Meldungsdatum: 25.09.2026

Neue Angebote im Kinderschutz: Kreisstadt Unna stärkt Beratung und Austausch

Die Kreisstadt Unna baut ihre Angebote im Kinderschutz aus: Seit dem 1. August 2026 gibt es beim Jugendamt wieder eine Fachberatung zum Schutz von Kindern und Jugendlichen. Gleichzeitig ist mit der Fallwerkstatt zum Schutz von Kindern und Jugendlichen ein neues Format für den fachlichen Austausch und die praktische Einübung von Risikoeinschätzungen gestartet.

Mit den neuen Angeboten reagiert die Kreisstadt Unna auf die wachsende Bedeutung des Themas Kinderschutz, denn die Fallzahlen von Vernachlässigung, Missbrauch und anderen Kindeswohlgefährdungen steigen. Umso wichtiger ist es, Menschen, die mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben, frühzeitig zu unterstützen und ihnen mehr Sicherheit im Handeln zu geben.

 

Fachberatung hilft bei Verdachtsfällen

Die Fachberatung zum Schutz von Kindern und Jugendlichen ist seit dem 1. August 2026 wieder ein Angebot des Jugendamtes der Kreisstadt Unna. Bei Fällen von sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche berät weiterhin der Kinderschutzbund Kreisverband Unna e.V.

Die neue Fachberatung durch die zertifizierte insoweiterfahrene Fachkraft Dr. Laura Lintzen kann in Anspruch genommen werden, wenn der Verdacht besteht, dass das Wohl eines Kindes oder einer jugendlichen Person gefährdet sein könnte. Ziel ist es, bei der Einschätzung der Situation zu unterstützen und über mögliche nächste Schritte zu beraten. Dazu kann zum Beispiel gehören, den Allgemeinen Sozialen Dienst einzubeziehen, Schutzmaßnahmen zu vereinbaren oder das Gespräch mit den Eltern vorzubereiten.

Das Angebot richtet sich an alle Menschen, die in Unna beruflich, nebenberuflich oder ehrenamtlich mit Kindern und Jugendlichen in Kontakt stehen. Dazu zählen nicht nur Berufsgruppen wie Erzieherinnen und Erzieher, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter oder Kinderärztinnen und Kinderärzte. Auch Menschen, die eher am Rand ihres Berufsalltags mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben – etwa Busfahrerinnen und Busfahrer, Fahrschullehrkräfte oder Beschäftigte im Einzelhandel – können sich beraten lassen. „Kinderschutz gelingt besser, wenn Menschen bei Unsicherheiten nicht alleine bleiben, sondern Unterstützung bekommen. Die Fachberatung soll helfen, aus Unsicherheit Handlungssicherheit zu machen“, sagt Sonja Slabon, Leiterin des Jugendamtes der Kreisstadt Unna. Die Beratung erfolgt anonymisiert und ist nach Terminvereinbarung entweder in den Räumlichkeiten am Südring 31, in Einrichtungen vor Ort oder telefonisch möglich. Das Angebot ist kostenlos.

 

Fallwerkstatt soll Berührungsängste abbauen

Ergänzend zur Fachberatung hat die Kreisstadt Unna die neue Fallwerkstatt zum Schutz von Kindern und Jugendlichen gestartet. Sie wird von Dr. Laura Lintzen und Julia Zimmermann durchgeführt und findet viermal im Jahr statt. Ziel des Angebots ist es, Berührungsängste mit dem Thema Kinderschutz abzubauen, mehr Sicherheit bei Risikoeinschätzungen zu gewinnen und den Austausch zwischen verschiedenen Berufsgruppen zu fördern. Teilnehmende können anonymisierte eigene Fälle einbringen, Fragen aus der Praxis stellen oder anhand fiktiver Fallbeispiele typische Situationen durchsprechen. So kann zum Beispiel auch jemand, der nicht in einem klassischen sozialen Beruf arbeitet, den Ernstfall gedanklich durchspielen: Was tun, wenn im eigenen Arbeitsumfeld Anzeichen für eine Kindeswohlgefährdung auffallen? Welche Wege gibt es? Wer muss informiert werden? Und wo gibt es vielleicht noch Klärungsbedarf in der eigenen Einrichtung? Pro Termin können bis zu 15 Personen teilnehmen. Eine Fallwerkstatt dauert zwei Stunden.

Für dieses Jahr stehen bereits zwei Termine fest (9. Oktober, 10 bis 12 Uhr, und 3. Dezember, 16 bis 18 Uhr). Auch die Fallwerkstatt ist kostenlos.  Die Anmeldung läuft und ist über unna.de/kinderschutz möglich.


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Fachberatung Kinderschutz

©  Kevin Kohues/Kreisstadt Unna
Fachberatung Kinderschutz

Dr. Laura Lintzen, Sonja Slabon und Julia Zimmermann (v.l.) vom Jugendamt der Kreisstadt Unna stellten die neuen Angebote zur Stärkung des Kinderschutzes vor.