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Kindergärten -immer wichtiger aber auch immer teurer

Borken - 03. Januar 2001. Die Betriebskosten der Kindergärten in Borken steigen von etwa 8,3 Millionen Mark im Jahr 1995 auf fast 11 Millionen Mark in diesem Jahr an. Nach dem sprunghaften Kostenanstieg Mitte der 90iger Jahre, als die Stadt Borken mit 425 zusätzlichen Kindergartenplätzen den Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz gewährleisten musste, haben sich die Kosten seit 1998 auf hohem Niveau stabilisiert.

Obwohl der monatliche Kindergartenbeitrag der Eltern je nach Einkommen fast 300 Mark im Monat erreichen kann, decken die Elternbeiträge weniger als 15 % der laufenden Betriebskosten, die ihrerseits noch nicht einmal die kalkulatorischen Kosten für die Abschreibung, Verzinsung und das Grundstück eines Kindergartens enthalten.

Das Amt für Jugend und Familie der Stadt Borken hält es dennoch für richtig, dass über 90 % der Kosten eines Kindergartenplatzes vom Steuer- und Kirchensteuerzahler aufgebracht werden.

Das Amt verweist darauf, dass sich die Bedingungen für das Aufwachsen von Kindern durch den Wandel von der Traditionsgesellschaft in die offene Gesellschaft, durch die veränderten Familienstrukturen, die Frauenerwerbstätigkeit, die sinkenden Kinderzahlen und mehr Einzelkinder auch in Borken gravierend und gleichzeitig sehr rasch verändert haben.

Wenn diese Entwicklung nicht zu Lasten der Kinder gehen solle, was dann einige Jahre später zum Problem der Gesamtgesellschaft werde, seien politische Konsequenzen in der Betreuung und Erziehung von Kindern auch dann dringend erforderlich, wenn sie den Steuerzahler etwas kosten.

Im Kindergartenbereich sei Borken mit einem gut ausgebauten Betreuungsnetz anspruchsvoller, pädagogischer und erzieherische Angebote der unterschiedlichsten Träger recht gut ausgestattet.

Es fehle allerdings an einem inhaltlichen und finanziell abgesicherten Konzept des Landes, wie der zunehmende Bedarf an Ganztagsbetreuung insbesondere für schulpflichtige Kinder abgedeckt werden könne. Wenn Versäumnisse in der Betreuung und Erziehung sich erst in Verhaltensauffälligkeiten und Erziehungsschwierigkeiten älterer Kinder äußerten, sei es oft für eine Korrektur zu spät. Selbst intensive und teure pädagogische Angebote könnten dann das, was in früheren Jahren verpasst wurde, nicht reparieren.


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