Meldungsdatum: 23.10.2026
Münster (SMS) 1935 verabschiedeten die Nationalsozialisten das Reichsnaturschutzgesetz. Dem nüchternen Gesetzestext stand eine öffentliche Darstellung entgegen, mit der das NS-Regime sich als Hüter von Heimat und Natur inszenierte. Bestrebungen, den Naturschutz stärker zu regeln, gab es jedoch bereits seit Beginn des 20. Jahrhunderts, insbesondere in Behörden. Das Gesetz galt auch nach dem Ende der nationalsozialistischen Herrschaft 1945 weiter.
Wie sich die politischen Umbrüche von 1933 und 1945 auf den Naturschutz in Münster auswirkten, zeigt die Historikerin Stephanie Harf beim Themenabend im Stadtarchiv am Donnerstag, 29. Oktober 2026, ab 18 Uhr. Die Referentin erläutert, wie Verwaltung und Gesellschaft über Naturschutz zwischen staatlichem Heimatschutz und Ökobewegung diskutierten und welche Themen die praktische Umsetzung prägten.
Dabei skizziert sie nicht nur allgemeine politische und gesellschaftliche Entwicklungen, sondern auch konkrete Beispiele wie die Pflege westfälischer Wallhecken und die Kritik am sogenannten „Reklameunwesen“ – dem Umgang mit als störend empfundenen Werbetafeln im öffentlichen Raum. Im Anschluss an den Vortrag besteht Gelegenheit zur Diskussion.
Stephanie Harf studierte in Münster Geschichte und absolviert derzeit ihr Lehramtsreferendariat in Bielefeld. In ihrer Masterarbeit untersuchte sie das Verhältnis von Naturschutz und Nationalsozialismus aus sozial- und umweltgeschichtlicher Perspektive anhand von Quellen aus verschiedenen Archiven in Münster.
Die Teilnahme am Themenabend im Stadtarchiv ist kostenlos. Eine Anmeldung ist erforderlich und per E-Mail an themenabend-anmeldung@stadt-muenster.de oder unter Tel. 02 51 / 4 92-47 01 möglich. Die Veranstaltung wird live im Internet übertragen. Hinweise zum Livestream und zum Gesamtprogramm der Themenabende unter www.stadt-muenster.de/archiv/themenabende.
Bild: Bis die Rieselfelder in den 1970er-Jahren Naturschutzgebiet wurden, war es ein weiter Weg. Der Themenabend im Stadtarchiv zeichnet die Naturschutzbemühungen seit dem Nationalsozialismus bis in die 1960er-Jahre nach. Foto: Stadtarchiv Münster, Fotosammlung, Nr. 23726. Veröffentlichung mit dieser Pressemitteilung honorarfrei.
Bild: Eine Karte von 1939 zeigt die neu eingerichteten Naturschutzgebiete rund um Münster. Der Themenabend im Stadtarchiv greift das Verhältnis von Naturschutz und Nationalsozialismus auf. Karte: Stadtarchiv Münster, Karten, A 105.5.13. Veröffentlichung mit dieser Pressemitteilung honorarfrei.
Bis die Rieselfelder in den 1970er-Jahren Naturschutzgebiet wurden, war es ein weiter Weg. Der Themenabend im Stadtarchiv zeichnet die Naturschutzbemühungen seit dem Nationalsozialismus bis in die 1960er-Jahre nach.
Eine Karte von 1939 zeigt die neu eingerichteten Naturschutzgebiete rund um Münster. Der Themenabend im Stadtarchiv greift das Verhältnis von Naturschutz und Nationalsozialismus auf.
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