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Flagge zeigen gegen rechte Gewalt
Stadtverwaltung traf sich mit Leitern der weiterführenden Schulen
Borken - 14. Dezember 2000. "Flagge zeigen gegen rechte Gewalt" war das Thema einer Diskussionsrunde zwischen Stadtverwaltung und den Leitern der weiterführenden Schulen im Rathaus.
Vorausgegangen war eine Entscheidung des Hauptausschusses, der Stadt, der auf einen Antrag der SPD-Fraktion hin beschlossen hatte, dass die Stadt in Gesprächen mit den weiterführenden Schulen die Durchführung einer Projektwoche anregen solle.
"Eine Projektwoche lässt sich nicht aus dem Stand durchführen. Das Thema erfordert eine gründliche Vorbereitung und muss in geeigneter Weise in den Lehrstoff eingearbeitet werden", war dazu die einmütige Aussage der Schulleiter. "Vor März nächsten Jahres ist das nicht machbar". Flagge zeigen, wie die SPD es fordere, müsse spontan geschehen, wenn es die Aktualität der Situation gebiete. Dazu sei eine Projektwoche nicht der richtige Ansatz.
Die Bearbeitung des Themas als solches sei natürlich eine Aufgabe aller Schulen. Toleranz und unbefangener Umgang mit Fremden und Minderheiten könne nirgendwo besser gelehrt und gelebt werden als im Schulbetrieb. Elternhaus und Schule vermittelten in entscheidender Weise das Menschenbild, das später den Erwachsenen präge.
Die Borkener Schulen sind sich dieser Rolle und ihrer Verantwortung sehr bewusst und empfinden es deshalb als ihre ständige Aufgabe, die richtige Haltung besonders in Unterrichtsfächern wie Politik, Religion und Geschichte weiterzugeben. Eine gute Bildung und Ausbildung seien der wirksamste Schutz des Menschen gegen rechtsextremes Gedankengut.
Sicher sei es auch der konsequenten Arbeit der Schulen zu danken, dass Ausländerfeindlichkeit im Schulbetrieb heute kein Thema mehr sei. Dennoch - darüber sind sich die Schulleiter einig - kann rechte Gewalt auch in Borken nicht ausgeschlossen werden. Und gerade in einer Zeit, in der immer häufi-ger über rechtsextreme Gewalttaten berichtet werde, wollen die Schulen wieder einen Schwerpunkt zu diesem Thema setzen und nehmen dabei die Unterstützung der Stadt gern an.
Auf Wunsch der Schulen stellt die Stadt Borken die von Museumsleiter Dr. Norbert Fasse anlässlich der Gedenkstunde zur Reichspogromnacht erarbeiteten Texte zur Verfügung.
Fasse wird ferner eine Fortbildung für Multiplikatoren konzipieren.
Das Amt für Jugend und Familie kümmert sich um ein Theaterstück zu diesem Thema, das es den Schulen anbieten möchte.
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