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Leverkusen, 31. Januar 2001

Countertenor-Star Derek Lee Ragin als siegreicher Orpheus

Gegen die musikalische Formelhaftigkeit und handlungsmäßige Überladenheit der tonangebenden Opera seria richtete sich Christoph Willibald Glucks und Ranieri da Calzabigis, seines Textdichters, "Opernreform", die Wahrhaftigkeit des Ausdrucks (statt effektheischender Virtuosität) und eine klare, intrigenlose Dramaturgie anstrebte. "Orfeo ed Euridice", 1762 in Wien urauf-geführt, wurde zum Initial- und Musterwerk ihres "erneuerten" Mu-sikdramas. Ein in der Opernszene des 18. Jahrhunderts vertrauter Stoff, der freilich noch nie so anrührend und schnörkellos gestaltet worden war. Glucks erster Orpheus war der Altkastrat Guadagni, während bei der Pariser Einstudierung der bearbeiteten französi-schen Fassung von 1774 ein Tenor als um seine verstorbene Eu-rydike trauernder und sie von den Göttern zurückfordernder Wit-wer auftrat. Seit dem 19. Jahrhundert wurde die Partie des "göttli-chen Sängers", der die Gattenliebe über den Tod hinaus und die Macht der Musik personifiziert, meistens mit einer Altistin bzw. ei-ner Mezzosopranistin besetzt. Inzwischen aber kommt es immer häufiger vor, dass ein Countertenor für die Hauptrolle gewählt wird.

Zu den renommiertesten Vertretern dieses Stimmtypus gehört heute der Amerikaner Derek Lee Ragin, der als Orpheus 1990 bei den Salzburger Festspielen debütierte und seitdem als einer der besten Interpreten dieses "Reform-Orpheus" gilt, welcher – anders als im Mythos und natürlich vollkommen zurecht – mit einem Hap-py End belohnt wird. Lassen Sie sich diese exzellente, italienisch gesungene Produktion der Wiener Kammeroper (Insz.: Paul Flie-der) nicht entgehen!

Termin: Sonntag, 4. Februar 2001, 18.00 Uhr Ort: Forum, Großer Saal Karten: 25,00 bis 48,00 DM (erm. 14,00 bis 25,50 DM); er-hältlich im Vorverkauf – u.a. Kartenbüro im Forum (02 14/4 06-41 13) – und eine Stunde vor der Ver-anstaltung an der Abendkasse.

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