Meldungsdatum: 05.10.2026
In insgesamt drei Aufführungen erlebten Schülerinnen und Schüler des St. Josef Gymnasiums, des Euregio Gymnasiums und der Israel van Meckenem Realschule eine ungewöhnliche Annäherung an ein gesellschaftlich aktuelles Thema. Die Schulaufführungen wurden von der Beauftragten des Landes Nordrhein-Westfalen für die Bekämpfung des Antisemitismus, für jüdisches Leben und Erinnerungskultur sowie durch den Demokratiefonds des Kreises Borken unterstützt.
Zwei Nachbarn, eine Frage
Im Mittelpunkt von Grumbergs Komödie stehen zwei Nachbarn, die sich bislang kaum mehr als flüchtig begegnet sind. Dann stellt einer von ihnen seinem Gegenüber eine scheinbar einfache Frage: „Sind Sie Jude?“. Aus dieser Frage entwickelt sich ein zunehmend intensiver Schlagabtausch. In neun Szenen sprechen die beiden Männer über Religion, jüdische Identität, Beschneidung und Essgewohnheiten, über Geld und Vorurteile bis hin zum Nahostkonflikt.
Dabei geraten vermeintlich eindeutige Vorstellungen immer wieder ins Wanken. Der jüdische Nachbar wird mit Klischees konfrontiert, dreht den Spieß jedoch um und hinterfragt seinerseits die Vorstellungen seines Gegenübers. Grumberg verbindet dabei Humor und Ernst, Alltagssituationen und gesellschaftspolitische Fragen.
Wenn Vorurteile plötzlich im Alltag auftauchen
Gerade für ein junges Publikum bietet das Stück einen unmittelbaren Zugang zu den Mechanismen von Vorurteilen und Stereotypen. Denn antisemitische Zuschreibungen erscheinen nicht ausschließlich in großen politischen Debatten. Sie können auch in scheinbar harmlosen Fragen, vermeintlichen „Wissensbeständen“ oder beiläufigen Bemerkungen sichtbar werden.
Theater als Beitrag zur Demokratiebildung
Mit den drei Schulaufführungen im LernWerk Bocholt wurde das Theater damit zu einem Ort der Auseinandersetzung: Schülerinnen und Schüler konnten sich mit einem bedeutenden Theatertext beschäftigen und anschließend Fragen diskutieren, die auch ihre eigene Lebenswelt betreffen.
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