Meldungsdatum: 02.10.2026
Im Mittelpunkt des Abends stand die Frage, wie sich die Beziehungen zwischen Deutschland und Großbritannien seit dem Brexit entwickelt haben und welche Perspektiven sich für die kommenden Jahre ergeben. Passend zur Bocholter Partnerstadt Rossendale wurde zum Abschluss ein typisch britisches Lancashire Stew serviert.
Von „Operation Marriage“ bis zur Königswinter-Konferenz
Referentin Dr. Birgit Bujard zeichnete die Entwicklung der deutsch-britischen Beziehungen seit der Gründung Nordrhein-Westfalens durch die britische Besatzungsmacht nach. Zu den bis heute wichtigen Verbindungen zählen Städte- und Schulpartnerschaften sowie die traditionsreiche Königswinter-Konferenz und die Young Königswinter Conference. „Gerade heute zeigt sich, wie wertvoll über Jahrzehnte gewachsene Freundschaften sind. Sie leben vor allem von persönlichen Begegnungen, Städtepartnerschaften und dem Austausch junger Menschen“, betonte die stellvertretende Bürgermeisterin Gudrun Koppers.
Neue Zusammenarbeit nach dem Brexit
Deutlich wurde im Vortrag, dass der Brexit zwar eine Zäsur darstellt, Deutschland und Großbritannien ihre bilaterale Zusammenarbeit inzwischen aber wieder intensivieren. Mit dem Trinity-House-Abkommen und dem Kensington-Vertrag wurden neue Grundlagen für eine engere Kooperation geschaffen. Auch der Jugend- und Schüleraustausch soll erleichtert werden. Zugleich zeigte die Referentin auf, dass die Europäische Union für Großbritannien weiterhin der wichtigste wirtschaftliche Bezugsraum bleibt und Deutschland und Großbritannien in zahlreichen außen-, sicherheits- und wirtschaftspolitischen Fragen eng verbunden sind.
Brexit bleibt Thema
Zehn Jahre nach dem britischen Referendum ist die Diskussion über das Verhältnis zur Europäischen Union keineswegs beendet. Im Vortrag wurde darauf hingewiesen, dass mittlerweile eine Mehrheit der Britinnen und Briten den Brexit rückblickend kritisch bewertet. Zugleich bleibt offen, wie eine mögliche weitere Annäherung an die Europäische Union konkret aussehen könnte. Zunehmend werden die deutsch-britischen Beziehungen heute über bilaterale Kooperationen, Jugendbegegnungen und persönliche Kontakte gestaltet.
Die Veranstaltung wurde durch die Landesinitiative Europa-Schecks des Ministers für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales sowie Medien und Chefs der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen unterstützt.
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