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Artline 5- Das Verhältnis Natur- Architektur

De Cock und Maier Neustadt haben Installationen heute eingerichtet

Borken - 09. Mai 2001. Jan Hoet präsentiert die artline 5 : Interaktionen Natur & Architektur in Borken

13. Mai bis 30. Juni 2001 Vernissage: Samstag, dem 12.5.01 um 19.00 Uhr;Pressegespräch: davor, 17.00 Uhr;Pressetexte auch im Internet unter www.artline-5.de

Jan De Cock aus Belgien und Hermann Maier Neustadt aus Deutschland haben durch ihren Dialog mit dem Gebäude der alten Volksbank, einem der Schauplätze der artline 5, das Verhältnis Natur und Architektur aus der vorhandenen Bausubstanz neu definiert und gleichzeitig künstlerisch kommentiert.

Ihre aktuellen Installationen sind seit heute eingerichtet: Hermann Maier Neustadt verwendet die originalen Pläne des Architekten der Volksbank als Vorlage, wobei er neben der Wiederherstellung der ursprünglichen Raumaufteilung mit niedrigen Raumteilern auch soziale Prädispositionen abbildet.

Maier Neustadt schließt den eintretenden Betrachter in der ehemaligen Schalterhalle mit einer Welle aus Schaumstoff ein - die Welle ist bei der Architekturzeichnung ein Mittel zur Darstellung einer Begrenzung - , die an der ehemaligen Position des Bankschalters platziert wird.

Hinter dem Tresen beginnt die " ...autarke, hierarchisch gegliederte Welt des Bankpersonals, dargestellt durch farbige Bodenplatten, die die genaue Position eines jeden Tisches und Stuhles markieren und gleich-zeitig die Aktionsradien der Angestellten determinieren".

Lediglich das Büro des Direktors bleibt frei - hier sah sich der Architekt einer "Instanz gegenüber, die er bei der Planung, bewusst oder unbewusst, als übergeordnet empfunden hat." (MN)

Die Arbeit eröffnet dem Betrachter ein soziales Diagramm unmittelbar aus der Raumsituation, das er in dieser Klarheit in einer "arbeitenden" Bank mit lebenden Menschen und der damit verbundenen Wahrnehmungs-unschärfen niemals gewinnen könnte.

Das Freilegen dieser Strukturen gewinnt damit auch eine archäologische Dimension.

Die spielt auch in der U-förmigen, den Innenraum umschließenden Installation von Jan De Cock im 2. Stock desselben Gebäudes eine besondere Rolle. Der Künstler gestattet dem Betrachter nur marginale Einblicke in den inneren Kern des Hauses. Über ein Gerüst werden die Besucher zum Außenbalkon geleitet, der jedes der oberen Stockwerke umgibt. Wenn Sie dann an der langen Fensterfront vorbeigehen, können sie in die Installation blicken, wo sich ihnen eine undurchschaubare Ansammlung von Holzplatten darbietet, die scheinbar zu funktionslosen Clustern montiert wurden.

De Cock legt durch Aufnahme der originalen Bodenplatten die Stahlbetonkonstruktion des Gebäudes zum Teil frei und betreibt damit seine eigene Archäologie. Der Weg des Betrachters führt ins Innere, vorbei an einem Tisch, an dem ein Mensch in der offensichtlichen Funktion eines Aufsehers sitzt.

Was wird hier bewacht? Kaum ist dieser Tisch passiert worden, stößt man an eine Grenze: Die definierte Laufzone endet abrupt und macht einer dekonstruktivistisch anmutenden Landschaft aus Holztafeln Platz.

Man ist versucht, in der komplizierten Struktur der Holzplatten, die zwar ohne erkennbare Funktion, aber exakt rechtwinklig konstruiert worden sind, einen Weg zu finden, um an das gegenüberliegende "Ufer" zu gelangen, an dem man Menschen sehen kann, die über einen weiteren Eingang von der anderen Seite eingetreten sind und dort an ihre Grenze gestoßen sind.

Der soziale Druck durch die Wächter - der 2. ist so platziert, dass das ganze U der Installation eingesehen werden kann - und die anderen Besucher verhindern aber das Überschreiten der Grenzen.

Der Betrachter sieht sich gezwungen, umzukehren und wieder außen vorbei zu schreiten, wobei er in den Fenstern die Spiegelungen der historischen Gebäude von Borken wahrnimmt, die mit den archäologi-schen Freilegungen der Installation optisch interagieren.

Der eigentliche Innenraum der Bank wird durch eine Wand mit einigen schmalen Sehschlitzen völlig abgetrennt und auf das Erkennen weniger Horizontalen und Vertikalen der jeweils gegenüberliegenden Wand reduziert.

De Cock arbeitet ausschließlich mit vorgegebenen Räumen und Architekturen, die er verändert. Alle Facetten seiner Arbeit werden sich nur dem Betrachter erschließen, der sich in seine Installation begibt und sie abschreitet.

Insofern befindet er sich in der Tradition eines Kurt Schwitters, dessen Merzbau wir kennen oder eines Joseph Beuys, der uns in seiner als "Block Beuys" in Darmstadt berühmt gewordenen Installation zum vollständigen Eintritt in sein Werk zwingt.

Beuys wird den Besuchern mit einem wichtigen Werk bei der diesjährigen artline 5 in Borken auch noch im Original begegnen.

artline / 5

Kurator: Dr. Jan Hoet, Leiter des Stedelijk Museum voor Actuele Kunst (S.M.A.K.) Gent

Gast-Kurator: Michel Dewilde, Stadt Brügge

Projektleitung: Monika Böing, Stadt Borken

Technische Leitung, Stadt Borken: Klaus Schonnebeck und das Baubetriebshof Team

Marketing: Meuter & Team, Borken

Datum: 13. Mai bis 30. Juni 2001 Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag: 10.00-18.00 Uhr Freitag bis 23.00 Uhr

Eintritt: 10 DM;Katalog (2 teilig): 3-sprachig (Deutsch, Niederländisch, Englisch) 30,00 DM

Borken ist zu erreichen: Per PKW: A 43 Ausfahrt Dülmen, A 31 Ausfahrt Borken, A3 Ausfahrt Wesel

Mit dem Zug: Essen-Borken

Stadt Borken Infobüro: artline / 5, Am Kuhm 40, D- 46325 Borken/NRW, Tel.: 00.49.2861.908.606 Fax: 00.49.2861.908.608 E-Mail: monika.boeing@borken.de

Presseinformationen: artline / 5 mobil 0177 8347420 Tel.: 00.49.2861.908.606 Fax: 00.49.2861.908.608 E-Mail: kolpt@liffers.de


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