Meldungsdatum: 22.09.2026
Anlässlich des 32. Welt-Alzheimertages am Montag, 21. September, haben auch in Iserlohn verschiedene Institutionen, Vereine und Gremien auf die Situation von Betroffenen und Angehörigen hingewiesen.
Zu der Veranstaltung im Seniorenzentrum Waldstadt Iserlohn (SWI) waren mehr als 100 Menschen gekommen, um den verschiedenen Fachvorträgen zu Vorsorgevollmachten, Pflegeberatung und neuen Therapieansätzen zuzuhören. Einrichtungsleiterin Tina Röse und Pflegecoachin Jennifer Kühnert eröffneten die Veranstaltung, der stellvertretende Bürgermeister Karsten Meininghaus begrüßte die Gäste mit einleitenden Worten.
Wer den Welt-Alzheimertag im Iserlohner SWI verpasst hat, kann die Veranstaltung in ähnlicher Form am Donnerstag, 24. September, in Hemer erleben. Um 17 Uhr finden im AWO-Seniorenzentrum Parkheim Hemer (Parkstraße 36, 58675 Hemer) dieselben Fachvorträge mit alternativen Referenten statt. Der Eintritt ist frei.
Möglich werden die Veranstaltungen in Iserlohn und Hemer durch ein breites Bündnis aus Aktiven, zu denen unter anderem die LWL-Klinik Hemer, Vertreter der Städte Iserlohn und Hemer sowie des Märkischen Kreises zählen. Auch das Seniorenzentrum Waldstadt Iserlohn, die Mobile Pflege / Palliativpflege Iserlohn der Diakonie Bethanien gGmbH, der Seniorenbeirat Iserlohn, das Netzwerk Demenz Hemer und das AWO-Seniorenzentrum Parkheim in Hemer sowie die Märkische Verkehrsgesellschaft GmbH (MVG) unterstützen tatkräftig.
Vielfältige Informationsangebote für Angehörige und Betroffene
Im Foyer des SWI haben sich verschiedene Aussteller mit Informationsangeboten zum Thema Alzheimer und Demenz präsentiert. Darunter auch die Iserlohner Stadtbücherei mit Leiterin Gudrun Völcker, die entsprechende Fachliteratur ausgestellt hat.
In den Fachvorträgen haben Angehörige einen Überblick über die verschiedenen Unterstützungsmöglichkeiten und praktischen Hilfen in der Region erhalten. Für die persönliche und tiefergehende Beratung ist entscheidend, jeden Fall individuell zu betrachten und zu vermitteln, an welche Stelle sich Betroffene und Pflegende in welchen Situationen wenden können.
Von den städtischen Mitarbeiterinnen aus dem Bereich Soziales erhielten Interessierte Hintergründe zu Anträgen, Vollmachten und der ordnungsbehördlichen Betreuung.
Daneben wurden auch allgemeine Informationen rund um die Erkrankung näher erklärt – wie Alzheimer bzw. Demenz entstehen, was dabei im Gehirn passiert und welche von einer Kommission benannten 14 Risikofaktoren eher förderlich für das Fortschreiten der Erkrankung sind: zum Beispiel mangelnde Bewegung, Seh- und Hörverlust oder übermäßiger Alkohol- und Nikotinkonsum.
Darüber hinaus wurden neue Therapieformen und Erkenntnisse aus der Forschung vorgestellt. Elke Kohling, Chefärztin der LWL-Klinik Hemer und Fachärztin für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, berichtete in ihrem Vortrag u. a. über Möglichkeiten zur Frühdiagnostik sowie von neuen Medikamenten, die bereits in einem Anfangsstadium verabreicht werden können. Durch neuartige Bluttests oder die Entnahme von Nervenwasser können Hinweise auf Alzheimer frühzeitig erkannt und mit neuen Therapieformen kann die Entstehung der Krankheit verlangsamt werden.
Auch Nahrungsergänzungsmittel spielten in diesem Zusammenhang eine Rolle – so konnten Studien den Verdacht bestätigen, dass Vitamin-D-Produkte, die ohne entsprechenden Vitaminmangel eingenommen werden, molekulare Signalwege beeinflussen und damit Ablagerungen im Gehirn, die zu Alzheimer führen, fördern können. Auch Glucosamin steht im Verdacht, bei bereits auftretenden Anzeichen den Übergang in eine krankhafte Demenz oder Alzheimer zu begünstigen.
Abschließend wurde die Kostenübernahme der verschiedenen Angebote durch die Krankenkassen thematisiert. In anschließenden Fragerunden gab es Gelegenheit, sich auszutauschen und ins Gespräch zu kommen.
Welt-Alzheimertag und bundesweite Woche der Demenz
In ganz Deutschland sind nach Angaben der Bundesinitiative „Wegweiser Demenz“ rund 1,8 Millionen Menschen von Demenzerkrankungen betroffen – weltweit sind etwa 55 Millionen Menschen erkrankt, zwei Drittel davon in Entwicklungsländern. Bis 2050, prognostiziert die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V., soll die Zahl voraussichtlich auf 139 Millionen Menschen steigen.
Der Welt-Alzheimertag wurde 1994 von der Föderation „Alzheimer's Disease International“ gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ins Leben gerufen. Der Aktionstag steht dieses Jahr unter dem Motto „Demenz - (k)eine Frage des Alters“.
Parallel zum Welt-Alzheimertag findet jährlich vom 21. September bis zum 27. September die bundesweite Woche der Demenz statt. Sowohl der Welt-Alzheimertag als auch die Demenz-Woche haben das Ziel, auf Demenzerkrankungen wie Alzheimer aufmerksam zu machen.
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