Skip navigation

Pressemitteilungen der Stadt Borken

Alle Meldungen | Medienarchiv | E-Mail Abo | Im Pressearchiv suchen

Wenn es in der Familie nicht stimmt, leiden zuerst die Kinder

Borken - 12. Dezember 2000. Die Kostensteigerung von etwa zwei auf vier Millionen Mark seit 1995 bei den sog. erzieherischen Hilfen im Etat des Amtes für Jugend und Familie beschäftigte den gleichnamigen Ausschuss in seiner letzten Sitzung.

Wenn die familiären Beziehungen als Garant für ein gesundes Aufwachsen des jungen Menschen versagen, ist das Amt für Jugend und Familie mit seinen erzieherischen Hilfen gefragt. Auf solche Hilfen, die von der einfachen Erziehungsberatung über die zeitweise Betreuung in einer Tagesgruppe bis hin zur Heimerziehung reichen, haben Kinder und Jugendliche einen Rechtsanspruch. Für die Stadt wird es dann allerdings teuer, denn die Heimunterbringung eines Kindes kostet im Durchschnitt 6.600 Mark im Monat oder 80.000 Mark jährlich.

Amtsleiterin Monika Nagel informierte die Ausschussmitglieder über die Gründe, die zu der seit einiger Zeit verstärkten Inanspruchnahme solcher Hilfen führen. Nagel machte dies an den Heimfällen deutlich, die die einschneidendsten Maßnahmen im Leben eines Kindes sind, und zu denen es deshalb auch nur dann kommt, wenn es ganz erhebliche, dauernde und auf andere Weise nicht behebbare erzieherische Probleme in den Herkunftsfamilien gibt.

In diesen Familien fallen Probleme wie Erziehungsunfähigkeit, psychische Erkrankung, Alkoholmissbrauch, fehlendes soziales Umfeld, Arbeits- und Mittellosigkeit immer wieder auf.

Von den 37 Heimkindern der letzten 12 Monate des Amtes für Jugend und Familie haben nur 5 Kinder Eltern, die (noch) miteinander verheiratet sind. Erstaunlich ist dabei der hohe Anteil betroffener Familien, die erst in den letzten Jahren nach Borken gezogen sind. 23 der laufenden 37 Heimfälle sind seit 1989 nach Borken gezogen. Eine parallele Entwicklung erkennt auch das Sozialamt der Stadt. Von den 314 Neufällen des Sozialamtes in den 18 Monaten von Januar 1999 bis Juni 2000 sind 155, also die Hälfte Zuzüge nach Borken.

Erster Beigeordneter Rüdiger Middel teilte den Ausschussmitgliedern mit, dass dies nicht nur und nicht einmal in erster Linie ein finanzielles Problem für die Stadt darstelle. Für noch gravierender halte er die spürbare Veränderung der Sozial- und Gesellschaftsstruktur in der Stadt, die in den letzten Jahren sichtbar werde. Er führte den Anstieg der Sozialhilfefälle und bei den erzieherischen Hilfen des Jugendamtes entscheidend auf den freien Mietwohungsmarkt d.h. auf die erhebliche Bautätigkeit in der Stadt und auf die Errichtung von Wohnungen zurück, die in ihrer Anzahl die Binnennachfrage in Borken übersteige, zu einer Absenkung des Mietniveaus geführt und verstärkten Zuzug ausgelöst habe.

Weitere Gründe für die vermehrten Hilfen des Jugendamtes vermutet Monika Nagel im Anstieg der Zahl der Ehescheidungen und damit der Alleinerziehenden. Wenig tröstlich klingt es, wenn sie feststellt, dass auch präventive und ambulante Maßnahmen häufig die Heimerziehung nicht verhindern können, sondern dieser teilweise nur vorgeschaltet sind. Jedenfalls hat der Ausbau von ambulanten und teilstationären Angeboten des Amtes für Jugend und Familie mit einem seit 1995 um das Dreifache auf fast 1,5 Millionen Mark gestiegenen Mittelaufwand die starke Zunahme der Heimfälle nicht vermieden.


Stadt Borken ist Mitglied bei www.presse-service.de. Dort können Sie Mitteilungen weiterer Pressestellen recherchieren und per E-Mail abonnieren.

Kontakt

Stadt Borken
Büro des Bürgermeisters
- Pressestelle -
Im Piepershagen 17
46325 Borken

Ansprechpartner:
Markus Lask
Leiter Büro des Bürgermeisters
Telefon: 02861/939-103
Telefax: 02861/939-253
E-Mail: pressestelle(at)borken.de

- - -

Besuchen Sie uns auch auf:

Facebook und Twitter: