin ausgebildet.
Die Zusammenarbeit mit der Hochschule Hamm-Lippstadt bietet dabei einen besonderen Anknüpfungspunkt. Bereits seit 2017 bestehen Kontakte zwischen der HSHL und Hochschulen in Yibin. Nun soll ausgelotet werden, wie dieser Austausch wieder intensiviert und in konkrete Formate überführt werden kann – etwa durch Wissenschafts- und Studierendenaustausch. „Die Hochschulen in Yibin, die wir kennenlernen durften, haben genauso wie die Hochschule Hamm-Lippstadt das Ziel, eng mit Unternehmen zusammenzuarbeiten und die Wirtschaft zu unterstützen. Auf dieser Gemeinsamkeit können wir aufbauen“, so HSHL-Präsidentin Prof. Dr. Kira Kastell.
Auch für die Wirtschaftsförderung ergeben sich Anknüpfungspunkte. Die Entwicklung Yibins zum Hightech-Standort zeigt, wie eng industrielle Ansiedlungen, Infrastruktur, Energie, Forschung und Fachkräfteentwicklung miteinander verbunden werden können. „Es ist beeindruckend zu sehen, mit welchem Tempo sich die Wirtschaft in China entwickelt. Wir tun gut daran, das alles im Blick zu behalten. Gerade die großen Zukunftstrends lassen sich in China sehr gut erkennen“, erklärt Pascal Ledune, Geschäftsführer der IMPULS. „In einigen Bereichen sind auch Kooperationen mit Hammer Unternehmen möglich. Ich bin überzeugt davon, dass die Kontakte in Yibin mittelfristig zu konkreten Projekten führen können.“
Kommunale Zusammenarbeit in einer veränderten Welt
Die Reise nach China versteht der OB auch als Beitrag zu einem direkten und pragmatischen internationalen Austausch. „Gerade in einer sich verändernden Welt ist es wichtig, direkte Kontakte zwischen Städten und Menschen zu pflegen“, sagt Herter. „Wir als Kommune machen keine große Außenpolitik. Aber wir können Brücken bauen, Vertrauen schaffen und dort konkrete Zusammenarbeit organisieren, wo es für beide Seiten einen Mehrwert gibt.“
Die langjährigen Kontakte zwischen Hamm und Yibin stehen zugleich im Kontext der Partnerschaft zwischen Nordrhein-Westfalen und Sichuan. Die zeitgleich stattfindenden Gespräche auf Landesebene und die Teilnahme der Hammer Delegation am NRW-Empfang in Chengdu boten zusätzliche Möglichkeiten zur Vernetzung.
Beide Städte werden auf Grundlage der nun vertieften Kontakte konkrete Vorhaben ausloten. Ein Gegenbesuch einer Delegation aus Yibin in Hamm ist vorgesehen. „Als Kommunen können wir dazu beitragen, direkte Verbindungen zu schaffen, voneinander zu lernen und gemeinsame Projekte auf den Weg zu bringen“, so Herter.
Besuchten auch den NRW-Empfang: Marc Herter, Pascal Ledune, Sven Eiber, Huo Danqi (Deutsches Generalkonsulat Chengdu), Damian Chatha, Ole Templin (stellvertretender Generalkonsul), Prof. Dr. Kira Kastell, Beate Kayser (Deutsches Generalkonsulat Chengdu).
Oberbürgermeister Marc Herter hat gemeinsam mit dem Oberbürgermeister von Yibin, Du Haiyang, eine Absichtserklärung zur Vertiefung der freundschaftlichen Kooperationsbeziehungen unterzeichnet.
Pressestelle der Stadt Hamm
Theodor-Heuss-Platz 16
59065 Hamm
Fon: 02381/17-3551
Fax: 02381/17-103551
E-Mail: pressestelle@stadt.hamm.de
Sämtliche Texte können unter Angabe der Quelle frei veröffentlicht werden. Belegexemplare sind willkommen.
Die Pressestelle Stadt Hamm ist Mitglied bei presse-service.de [ www.presse-service.de]. Dort können Sie Nachrichten weiterer Pressestellen recherchieren und als RSS-Feed oder E-Mail abonnieren.