Presseservice / Flensburg

Zum Aktivieren des Google-Übersetzers bitte klicken. Wir möchten darauf hinweisen, dass nach der Aktivierung Daten an Google übermittelt werden.

Mehr Informationen zum Datenschutz

Alle Pressemeldungen |

Dialogtag zur Flensburger NS-Geschichte: Gemeinsam erinnern, fragen und gestalten

19.11.2026 | 17-19 Uhr | Bürgerhalle

Flensburg - 03.11.2026

Warum soll Flensburg erinnern? Wer soll erinnern? Und wie kann Erinnern heute gestaltet sein? Im Kontext dieser Fragen lädt die Stadt Flensburg am 19. November zum Dialog über den Umgang mit der Flensburger NS- und Nachkriegsgeschichte ein. Erinnerungskultur ist mehr als die Vermittlung von historischem Wissen. Sie prägt, wie eine Stadt ihre Vergangenheit versteht, welche Geschichten sichtbar werden und welche Fragen sie an die Gegenwart und Zukunft stellt.

Der Dialogtag am 19.11.2026 steht dabei von 17 bis 19 Uhr der gesamten Flensburger Stadtgesellschaft offen. Menschen jeden Alters unabhängig von Erfahrungen, Hintergründen und Vorkenntnissen sind eingeladen, in der Bürgerhalle des Rat-hauses teilzunehmen. Am Folgetag, den 20. November wird der Dialogtag am Vor-mittag mit ausgewählten Schulklassen fortgeführt. So möchte die Stadt sicherstellen, dass die Perspektiven junger Menschen in den Prozess eingebunden werden.

Denn gerade die Auseinandersetzung mit der Rolle Flensburgs während der NS-Zeit und in der unmittelbaren Nachkriegszeit wirft Fragen auf, die die gesamte Stadtgesellschaft betreffen. Hervorzuheben sind dabei die Alleinstellungsmerkmale Flensburgs als Ort der letzten Reichsregierung des NS, die Grenzlage zu Dänemark, die „Rattenlinie Nord“ sowie die Bedeutung Flensburgs als Marine- und Verwaltungsort, aber auch Fragen zur späten und zögerlichen Aufarbeitung der NS-Verbrechen sowie Kontinuitäten nach 1945. Beim Dialogtag geht es deshalb darum, gemeinsam herauszufinden, was die Menschen in Flensburg wissen, bewegt, kritisieren, sich für die zukünftige Erinnerungskultur wünschen und was für Fragen an die Vergangenheit und damit auch an die Gegenwart und Zukunft gestellt werden können. Der Dialogtag fungiert dabei als Möglichkeitsraum – als ein offener Prozess, der zur individuellen und kollektiven Beteiligung der Stadtgesellschaft einlädt und damit einen wichtigen Baustein auf dem Weg zu einem geplanten Vermittlungszentrum zur Aufarbeitung der Flensburger NS- und Nachkriegsgeschichte darstellt.

Was erwartet die Besucher:innen?

Alle Teilnehmenden erwartet ein offener Stationsgang in der Bürgerhalle des Rathauses. An den einzelnen Stationen kommen sie in Kontakt mit Impulsen über gegenwärtige und vergangene Orte und Aspekte der Flensburger NS- und Nachkriegsgeschichte. Dabei entscheide alle selbst, wo, wie lange und auf welche Weise man sich beteiligt. Gedanken und Fragen können aufgeschrieben, gestaltet, eingesprochen oder im Gespräch geteilt werden. Auch haptische und bewegungsorientierte Zugänge sind Teil des Formats. Historisches Vorwissen ist nicht erforderlich. Dabei gibt es weder ein „Richtig“ oder „Falsch“ bei den persönlichen Ge-danken, Assoziationen oder Fragen noch einen Zwang, sich äußern zu müssen – auch eine „stille“ Teilnahme ist möglich. Unterschiedliche Perspektiven, Fragen und Erfahrungen sind ausdrücklich erwünscht, im Rahmen demokratischer und menschenrechtlicher Grundsätze. Menschenfeindliche, antisemitische, rassistische, rechtsextreme oder die nationalsozialistischen Verbrechen relativierende Äußerungen werden nicht als gleichberechtigte „Perspektive“ behandelt.

Anschließend werden die Beiträge des Dialogtages durch die Projektgruppe dokumentiert und ausgewertet. Diese besteht aus zwei Studentinnen der Europa-Universität Flensburg  begleitet durch das Stadtarchiv.  Das Interesse bei der Auswertung liegt auf dem Bereichen   Kritik, Wissen, Bedürfnisse und Erwartungen der Stadtgesellschaft sowie um die Frage, wie Menschen sich künftig an der Flensburger Erinnerungskultur beteiligen möchten. Die Ergebnisse fließen in die weitere Konzeption des Vermittlungszentrums ein und werden auch zeitnah öffentlich zugänglich gemacht. Der Dialogtag ist damit keine abschließende historische Bestandsaufnahme, sondern Auftakt für einen längerfristigen gemeinsamen Prozess.

Pressekontakt: Stadt Flensburg, Marc Geis


Stadt Flensburg•​Rathausplatz 1•​24937 Flensburg•​Telefon: 0461-850•​Fax: 0461-852971•​E-Mail: stadtverwaltung@flensburg.de