Nr. 359 Kreis Steinfurt, 12. Oktober 2026
Kreis Steinfurt/Steinfurt. Aufgrund rückläufiger Geburten hat das Kreisjugendamt Steinfurt die Bedarfsplanung in der Kinderbetreuung für den Steinfurter Ortsteil Borghorst angepasst. Nach sorgfältiger Analyse/Prüfung der aktuellen und der künftigen Bedarfssituation sowie intensiver Beratung mit dem Arbeiter-Samariter-Bund Münsterland e.V. (ASB) als Träger und der Kreisstadt Steinfurt haben die Beteiligten entschieden, den Betrieb der Paul-Christeller-Kita zum 31. Juli 2027 einzustellen. Die wichtigste Botschaft für alle betroffenen Familien: Die Betreuung jedes Kindes ist auch ab August 2027 im gewünschten Umfang sichergestellt. Gemeinsam wird zudem an verantwortungsvollen Lösungen für das pädagogische Personal gearbeitet.
Während im Jahr 2021 noch mehr als 210 Kinder in Borghorst geboren wurden, ist Prognosen nach künftig durchschnittlich von 170 Kindern pro Jahr auszugehen. Dadurch sinkt der Betreuungsbedarf mittelfristig von derzeit 49 auf 45 Gruppen. Vor dem Hintergrund der sinkenden Kinderzahlen lässt sich auch ein ursprünglich geplanter Neubau der bisher in Modulen untergebrachten Kita finanziell und ökologisch nicht mehr verantworten.
Für die betroffenen Kinder stehen in den umliegenden Kindertageseinrichtungen sowie in der Kindertagespflege ausreichend Plätze zur Verfügung. „Eine erneute Anmeldung der Kinder im laufenden STEP-Verfahren ist dabei leider unumgänglich, um eine kontinuierliche Weiterbetreuung und einen möglichst reibungslosen Übergang zu gewährleisten“, erklärt Kreisjugenddezernentin Roswitha Reckels. Gemeinsam mit den betroffenen Familien, den pädagogischen Fachkräften und den Trägern der Einrichtungen werde frühzeitig an einem behutsamen Wechsel gearbeitet. „Uns ist bewusst, dass diese Nachricht für die Eltern, aber auch für das Kita-Team eine große Veränderung bedeutet. Versprechen kann ich, dass der gewünschte Betreuungsumfang auch in den anderen Einrichtungen sichergestellt ist“, garantiert Reckels die Kinderbetreuung in Borghorst. Die Kreisjugenddezernentin bittet allerdings auch um Verständnis für die Aufgabe der Verwaltung, angesichts der demografischen Entwicklung, die Kita-Bedarfsplanung vorausschauend anzupassen und Ressourcen mit Blick auf die kommunalen Haushalte sinnvoll einzusetzen. Die kritische Prüfung auf Notwendigkeit aller Neubauvorhaben geht auf einen Beschluss des Kreistags vom 7. Juli 2026 zurück.
„Wir hätten den Neubau der Kita sehr gerne realisiert. Nach gemeinsamer, gründlicher Abwägung aller Zahlen mit dem Kreis und der Stadt ist dieser Schritt im Hinblick auf die finanziellen und nachhaltigen Rahmenbedingungen nachvollziehbar und notwendig, auch wenn uns diese Entscheidung schwerfällt“, erklärt Marcus Paul, Fachbereichsleitung Kinder und Jugend beim ASB. „Wir tun jetzt alles dafür, um die mit der Kita-Schließung verbundenen Einschnitte für die Kinder, Eltern und Mitarbeitenden so gut wie möglich abzufedern. Es ist uns wichtig, für alle Betroffenen verlässliche und möglichst gute Lösungen zu finden.“
Steinfurts Bürgermeister Christian Franke unterstreicht in diesem Zusammenhang die konstruktive Zusammenarbeit: „Die Schließung von Gruppen ist eine bedauerliche Notwendigkeit. Die aktuellen Entwicklungen machen jedoch ein verantwortungsbewusstes Handeln erforderlich. Ich danke allen Beteiligten und insbesondere dem Arbeiter-Samariter-Bund Münsterland e.V., dass er diesen Schritt mitgetragen hat. Er leistet hier in Steinfurt eine gute Arbeit im Sinne der Kinder, wovon ich mich vor Ort bereits überzeugen konnte.“
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