Meldungsdatum: 15.10.2026
Erinnern bedeutet, Geschichte zu bewahren und aus ihr zu lernen, damit sich die Gräueltaten der Vergangenheit niemals wiederholen. Das macht auch die musikalische Lesung „Tagebuchstimmen aus dem Lager Westerbork“ am Dienstag, 10. November 2026, um 19.30 Uhr in der Bücherei St. Georg (direkt neben dem kult/Kirchplatz 12 in 48691 Vreden), anlässlich des Jahrestages der Reichspogromnacht vom 9. November 1938 deutlich. Der Eintritt ist frei, um Anmeldung unter Tel. (02564) 4683 wird gebeten. Veranstalter sind die St. Georg Bücherei in Kooperation mit dem aktuellen forum VHS und dem kult Westmünsterland. Gefördert wird die Lesung durch den Demokratiefonds des Kreises Borken.
Mit der Veranstaltung wird an das Schicksal von über 100.000 Häftlingen im Durchgangslager Westerbork in Groningen in den Niederlanden erinnert, von denen auch viele Jüdinnen und Juden aus dem Münsterland kamen. Von Westerbork aus wurden sie zwischen 1942 und 1944 in die Vernichtungslager Auschwitz und Sobibor sowie in die Konzentrationslager Bergen-Belsen und Theresienstadt deportiert.
In der Lesung steht das Schicksal der Häftlinge Etty Hillesum und Philip Mechanicus im Mittelpunkt, die ihre Erlebnisse heimlich in Tagebüchern festhielten. Sie geben einen persönlichen Einblick in die Grausamkeit der SS und des Lagersystems. Zugleich legen sie ein Zeugnis ab von der Menschlichkeit, die sich die Häftlinge untereinander bewahrten, und von ihrem Willen, sich selbst zu behaupten. Dr. Norbert Fasse, ehemaliger Borkener Stadtarchivar, wählte die Texte aus und ordnet sie im historischen Kontext ein. Die Schauspieler Sarah Giese und Markus von Hagen geben den stillen Zeugnissen von Etty Hillesum und Philip Mechanicus eine Stimme. Musikalisch untermalt wird die Lesung von Gudula Rosa mit der Paetzold-Subbass-Flöte, dem tiefsten Instrument der Blockflöten-Familie.
Die Veranstaltung verbindet historische Erinnerungen mit Literatur und Musik. Sie macht persönliche Schicksale hörbar und lenkt den Blick auf die Bedeutung von Menschlichkeit, Würde und Mitgefühl selbst unter den extremen Bedingungen.
Pressekontakt: Marie-Therese Gewert, 02861 / 681-2427
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