Theaterluft im Hertener Glashaus
06.04.1999 | Herten
"Gedichte wo man selten sieht" - Eine außergewöhnliche Lyrikreise mit Rolf Gildenast
Das Theater kehrt zurück nach Herten, zumindest für einen Abend: Am Dienstag, den 27. April ´99 um 20.00 Uhr, gibt Rolf Gildenast, Solotänzer im Ballett Schindowski am Schillertheater in Gelsenkirchen, ein Gastspiel im Glashaus Herten. Unter dem Titel "Gedichte wo man selten sieht" präsentiert Gildenast eine außergewöhnliche Lyrikreise. Dabei spannt der Grenzgänger zwischen Schauspiel und Tanz den Bogen vom römischen Catull über Goethe, Villon und Rilke bis zu Heiner Müller und den Talking Heads. Er formt diese Gedichte - unterstützt durch Tanz, Gesang und Pantomime - zu einem Gesamtkunstwerk, das die Sinne berührt und den Kopf anregt.
Gildenast zeigt überzeugend, was dem Ich des auslaufenden Jahrhunderts ein Gedicht ist: Keine Ganzheit mehr, alles fragmentiert, alles seitenverkehrt. Die Merseburger Zaubersprüche: im Kopfstand. Der Erdbeermund: animalisch. Der Erlkönig: ein Torso im Zeitalter des großen Kohl. Das Märchen ist noch nicht zu Ende. Das große Lalula hat gerade erst begonnen. Deutschland: ein Wendemärchen. Zwischen Schlaraffenland und Hamletmaschine.
Eine faszinierende Mischung von Texten, schnörkellos und ohne Pathos, umgesetzt in pantomimische und tänzerische Bewegung. Die Macht des Wortes wird deutlich durch die Sprache des Körpers, die Gedichte werden lebendig durch den Tänzer und seine Körpersprache - ein großer Theaterabend !
Karten zu dieser Veranstaltung sind im Vorverkauf (10,- DM) im Glashaus Herten und in den Buchhandlungen Droste (Herten) und van Ahlen und Attatroll (Recklinghausen) und an der Abendkasse (12,- DM) erhältlich.
Glashaus Herten, Hermannstr. 16, 45699 Herten, Ursula Berg, Telefon 0 23 66 / 303 686
Pressekontakt: Pressestelle, Barbara Hinse, Telefon 0 23 66 / 303 452, e-Mail: b.hinse@herten.de



