Meldungsdatum: 29.10.2026
Der Weg zurück ins Berufsleben ist nicht für alle Menschen gleich. Wer mit gesundheitlichen Einschränkungen lebt, steht bei der Suche nach Arbeit häufig vor besonderen Herausforderungen. Neben der gesundheitlichen Situation müssen passende Unterstützungsangebote gefunden, verschiedene Anlaufstellen eingebunden und berufliche Perspektiven entwickelt werden. Genau hier setzte das Modellprojekt „Berufliche Zukunftsgestaltung – BEZUG“ an. Umgesetzt wurde das Projekt mit einer Laufzeit von fünf Jahren vom Kommunalen Jobcenter Hamm im Rahmen des Bundesprogramms rehapro.
Wie kann die berufliche Teilhabe von Menschen mit gesundheitlichen Bedarfen nachhaltig gestärkt werden? Welche Unterstützung brauchen sie, um neue Perspektiven für ihr Berufsleben zu entwickeln? Mit diesen Fragen beschäftigte sich das Projekt seit seinem Start. Bei einer Abschlussveranstaltung in Hamm stellte das Jobcenter Hamm nun die Ergebnisse und Erfahrungen aus fünf Jahren Projektarbeit vor.
425 Menschen begleitet – individuelle Unterstützung im Mittelpunkt
Insgesamt wurden 425 Menschen in das Projekt aufgenommen. Die Gesamtkosten beliefen sich auf rund 4,33 Millionen Euro. Ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit war es, die persönliche gesundheitliche Situation und die beruflichen Möglichkeiten jedes einzelnen Menschen genauer in den Blick zu nehmen. Denn erst wenn gesundheitliche Voraussetzungen, individuelle Bedürfnisse und berufliche Ziele gemeinsam betrachtet werden, lässt sich eine passende Unterstützung entwickeln.
Die Ergebnisse zeigen, welche Bedeutung dieser Ansatz hat: Bei 97 Prozent der Teilnehmenden wurde der Gesundheitsstatus medizinisch festgestellt. Für 80 Prozent der Anspruchsberechtigten wurden Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben beantragt. Rund 30 Prozent der Teilnehmenden konnten in Arbeit, Ausbildung, Umschulung oder Qualifizierung integriert werden. Hinter diesen Zahlen stehen unterschiedliche Lebenssituationen und individuelle Wege. Für manche Menschen kann eine Qualifizierung der nächste Schritt sein, für andere der Einstieg in eine Beschäftigung oder die Rückkehr in eine Ausbildung. Entscheidend ist, die Unterstützung an den jeweiligen Voraussetzungen auszurichten und berufliche Perspektiven gemeinsam zu entwickeln.
Erkenntnisse aus fünf Jahren Projektarbeit
Die Umsetzung von BEZUG hat zugleich gezeigt, wie anspruchsvoll die Begleitung von Menschen mit komplexen gesundheitlichen Bedarfslagen sein kann. Häufig müssen verschiedene Akteure und Rehabilitationsträger zusammenarbeiten. Auch der Übergang in bestehende Unterstützungs-angebote will gut vorbereitet sein, damit Hilfe nicht an Zuständigkeitsgrenzen endet. Berufliche Integration braucht mehr als die Vermittlung in Arbeit. Sie erfordert eine abgestimmte Zusammenarbeit, ein Verständnis für die individuelle Lebenssituation und eine Begleitung, die ausreichend Zeit für tragfähige Lösungen lässt.
Reinhard Fohrmann, Geschäftsführer des Kommunalen Jobcenters, zieht Bilanz: „Die Erfahrungen aus fünf Jahren BEZUG zeigen: Wenn wir Menschen mit gesundheitlichen Herausforderungen individuell begleiten und gesundheitliche Stabilisierung mit beruflichen Perspektiven verbinden, können neue Wege in den Arbeitsmarkt entstehen. Unser Anspruch ist es, nicht nur Hürden zu erkennen, sondern gemeinsam Lösungen zu finden, die Menschen eine echte Chance auf Teilhabe am Arbeitsleben eröffnen. Deshalb führen wir die Gesundheitsbegleitung auch nach dem Ende des Modellprojekts fort. Denn die Entwicklung beruflicher Perspektiven brauchen manchmal mehr Zeit – und vor allem eine Unterstützung, die zum Menschen passt“.
Gesundheitsbegleitung wird fortgeführt
Mit dem Ende der Projektlaufzeit am 31. Oktober 2026 endet BEZUG – die gewonnenen Erkenntnisse sollen jedoch weiterwirken. Das Kommunale Jobcenter Hamm hat bereits beschlossen, die Gesundheitsbegleitung fortzuführen. Ab November 2026 soll sie Menschen mit gesundheitlichen Bedarfen im SGB II weiterhin unterstützen.
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